Handball

Dominik Formella: Karrierende des Tausendsassas mit 38 Jahren

Torwart im Zentrum des Jubels
+
Der Vater so manchen SGSH-Sieges: Dominik Formella, hier in der SGSH-Jubeltraube.

Dominik Formella hütete das Tor in Herdecke, Hagen, Remscheid, Lemgo, Dormagen und auch vier Jahre lang bei der SG Schalksmühle-Halver. Nun, mit 38 Jahren, beendet der Ausnahmekeeper seine Karriere.

Schalksmühle – Der Handball-Verband Westfalen hat die Saison noch nicht abgebrochen. Gut möglich ist es gleichwohl, dass da nicht mehr viel zustande kommt in den Hallen Westfalens in der Spielzeit 20/21.

In diesem Fall wäre das 22:22-Unentschieden der HSG Herdecke/Ende bei der Gevelsberger Landesliga-Reserve am 10. Oktober seine Abschiedsvorstellung gewesen: Dominik Formella hört auf. Der Torhüter-Dauerbrenner mag nach zwei Jahrzehnten im Seniorenhandball nicht mehr.

Im Februar 2013 war es, als die SG Schalksmühle-Halver, die seinerzeit noch nicht SGSH Dragons hieß, den damals 30-Jährigen als Zugang vorstellte. Formella kam da vom Drittligisten Bayer Dormagen. Mit dem Wechsel zur SGSH kehrte er in seine Heimatregion zurück, denn groß geworden war der Torhüter am Herdecker Bleichstein.

Dominik Formella: Karrierende des Tausendsassas mit 38 Jahren

Dort erlebte er als ganz junger Keeper in der Saison 00/01 noch den Abschied der TSG Herdecke aus der 2. Bundesliga, machte die Zeit in der Regionalliga und Oberliga mit, kam über Hagen und Remscheid zum TBV Lemgo. Erweiterter Bundesliga-Kader, viele Drittliga-Spiele. Danach Dormagen und von 2013 bis 2017 vier Jahre bei der SGSH, gegen die er vorher so oft im Tor gestanden hatte.

In Halver und Schalksmühle bildete Formella ein Gespann mit Mareks Skabeikis, später mit Nicholas Plessers und schließlich mit Ante Vukas und war mit seinen Paraden der Vater so manchen SGSH-Sieges. Formella war dabei der Gegenentwurf des Torwartriesen mit den spektakulären 1:1-Paraden. Er verstand es, die Werfer zu lesen, den Ball zu antizipieren, mit der Deckung zu kooperieren. So brachte der ungeheuer trainingsfleißige und akribische Keeper manchen Rückraumwerfer zur Verzweiflung. Und nebenbei bildete er am Löh auch noch die Nachwuchskeeper aus – einen Torwarttrainer mit mehr Theoriekenntnis konnten sich die Youngster kaum wünschen.

Mitten in der Saison 17/18 zog es Formella dann aber zurück nach Herdecke. Formella war da 34 Jahre alt, wurde gerade Vater und wollte den hohen Aufwand nicht mehr betreiben. Mit der neuen HSG, seinem Heimatverein stieg er noch zweimal auf – von der Kreisliga in die Bezirksliga und von der Bezirksliga in die Landesliga. Erfolge, zu denen er beitrug, natürlich.

„Richtiger Zeitpunkt“: Mehr Zeit für die Familie

Nun mag er nicht mehr. Dominik Formella will mehr Zeit für seine Frau und seine beiden Kinder haben, nicht mehr alles nach dem Handball ausrichten. „Mein Gefühl sagt mir, dass es der richtige Zeitpunkt ist. Seit meiner Kindheit habe ich durch den Handball viel erleben können, er war stets der Mittelpunkt“, hat der Keeper eine Zeitung in Herdecke gesagt.

In Zeiten der Pandemie zu gehen, bedeutet auch: Kein großes Brimborium, ein stiller Abschied ist es. Vielleicht ist es Dominik Formella gerade recht so. Ein Lautsprecher ist er nie gewesen. Eher ein Teamplayer, auch wenn er nur einsam in seinem Tor stand. Einer, der von den Shootern oft unterschätzt, von seinen Teamkollegen und dem Umfeld aber ob seiner Art umso mehr wertgeschätzt wurde. Kurzum: Einer, den man in den Sporthallen in der Region vermissen wird.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare