Motoball

Randsportart im Wartestand

MBC Kierspe, MSC Philippsburg
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Ein Bild aus dem vergangenen Jahr; 2021 wurde bislang noch nicht Motoball gespielt.

Auch bei den deutschen Motoballern geht Pandemie-bedingt weiterhin nichts.

Kierspe – Deutschlands Motoballer sind weiterhin Sportler im Wartestand. Das gilt für die allermeisten Amateursportarten genauso, doch in der Motoballszene ist die Zukunftsangst ganz offensichtlich größer als bei Fuß- oder Handballern. Die Befürchtung: Der Randsportart Motoball könnten die Spieler abhanden kommen.

„Allzu lange darf dieser Zustand nicht mehr anhalten, ansonsten könnte das einschneidende Veränderungen auf den Verein haben. Die sozialen Kontakte, Gespräche und Zusammenkünfte fehlen gänzlich. Man entwöhnt sich vom Motoball und der Zugehörigkeit zum Verein. Es drohen Mitglieder- und Sponsorenverluste. Eine beängstigende Entwicklung“, fasst Hans-Georg Prestenbach, Vorsitzender des MSC Puma Kuppenheim, seine Befürchtungen in Worte. Ähnlich pessimistisch ist sein Vorstandskollege Martin Winter vom MSC Pattensen: „Sollte dieses Jahr wieder nicht gespielt werden oder nur mit verschärften Maßnahmen, glaube ich nicht, dass wir 2022 noch eine Mannschaft stellen können.“

Weniger dramatisch sieht man die Situation bei den heimischen MSF Tornado Kierspe, die aus mehreren Gründen auf eine Teilnahme an der Saison 2021 verzichten werden, sofern diese noch ausgespielt werden sollte (wir berichteten). „Wir sind nun einmal eine Randsportart – und bei denjenigen, die sich wirklich dafür interessieren, wird der Motoball auch durch zwei Jahre Corona nicht an Zugkraft einbüßen“, ist sich Trainer Daniel Sachs sicher und geht eher davon aus, dass der Zuschauerzuspruch größer als gewohnt sein dürfte, wenn die Kugel endlich wieder rollt.

Auch um den Fortbestand der Mannschaft sorgen sich die Roten nicht übermäßig, zumal man damit rechnet, dass es noch in diesem Jahr in den Trainingsbetrieb zurückgehen und dann das eine oder andere Freundschaftsspiel absolviert werden kann.

Personell gut aufgestellt sieht sich mit dem MBC Kierspe auch der zweite heimische Klub. „Die Jungs sind heiß drauf, wieder zu spielen“, sagt Sportleiter Carsten Lembcke. Nach jetzigem Stand stehen alle Akteure, die beim Motoball-Cup im Spätsommer und Herbst 2020 das blaue Trikot getragen haben, auch weiterhin zur Verfügung. Gleichzeitig hoffen die MBC-Verantwortlichen weiterhin, dass die Spielzeit 2021 doch noch zur Austragung kommen wird.

„Im Sinne des Sports müssen wir dringend etwas tun und so schnell wie möglich in den Wettbewerb gehen“, so Lembcke, der die Meisterschaftsrunde noch nicht abgeschrieben hat: „Auch wenn es natürlich immer knapper wird, so würden momentan noch genug Wochenenden zur Verfügung stehen, um die Saison zu absolvieren.“

Sebastiano La Pillo trainiert MBC Kierspe

Ob sich das tatsächlich realisieren lässt, liegt natürlich an der Pandemie-Entwicklung und den daraufhin von der Politik vorgegebenen Öffnungsschritten. Gerüstet wäre der MBC jedenfalls, denn in der Winterpause hat der Verein auch die Trainerfrage geklärt: Mit Sebastiano La Pillo hat ein langjähriger früherer Spieler die Nachfolge von Lothar Grabs angetreten, der im vergangenen Herbst seinen Posten als Übungsleiter der Blauen zur Verfügung gestellt hatte.

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