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Die richtige Antwort: König führt SGSH zum Zittersieg im Lipperland

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Von: Thomas Machatzke

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Augustdorf SGSH Handball Dritte Liga
Kollektive Jubel im Lipperland: Die SGSH feierte ihren ersten Auswärtssieg. © Thomas Machatzke

Eine Woche nach dem Debakel in Hamm hat Handball-Drittligist SGSH Dragons die richtige Antwort gegeben: Beim Team HandbALL Lippe II siegte die SGSH am Samstagabend 27:26 (13:15) und feierte den ersten Auswärtssieg der Spielzeit.

Augustdorf – Von zwei ganz wichtigen Punkten im Abstiegskampf sprach Cheftrainer Maciej Dmytruszynski nach dem Zittersieg im Lipperland. Mit dem zweiten Saisonerfolg in diesem vom 10. Spieltag vorgezogenen Spiel zog die SGSH nach Pluspunkten mit dem Gastgeber gleich. „In Hamm, aber auch hier haben wir gegen direkte Konkurrenten gespielt“, stellte Dmytruszynski fest, „in Hamm haben wir nicht die Einstellung mitgebracht, diesmal hat sie gestimmt. Und dann kann man so ein Spiel auch gewinnen.“

Neben der richtigen Einstellung war freilich auch Kapitän Florian Diehl ins Team zurückgekehrt, was im Gesamtkontext eine ähnliche Wichtigkeit hatte. Er hielt die 3:2:1-Abwehr als zentraler Spieler zusammen. Eine 3:2:1-Abwehr, die Dmytruszynski bewusst gewählt hatte, um so den technisch gut ausgebildeten Youngstern der Lemgoer Bundesliga-Reserve frühzeitig den Schneid abzukaufen. Das gelang tatsächlich, auch wenn die SGSH dafür lange Zeit große Probleme mit dem THL-Kreisläuferspiel über den starken Thore Oetjen (6) hatte. 

Dafür gelangen andere Dinge gut. Die SGSH schaffte es, die Gastgeber immer wieder in Zeitspiel-Situationen und zu Abschlüssen über die Außenpositionen zu zwingen. Gerade gegen die Außenschützen machte SGSH-Keeper Hendrik Halfmann aber ein sehr gutes Spiel. Trotzdem gelang dem Struck-Team nach dem 4:6 eine Wende zum 13:10 und zur 15:13-Pausenführung. Das war nicht unverdient, die SGSH war gleichwohl noch immer im Spiel – bis auf Erik Blauuw, der nach einem unglücklichen Einsteigen in der 27. Minute die Rote Karte gesehen hatte. Ausgerechnet Blauuw, des sich so aufs direkte Duell gegen seinen Bruder Niko auf THL-Seite (vier Tore) gefreut hatte.

Die richtige Antwort: König führt SGSH zum Zittersieg im Lipperland

Offensiv war indes ohnehin Jan König der absolute Aktivposten im SGSH-Spiel. Der elffache Torschütze König fand immer wieder die Lücken im THL-Innenblock und ließ den sonst starken Goldbecker im Tor der Gastgeber immer wieder alt aussehen. Daneben entpuppte sich Vladislav Yorgow als sicherer Siebenmeterschütze und löste damit ein weiteres Problem der vergangenen Wochen. Auch defensiv steigerte sich Yorgow zur vergangenen Woche deutlich.

Blaauw Augustdorf SGSH Handball
Bruderduell: Niko und Erik Blaauw im Zweikampf. © Thomas Machatzke

Kurzum: Die SGSH kämpfte leidenschaftlich, hatte genug Trümpfe, um auf Augenhöhe um die Punkte mitzuspielen. Bis zur 45. Minute blieb die Partie, in der sich die Gastgeber im Angriff nun sehr schwer taten, völlig offen. Eine Schlüsselszene war dann jene, in der Christopher Börner nach einer Kreuzbewegung unsanft am Innenblock der Hausherren abprallte. Am Kopf getroffen blieb Börner liegen – die Referees berieten sich wie schon in der ersten Hälfte und zogen nun die Rote Karte gegen Thore Oetjen (45:26). Das war genauso fragwürdig wie der Platzverweis gegen Erik Blauuw. Der SGSH spielte es indes in die Karten, weil beim Struck-Team nun der zentrale Kreisläufer und ein wichtiger Innenblock-Spieler in der Abwehr fehlte.

Gipperich Augustdorf SGSH Lemgo Handball
Ackerte vorne wie hinten 60 Minuten durch: Brian Gipperich. © Thomas Machatzke

Die SGSH nutzte den Gunst des Momentes und drehte die Partie zum 22:24 (52.). Matthias Struck brachte – genervt vom Störspieler der SGSH – den siebten Feldspieler und zwang den Gast ins 6:0-System. Bei den Sauerländern kam nun hinzu, dass König vom Kreis und Yorgow vom Siebenmeterpunkt beste Chancen ausließen. Beim 24:25 und 25:26 wackelte der Sieg nochmals, doch auch die Youngster aus dem Lipperland produzierten zu viele Fehler – einen Fehlpass eine Minute und eine Sekunde vor dem Ende nutzte Jan König mit einem Empty-net-Goal für die Entscheidung zum 25:27. Mehr als der Anschluss gelang dem THL nicht mehr. Und so gab’s eine doppelte Premiere für die neu formierte SGSH: Der erste Sieg in einem Auswärtsspiel und der erste in der Crunchtine errungene Erfolg fielen auf einen Tag. Einen Tag, der nach dem ernüchternden Auftritt in Hamm ein neuerlicher Mutmacher war.

SGSH Halfmann Augustdorf Lemgo Handball
Ein starker Rückhalt für die SGSH: Hendrik Halfmann. © Thomas Machatzke

Beste THL-Werfer: Oetjen (6), Blaauw (4), Hansen (4/4) – beste SGSH-Werfer: König (11), Yorgow (6/3), Diehl (4)

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