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Dino Jablonski und die Rolle des strahlenden Verlierers am Stadtpark

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Von: Thomas Machatzke

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Tennisspieler aus Lüdenscheid beim Volley
Auftakt der Doppel-Konkurrenz bei den 2. Platzmann-Sauerland-Open: Dino Jablonski (beim Volley) hielt im Feld der Profis sehr gut mit, musste sich am Ende mit Hamad Medjedovic aber doch den Ukrainern Kravchenko/Krutykh beugen. © Machatzke, Thomas

Dino Jablonski, die 2. Platzmann-Sauerland-Open und ein ATP-Challenger-Debüt mit 43: Trotz der Niederlage im Doppel-Achtelfinale hat der Lüdenscheider allen Grund zum Strahlen.

Lüdenscheid – Es war dieser besondere Moment, der den gemeinen Lüdenscheider ein bisschen stolz machte, weil da gerade einer der ihren mehr als respekatabel mitgespielt hatte im Konzert der Profis: „Hat Spaß gemacht“, sagte Dino Jablonski – nicht nur einmal. Zigmal sagte er es, denn es gab ja nicht wenige, die ihm nach dem 4:6 und 2:6 im Doppel-Achtelfinale gratulierten.

Nicht zum Sieg, das dann doch nicht. Aber dazu, gar nicht aufgefallen zu sein neben dem 21-jährigen Georgii Kravchenko, dem 22-jährigen Oleksii Krutykh und dem 18-jährigen Hamad Medjedovic, drei Profis, die Woche für Woche in aller Welt die Plätze beackern. Jablonski als vierter Mann in diesem Doppel. Im Juli wird der langjährige Kapitän der 1. Mannschaft des LTV 99 und zweifache Familienvater 44 Jahre alt. Dafür hatte er seine Sache nicht gut gemacht, er hatte sie überragend gemacht. Daran gab es keinen Zweifel.

„Natürlich ist man erst mal nervös“, stellte Jablonski fest, für den es das erste Spiel war bei einem Turnier der ATP, „eigentlich bin ich ja gewöhnt, im Doppel zu führen. Aber diesmal war die Rolle eine andere.“

Dino Jablonski und die Rolle des strahlenden Verlierers am Stadtpark

Jablonski gelang nicht alles, über so manchen Punkt ärgerte er sich, über zwei ganz wichtige, bei denen er seine Chance nicht nutzte. Und auch über jenen Ballwechsel beim Stande von 2:3 im zweiten Satz, der ihm und Medjedovic das 3:3 zu bringen schien – bis ein Ball mit ziemlich großer Verspätung vom Linienrichter Aus gegeben wurde. „Vielleicht wäre es dann noch enger geblieben“, haderte er, aber nur kurz. Wobei: Sein Partner Hamad Medjedovic hatte während des Spiels nach so manchem eigenen Fehler auch mit sich gehadert. Und Jablonski, der einfach nur Spaß haben wollte auf dem rekordverdächtig gut besuchten Court 7? Der hatte dem Youngster gesagt, dass er doch auch einfach Spaß haben solle.

„Wir sind hier auf einem Challenger-Turnier“, hatte der junge Serbe erwidert. Nur Spaß haben – das ist in dieser Tenniswelt eben eher die Ausnahme. Letztlich verdienen die Aktiven mit jedem Match ihre Geld – ein bisschen mehr oder ein bisschen weniger, das hängt mitunter nur von einem Netzroller ab, einem Doppelfehler oder einem Ass zur rechten Zeit. Auch um diese Erfahrung ist der 43-Jährige, der in seiner Dortmunder Regionalliga-Mannschaft der Herren 40 oft im Doppel mit Turnierdirektor Rogier Wassen auf dem Platz steht, nun reicher. Man lernt auch im höheren Tennisalter noch dazu.

Tennis Doppel bespricht sich
Dino Jablonski und Hamad Medjedovic (rechts) harmonierten im Doppel gut. © Machatzke, Thomas

Einziger Wermutstropfen für die Lüdenscheider, die sehr genau Jablonskis Match auf Court 7 verfolgten, war am späten Mittwochnachmittag, dass parallel auf dem Centre-Court ein anderer Publikumsliebling der Lüdenscheider seine Turnierpremiere gab. Der frühere deutsche Daviscup-Spieler Dustin Brown hatte indes mit seinem Partner, dem US-Amerianer Evan King, auch noch genug Publikum. Und Gegner, die sich nicht so leicht abschütteln lassen wollten: Mats Hermans und Glenn Smits aus den Niederlanden zwangen die beiden Profis mit der Rasta-Frisur zweimal in den Tiebreak. Dort behielten Brown/King allerdings zweimal die Oberhand und stehen damit am Donnerstagnachmittag im Viertelfinale, in dem die Südamerikaner Martin Cuevas und Luis David Martinez als Gegner warten.

Auch die topgesetzten Albano Olivetti/Fernando Romboli und die an zwei gesetzten Robin Haase/Sem Verbeek lösten – letztere mit Mühe – ihre erste Aufgabe im Turnier. Keine Selbstverständlichkeit: Für die an drei gesetzten David Pel/Bart Stevens (Niederlande) war gegen Dominic Stricker/Damien Wenger (Schweiz) in drei Sätzen direkt Endstation.

Zuschauer beim Tennis in Lüdenscheid
Die Partie des Lokalmatadors lockte viele Zuschauer zum Court 7. © Machatzke, Thomas

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