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Die Ausreden der Fußballer: Wenn die Partnerin Eisprung hat...

Whatsapp-Bild über Fußball-Ausreden
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Nachgestellter Whatsapp-Austausch zwischen Trainer und Spieler: Abenteuerliche Ausreden fürs Training sind keine Seltenheit...

Im Moment wünschen sich auch die Fußballer nichts sehnlicher, als wieder zu trainieren. Aber wie sah es vor dem Lockdown aus? Um Ausreden fürs Training waren sie da nicht verlegen. Die kuriosesten Beispiele...

Kreisgebiet – Rien ne va plus – im Amateursport geht seit Anfang November praktisch nichts mehr. Die erneute Corona-Zwangspause wird lang und länger. Wann es wieder zurück in die Sporthallen oder auf die Plätze gehen wird, es ist ungewiss. Die Sehnsucht der Sportler, wieder ihrem Hobby nachgehen zu können, wird mit jedem Lockdown-Tag größer. Training oder Spiel mit den Teamkollegen wird schmerzlich vermisst, das anschließende Bierchen beim Klönen und Zusammensitzen im Kabinentrakt fehlt nicht minder. Endlich wieder mal trainieren können...

Doch es gab auch eine Zeit vor Corona. Eine Zeit, in der das Training gerne mal geschwänzt wurde. Abende, an denen man nach einem harten Arbeitstag, Stress zuhause oder vielleicht auch wegen des Sauerländer Dauerregens schlichtweg keine Lust hatte, die Sporttasche zu packen. Kein Bock aber ist freilich kein gutes Argument beim Trainer.

Klassische Ausreden, die wohl fast alle Übungsleiter schonmal gehört haben, sind der runde Geburtstag der Oma – gerne auch dreimal im Jahr –, ein Ziehen im Oberschenkel, länger arbeiten zu müssen oder das Lernen für die Uni. Doch es gibt auch die richtig kreativen wie kuriosen Ausreden, wie eine Umfrage unter heimischen Fußballtrainern zeigt. Fakt ist: An Einfallsreichtum mangelt es den heimischen Balltretern nicht. Unsere gesammelten Favoriten:

Die Ausreden der Fußballer: Wenn die Partnerin Eisprung hat...

Der Eisprung: Dass Fußballer gerne mal an Trainingsabenden noch private Verpflichtungen haben, ist für viele Übungsleiter wahrlich nichts Neues. Der Inhalt folgender Whatsapp von einem A-Liga-Kicker an seinen Coach war dann aber doch überraschend: „Hey Coach! Sorry. Du weißt doch, wie sehnlich wir uns Nachwuchs wünschen. Wie ich gerade erfahren habe, hat meine Frau gerade ihren Eisprung. Würde echt gerne trainieren. Doch ich hoffe du hast Verständnis für meine Situation. Aber kann Sonntag spielen Coach, oder?“ Der Trainer hatte übrigens vollstes Verständnis: „Und es hat bei denen auch geklappt mit der Schwangerschaft.“ Daumen hoch!

Die Schildkröte, der hustende Fisch und der kastrierte Hund

Die Schildkröte: „Das ist kein Scherz“, sagt Mirco Glörfeld. Der Spielertrainer des C-Kreisligisten FC Altena 69 erinnert sich an eine tierische Ausrede, die ihn von einem ehemaligen Spieler per Whatsapp erreichte. „Trainer, ich kann nicht zum Spiel kommen“, war dort zu lesen, „meine Schildkröte hat heute runden Geburtstag.“ Ende der Nachricht. „Ich habe wirklich schon ein paar Kracher erlebt“, sagt Glörfeld, „aber der Geburtstag der Schildkröte war einer der größten Knaller. Und der meinte das auch noch so.“

Später hatte der Fisch dann auch noch einen Kreuzbandriss. Es gibt kein Treffen mit Serkan Demir, in dem wir uns nicht gerne an diese Ausreden erinnern...

Bayram Celik (Trainer Rot-Weiß Lüdenscheid)

Wenn der Fisch hustet: Es gibt allerdings auch tierische Ausreden, die vielleicht doch nicht so ernst gemeint sind. „Ich habe schon viele kuriose Ausreden gehört, aber die beste hat mir in meiner Zeit beim RSV Meinerzhagen Serkan Demir aufgetischt“, sagt der Trainer der Landesliga-Fußballer von Rot-Weiß Lüdenscheid, Bayram Celik, „er schrieb mir: Trainer, ich kann heute nicht zum Training kommen, weil mein Fisch krank ist. Ich muss mit ihm zum Arzt, er hat Husten...“ Celik ergänzt: „Später hatte der Fisch dann auch noch einen Kreuzbandriss. Es gibt kein Treffen mit Serkan Demir, in dem wir uns nicht gerne an diese Ausreden erinnern...“

Die frühe Absage: Fitim Zejnullahu, Ex-Trainer von VfB Altena, SpVgg Nachrodt und FSV Werdohl, muss heute noch darüber lachen, wenn er über einen ganz besonderen Anruf eines ehemaligen Kickers spricht. „Er hat mich morgens um kurz vor 6 Uhr aus einer Disco – jedenfalls war im Hintergrund extrem laute Musik – angerufen und sich für das Spiel abgemeldet. Als ich dann nachfragte, ob er wüsste, wie viel Uhr es ist, meinte er: ‘Du hast doch immer gesagt, wir sollen uns so früh wie möglich bei dir abmelden.’“

Lieblingsessen wichtiger als Kalorien-Verbrennen

Der Klassiker: Sven Richter, Trainer des LTV 61 in der Kreisliga A, fällt bei den vielen Ausreden, die er schon gehört hat, der „Klassiker“ ein. „Trainingsstart um 20.15 Uhr“, sagt er, „das Training beginnt, wir schauen in die Liste, ob alle da sind – es fällt einer auf, der eigentlich kommen wollte. Um 20.45 Uhr denken wir: Vielleicht Berufsverkehr. Und um 21 Uhr kommt die Nachricht: Coach, habe heute länger arbeiten müssen, mich dann kurz auf die Couch gesetzt und bin eingeschlafen. Donnerstag bin ich aber wieder dabei...“

Der kastrierte Hund: Es ist schon eine Weile her, doch die im wahrsten Sinne tierische Ausrede eines Spielers ist Janni Giontas, Trainer des TuS Stöcken-Dahlerbrück, noch bestens präsent. „Es ist mal ein Spieler mit der Begründung zu mir gekommen, dass er nicht zum Training kommen könne, weil sein Hund morgens kastriert worden sei. Den könne er nicht alleine lassen, weil er sonst ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Hund hätte – das ist mal ‘ne Ausrede...“

Das Lieblingsessen: Und gleich noch einmal der TuS Stöcken, diesmal aber mit einer kulinarisch-familiären Trainingsabsage, wie Janni Giontas berichtet: „Ich hatte mal einen Spieler, der mir für das Training abgesagt hat. Er könne nicht trainieren, weil seine Mutter sein Lieblingsessen gekocht hatte. Das wäre so reichlich gewesen, dass er danach nicht mehr trainieren könnte. Er müsste sich sonst bestimmt übergeben und das wäre doch zu schade. Es war schließlich sein Lieblingsessen...“

„Herr Kere, hier ist die Mama von...“

Die besorgte Mama: „Hammerhart“, sagt David Kerefidis, Trainer des TuS Linscheid-Heedfeld, über die Nummer eins in seiner „Ausreden-Hitliste“. „Aber schwärze bitte den Namen des Spielers“, bittet „Kere“ uns – machen wir doch gerne. Hier der Whatsapp-Wortlaut: „Hallo, Herr Kere! Hier ist die Mama von xxxxxxxxx. Er kann heute nicht kommen, weil er krank ist und ich nicht will, dass er im Regen trainiert. Liebe Grüße.“

Mit besorgten Müttern hat auch Fitim Zejnullahu seine Erfahrung gemacht. „Ein Spieler hat mir mal geschrieben, dass er nicht zum Platz komme. Seine Begründung war auch für mich neu: ‘Meine Mama lässt mich nicht zum Training’. Der Spieler ist ein erwachsener Mann...“

‚Trainer, ich kann nicht zum Training kommen, da ich einem Mitspieler beim Umzug helfen muss‘ - so weit, so gut. Aber der Mitspieler, dem er beim Umzug hilft, war zum Training da...

Abi Ouhbi (Trainer TuS Neuenrade)

Das Feierbiest: Familienfeiern sind ein allseits beliebter Anlass, schon einmal ein Training oder ein Spiel sausen zu lassen. Aber einfach mal einen Geburtstag an einem Meisterschaftsspieltag vorfeiern, das gibt’s nicht alle Tage. Noch einmal der Blick auf das Mobiltelefon von Linscheids David Kerefidis: „Hi, Kere! Ich habe am Montag Geburtstag und Mama hat die Familie Sonntag eingeladen. Wäre das ok, wenn ich dann morgen bei der 2. Mannschaft spiele? Dann wäre ich nachmittags zu Hause, wenn die kommen.“

Die Messe: Als der Arnsberger A-Ligist SV Affeln an einem Sonntag bei einem Hallenturnier antrat, erschien ein Spieler deutlich zu spät. „Entschuldigung, aber die Messe hat sich verschoben“, ließ er Trainer und Teamkollegen wissen. Es war eine ganz besondere Messe, eine heilige noch dazu: Der junge Akteur ist Messdiener...

Movie-Park statt Hochzeit in den Niederlanden

Dumm gelaufen...: Bei einem Abschlusstraining teilte ein Spieler Domenico Musella, Trainer des Bezirksligisten TuS Plettenberg, mit, dass er beim Spiel am Sonntag fehlen werde. Begründung: Einladung zu einer Hochzeit in den Niederlanden. Der Spieler war auch sonntags nicht beim Spiel dabei. In den Niederlanden aber war er auch nicht, wie Musella später auf Facebook sehen durfte: Der Spieler hatte einen schönen Tag im Movie Park in Bottrop-Kirchhellen verbracht...

Abi Ouhbi, Trainer des Bezirksligisten Neuenrade, hat auch schon so manche kreative Ausrede gehört. Eine ist ihm in besonderer Erinnerung geblieben. „Trainer, ich kann nicht zum Training kommen, da ich einem Mitspieler beim Umzug helfen muss“, wurde Ouhbi mitgeteilt. „So weit, so gut. Aber der Mitspieler, dem er beim Umzug hilft, war zum Training da“, so Ouhbi.

Die Impfung: Geimpft wurde schon vor der Pandemie. Das weiß auch Trainer Cesare Deleo aus Neuenrade, der folgende Nachricht eines Spielers erhielt: „Ce, bin heute raus, weil ich die Tetanus-Impfung bekommen habe.“ Eine Nachricht, wie sie nach dem Sport-Lockdown vielleicht ja auch andere Coaches noch erreichen wird. Dann aber wohl eher wegen der Impfung gegen Sars-CoV-2...

Wenn der Spieler mit Schüttelfrost zwei Tore vorbereitet

Das Potpourri: Wenn Matthias Thielicke, Trainer des A-Kreisligisten SC Lüdenscheid, über kuriose Ausreden nachdenkt, dann fällt ihm so manche Geschichte ein, die kurios anmutet. Er erinnert sich an den Spieler, der über Wochen stets fünf Minuten nach Trainingsbeginn (20.15 Uhr) Whatsapp-Absagen aus verschiedensten Gründen (Zahnarzt, Einkauf, Wohnung streichen) absagte. An den Spieler, der aufgrund einer Schürfwunde sonntags nicht spielen wollte, und an jenen, der samstags „Bettsport“ mit seiner Freundin betrieben hatte und deshalb passen musste.

Und noch ein besonderes Anekdötchen von dem Kicker, der sonntags um 6.30 Uhr absagte wegen Fieber und Schüttelfrost. Nach einem Whatsapp-Austausch stand fest, dass damit nur zehn Spieler für die 13-Uhr-Partie zur Verfügung stehen würden. In Großbuchstaben stellte sich der Fiebernde in der Whatsapp-Gruppe dann doch zur Verfügung – kam fieberfrei, ackerte 90 Minuten, bereitete zwei Tore vor. Als er sich in der Folgewoche wieder um 7 Uhr abmeldete („Jetzt aber wirklich Schüttelfrost...“) glaubte ihm Thielicke nicht – und traf ihn tatsächlich bechernd in dessen Stammkneipe an... LS/yri/TM

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