Der Richter spaltet die Lager

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Kreisgebiet – Die Vereinsdelegierten, die am Donnerstagabend (19 Uhr, Festsaal Hohe Steinert) am Kreistag des FLVW-Kreises Lüdenscheid in der Bergstadt teilnehmen, dürfen sich auf einen ganz langen Abend einstellen.

Nicht nur, weil allein 22 Tagesordnungspunkte eine Marathonsitzung versprechen, sondern auch, weil die Versammlung einigen Zündstoff birgt, wie auch Klaus Scharf einräumt. Der Kreisvorsitzende aus Meinerzhagen, seit nunmehr neun Jahren im Amt, wird in Lüdenscheid für eine weitere Amtsperiode kandidieren, blickt der Veranstaltung nämlich etwas zwiespältig entgegen: „Es wird wahrscheinlich kein völlig harmonischer Kreistag, vielleicht geht’s mitunter sogar turbulent zu“, meint Scharf.

14 Monate nicht getagt

Entzünden könnte sich die Lunte um die künftige Besetzung des Kreissportgerichts, das unter Vorsitz von Heiko Kölz nunmehr mehr als 14 Monate lang nicht mehr getagt hat. „Die Sportrichter sind autark, wir haben keine Handhabe, sie zur Tagung zu zwingen“, drückt der Kreisvorsitzende gewisse Hilflosigkeit im Hinblick auf die brachliegende Sportgerichtsbarkeit in „seinem Kreis“ aus, sagt mangels Alternativen aber auch klipp und klar: „Wir können auf einen so erfahrenen Mann wie Heiko Kölz gar nicht verzichten.“ Scharf kündigt einen Wiederwahl-Vorschlag durch den Kreisvorstand an.

Das wiederum könnte einige andere erfahrene Funktionäre auf die Palme bringen. Die können nämlich überhaupt nicht verstehen, dass beispielsweise ein Akteur nach Verbüßung der durch den Staffelleiter verhängten Höchstsperre bis zur Sportgerichtsverhandlung schon lange wieder Tore für seinen Verein schießen kann, obschon klar der Vorwurf einer Tätlichkeit gegen einen Schiedsrichter besteht, der auch eine langjährige Sperre bedeuten kann. „Da wird’s heftige Diskussionen und Dissonanzen geben“, erwartet Scharf in der Sportgerichtsfrage heftigen Gegenwind.

Liedtke für Heimes

Das dürfte in anderen Themenbereichen nicht der Fall sein, denn der Kreisvorstand hat im Vorfeld seine Hausaufgaben gemacht und für die Vorstandsmitglieder, die nicht mehr kandidieren möchten, geeignete Kandidaten gefunden. So hat Georg Heimes schon seit Monaten keinen Hehl daraus gemacht, dass er zwar weiter für das Amt des Vorsitzenden im Kreisfußball-Ausschuss zur Verfügung stehen möchte, aber nicht mehr Boss der Kreisschiedsrichter sein will. Dass der Kreis für seine Nachfolge dort den Kreisschiedsrichter-Lehrwart Christian Liedtke vorschlagen wird, ist kein Geheimnis. Der wird und muss (Tod von Bernhard Weißmüller) ein verjüngtes Team vorstellen.

„Außerdem werden Stephanie Pomorin als Ehrenamtsbeauftragte, Gerd Rottschy als Kreisvertreter im Bezirkssportgericht nicht erneut kandidieren, aber wir werden da unsere Vorschläge unterbreiten“, sieht Scharf den FLVW-Kreis Lüdenscheid gut gewappnet.

Dort werden möglicherweise auch die vom Verband angeordneten Regeländerungen zum Thema werden. Änderungen, denen Scharf positiv entgegensieht. „Ein vierter Auswechselspieler, wie schon in den Pokalverlängerungen praktiziert, kann gerade den Mannschaften in den unteren Ligen, die wirklich rein zur Freude kicken, sehr entgegenkommen“, meint er. Gerade zu ins Entzücken gerät er ob der Neuerung, dass künftig Mannschaften, die nach dem 1. Mai nicht zu Punktspielen antreten, in die Folgesaison pro Nichtantritt mit einem Abzug von drei Punkten (höchstens jedoch neun Punkte) starten müssen. Scharf: „Da werden die Mallorca-Bucher, der Mannschaftsfahrten, die uns bisher komplett ignoriert haben, endlich lernen müssen, sich an den Rahmenspielplan zu halten.“

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