Kreissportbund MK

Digitaler Vereinsstammtisch des Kreissportbundes MK kommt gut an

Frau im Zoom-Meeting
+
Christiane Gütting stellte sich den Vereinsvertretern beim digitalen Stammtisch des KSB MK vor: Gütting hat beim Märkischen Kreis die Nachfolge von Uwe Steinebach angetreten, wird sich künftig um die Belange des Schulsports kümmern und unter anderem Schulmeisterschaften organisieren. Bisher arbeitete Gütting bei der Kreispolizeibehörde Iserlohn.

Mehr als 30 Teilnehmer, ein bunter Strauß an Themen: Der erste digitale Vereinsstammtisch des Kreissportbundes MK darf als Erfolg verbucht werden.

Lüdenscheid – Es ist nur eine Vermutung, aber der Stammtisch des Kreissportbundes MK für die Vereinsvertreter aus Lüdenscheid, Plettenberg und Herscheid war am Mittwochabend mit mehr als 30 Teilnehmern wahrscheinlich in seinem digitalen Premierenformat besser besucht als dies analog in einer Kneipe der Fall gewesen wäre. Die Corona-Zeit mit all ihren Lockdown-Beschränkungen führt die Sportlerinnen und Sportler auf neuen Wegen zusammen. Und sei es, um Sorgen und Nöte in einer Videokonferenz zu teilen. Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Wobei: Ihren Optimismus haben die Funktionäre nicht verloren. Das ließen sie bei den meisten Themengebieten durchblicken. Gewiss: Der Lockdown setzt auch den Vereinen zu, aber in Teilen eben noch nicht so, wie es vielleicht zu befürchten gewesen wäre.

Bei der Mitgliederentwicklung zum Beispiel. Gewiss, es gibt die Vereine, die hart getroffen sind. Die Turbo-Schnecken aus Lüdenscheid berichteten von einem Mitgliederrückgang von 15 Prozent und dem verpufften positiven Effekt für ihr Fitness-Studio zu Jahresbeginn, wenn sich sonst die Aktiven mit vielen guten Vorsätzen fürs Training anmelden. Annette Dunker vom Schwimmverein Plettenberg gab Einblick in die speziellen Probleme eines Vereins, der zum einen mit seinen Schwimmern frühestens Ende April wieder ins AquaMagis kommt und bei dem zum anderen auch der Bereich Reha-Sport brachliegt. Zwei Drittel der Verordnungen, so Dunker, seien hier weggebrochen.

Digitaler Vereinsstammtisch des Kreissportbundes MK kommt gut an

Ansonsten aber berichteten die Vereine von halbwegs stabilen Mitgliederzahlen, von wenig Chancen auf neue Mitglieder zwar, aber von Austritten im „normalen Bereich“. „Im Westfälischen Turnerbund liegt der Rückgang der Mitgliederzahlen zwischen fünf und sechs Prozent, das ist in einem noch erträglichen Bereich“, stellte Thorsten Gödde, Vorsitzender des Lenne-Volme-Turngaus aus Plettenberg, fest, „aber wir müssen das Jahr 2021 abwarten, die Austrittswelle kann noch kommen, wenn im ersten Halbjahr nichts passiert.“ Günther Nülle, Vorsitzender des Kreissportbundes MK, hat ähnliche Befürchtungen. „Wir werden auch 2021 noch Rückgänge zu verkraften haben“, sagte der Iserlohner, „und vor allem fürchte ich, dass wir beim Nachwuchs ein bis zwei Jahrgänge verlieren werden in einer Sportart.“

Bei den Mitgliedsbeiträgen berichteten die Vereinsvertreter davon, dass die Satzung hier in Teilen klare Vorgaben und das Erlassen von Beiträgen schwierig mache. Es gibt aber auch Beispiele aus der Praxis, bei denen die Vereine einen Weg gefunden haben: Der TV Hüinghausen, so Wolfgang Vöpel, habe die Beiträge erst am Jahresende und auch nicht in voller Höhe eingezogen. Unter Vorbehalt: Die Legitimation für das Vorgehen sollen die Mitglieder nun noch nachträglich im Rahmen der Mitgliederversammlung geben.

Der KSB will den Kampf um die Mitglieder mit einer gerade erst aufgelegten Initiative unterstützen, möglichst viele Protagonisten gewinnen, die sich mit dem neuen Spruchbanner „Ich bleibe dabei! Mit meinem Verein durch die Corona-Krise“ ablichten lassen. Erst am Nachmittag hatte sich der Iserlohner Bürgermeister Michael Joithe für die Aktion gewinnen lassen. Im Südkreis ist Anja Esser, 2. Vorsitzende des KSB aus Lüdenscheid, die Ansprechpartnerin für die Aktion.

Vereine sind kreativ beim Kontakthalten mit den Mitgliedern

Und wie halten die Vereine in der Krise Kontakt zu ihren Mitgliedern? Auch dies wollten die KSB-Vertreter wissen. Ganz gut, durfte nach den Erfahrungsberichten konstatiert werden. Von Video-Trainingseinheiten berichteten die Triathleten aus Herscheid ebenso wie der TV Jahn Plettenberg, bei dem das Online-Angebot nun auch auf den Kinder- und Jugendbereich ausgeweitet werden soll nach den ersten sehr guten Erfahrungen. Andere, wie die Herscheider Tennisspieler, halten die Kommunikation für „relativ normal“. Im Sommer sei der Spielbetrieb normal gelaufen, im Winter halte man über Whatsapp Kontakt. Die Turbo-Schnecken in Lüdenscheid machen auch viele Angebote übers Internet. Der TV Hüinghausen überraschte seine Mitglieder mit einer Tütenaktion, die gut ankam.

Und sonst? Über mögliche Förderprogramme – Sebastian Pahlke berichtete, dass seit Anfang März 27 Vereine aus dem Kreis von der „Soforthilfe Sport“ mit rund 300 000 Euro bedacht worden seien – kam die Stammtisch-Runde schließlich zu einem Ausblick. Günther Nülle brachte ein großes Sport-Event mit Flashmob nach Ende der Pandemie ins Gespräch, um sich als organisierter Sport in Erinnerung zu rufen. Vorher indes warten andere Aktionen: „Sport im Park“ zum Beispiel. In Herscheid gibt es inzwischen konkrete Pläne, auch Neuenrade, Meinerzhagen und Hemer werden nachziehen, in Lüdenscheid ist man noch in der Planung.

Lüdenscheid ist zudem ebenso wie Iserlohn, Hemer, Neuenrade und Menden bei der Aktion „Sportplatz Kommune“ dabei. Im Mittelpunkt des Projektes steht eine integrierte Kinder- und Jugendsportentwicklung in Kita, Schule und Sportverein als gemeinsames Feld der Sportpolitik von Staat und Zivilgesellschaft in der Kommune. Es sind Projekte, über die man wieder sprechen will in dieser Runde. Der erste digitale Vereinsstammtisch in Lüdenscheid, Herscheid und Plettenberg soll nicht der letzte gewesen sein.

Initiative für die Mitgliederbindung in den Vereinen

Ein Thema beim digitalen Vereinsstammtisch des KSB MK am Mittwoch war das Fünf-Stufen-Modell des Landessportbundes für den Wiedereinstieg in den Sportbetrieb nach dem Lockdown. Ein Positionspapier in Richtung der Landesregierung, das die Vereinsvertreter grundsätzlich gut und wichtig finden. Aber wie so oft gab es eben auch Kritik am Detail: „Grundsätzlich etwas spät!“ „Vereine finden sich nicht wieder...“ Zum Beispiel beim Reha-Sport, der im Konzept nicht konkret vorkommt. So war die Basis nicht ganz unzufrieden, aber eben auch nicht rundum einverstanden mit dem LSB-Vorstoß.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare