Eishockey

Erster Matchball für die Roosters

Brad Tapper, Trainer Iserlohn Roosters
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Verspürt keinen Druck: Roosters-Coach Brad Tapper.

Den Iserlohn Roosters winkt der größte Erfolg ihrer Vereinsgeschichte: Das Playoff-Halbfinale ist zum Greifen nah.

Iserlohn – Müde, abgekämpft und doch mit diesem besonderen Lächeln in den Gesichtern präsentierte sich die Mannschaft der Iserlohn Roosters nach der Rückkehr vom ersten DEL-Playoff-Viertelfinalmatch bei den Eisbären Berlin. Am Mittwochmorgen um 6 Uhr bog der Mannschaftsbus auf den Parkplatz der heimischen Eissporthalle ein, und schon um 11 Uhr waren die Spieler wieder am Seilersee, um auszulaufen, zu regenerieren oder ein paar Minuten aufs Eis zu gehen. Heute um 19.30 Uhr gilt es: Dann beginnt das zweite Duell mit den Hauptstädtern.

„Wir versuchen alles, um es den Jungs so angenehm und einfach zu machen wie möglich – sie haben es sich wirklich verdient“, sagt Manager Christian Hommel, der vom möglichen größten Erfolg in der Klubgeschichte aber gar nichts hören will: „Der Weg dorthin ist noch so unglaublich anstrengend und herausfordernd. Ich möchte dazu eigentlich gar nichts sagen. Wir haben vorgelegt, sicherlich einen großen Schritt gemacht, bekanntlich aber ist es immer die allergrößte Herausforderung, eine Serie auch zuzumachen.“

Schon in der Nacht auf Mittwoch haben die Trainer auf der Rückfahrt die Berlin-Partie durchleuchtet und ihre Gedanken ausgetauscht. „Es braucht mehr Disziplin, es braucht mehr smarte Plays, es braucht mindestens die gleiche Arbeitseinstellung und vielleicht auch ein bisschen Glück“, unterstreicht Cheftrainer Brad Tapper. Er ist stolz auf seine Mannschaft. Allerdings ist Tapper nicht der Typ, der über sich selbst und seinen Anteil an einem Erfolg spricht, der von großer Leidenschaft, einer herausragenden taktischen Grundidee, Ruhe und Selbstbewusstsein geprägt war.

Zusammenhalt als großes Plus

Das tut stattdessen ein anderer: „Ich will nicht sagen, dass wir solche Grundvorstellungen nicht auch schon vorher an die Mannschaft weitergegeben haben“, sagt Christian Hommel, „seitdem Brad Tapper aber als Trainer das Sagen hat, schafft er es, dem Team die taktischen Details so auf den Weg mitzugeben, dass alle sie hervorragend umsetzen und jeder den Job macht, den wir uns erwünschen.“

Die Frage, warum die Mannschaft in diesen Tagen so viel Charakter und Cleverness aufs Eis bringt, ist relativ einfach beantwortet: Es ist der Zusammenhalt in der Kabine. „Unabhängig davon, ob wir uns persönlich zu schätzen wissen – was wir tun –, ist der zentrale Aspekt, dass wir alle unsere Rollen akzeptieren, dass jeder bereit ist für den anderen alles zu tun, dass jeder mit noch so großen Schmerzen wieder und wieder aufs Eis geht, um diesen Traum vom Erreichen des Halbfinales weiter leben zu lassen“, erklärt Brent Aubin, Schütze des entscheidenden Tores am Dienstagabend.

Mehr kann man nicht verlangen. Das weiß auch Brad Tapper und unterstreicht, was sein Top-Stürmer gesagt hat: „Wenn eine Mannschaft so eng miteinander verbunden ist, kann das Berge versetzen. Weil jeder alles für den anderen tut. Diesen Status erreicht man nicht mit jedem Team. Dieses Gefühl hat Jason O’Leary am ersten Tag implementiert, und wir sehen heute das Ergebnis.“

Fakt ist: Trotz der großen Chance, den Nord-Ersten aus dem Playoff-Rennen zu werfen, gibt es am Seilersee keinen Druck. „Warum sollten wir Druck haben?“, fragt Tapper. Denn: „Wir haben schon so viel erreicht. Ich habe den Jungs vor dem ersten Match der Serie gesagt, sie sollen einfach Spaß haben, und ich werde ihnen das am Donnerstag genauso auf den Weg mitgeben. Wir alle machen den Sport auch wegen des Spaßes – und wenn wir den jetzt nicht haben, wann dann?“

Heute werden den Roosters exakt die Spieler zur Verfügung stehen, die in der Mercedes-Benz-Arena auf dem Eis gestanden haben. Diese werden in den bis zum ersten Bully verbleibenden Stunden versuchen, die Akkus weitestmöglich aufzuladen – damit der Traum weiterlebt.

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