Tchoukball

Viele positive Erlebnisse im Gepäck

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Die deutsche Nationalmannschaft um Spielertrainer Julian Clever (rechts) vom TuS Oeckinghausen bei der Eröffnungszeremonie. Am Ende des WM-Turniers stand ein starker siebter Platz für die deutsche Auswahl.

Kreisgebiet – Die Reise zur Weltmeisterschaft nach Malaysia hat sich für die deutsche Tchoukball-Nationalmannschaft gelohnt. Am Ende der Titelkämpfe, für die sich die Tchoukballer dank des vierten Platzes bei der Europameisterschaft in Italien qualifiziert hatten, stand ein starker siebter Rang. Mit Spielertrainer Julian Clever, Robin Schnippering sowie Jonas und Niklas Winkhaus waren vier Spieler des TuS Oeckinghausen dabei und bildeten somit das Gros des achtköpfigen Kaders.

Insgesamt 20 Nationen nahmen an dem Turnier teil. Zu Malaysia als Ausrichter gesellten sich Singapur, Taiwan, Brasilien, Kamerun, Frankreich, Großbritannien, Hong Kong, Italien, Macau, Philippinen, Schweiz, Thailand, Uruguay, Vietnam, Argentinien, Indien, Pakistan, Tunesien und Deutschland. Bei der Eröffnungszeremonie zogen die Teams wie bei den Olympischen Spielen mit Fahne und Schild in die Sporthalle ein. Es gab eine malaiische Tanzvorführung in nationaler Tracht, Ansprachen von Offiziellen des Internationalen Tchoukball-Verbandes (FITB), des ausrichtenden Verbandes und eines Regierungsvertreters sowie einen Gruppentanz von 350 Malaien.

An Tag eins der Tchoukball-Weltmeisterschaft gewann die deutsche Nationalmannschaft die ersten zwei Vorrundenspiele souverän. Das erste Spiel gegen Brasilien ging 65:39 aus. Das zweite Spiel gegen die Philippinen war wesentlich enger, am Ende stand aber ein 55:50-Triumph für die deutschen Tchoukballer. Mit diesen beiden Siegen sicherte sich Deutschland bereits den Einzug ins Viertelfinale. Aufgrund dieser Tatsache schonte sich die deutsche Auswahl und verlor das dritte Gruppenspiel am Folgetag gegen Italien mit 37:67. Im Viertelfinale trat die deutsche Mannschaft gegen Macau an.

Aus Gegnern werden Freunde

In dieser Begegnung spielten die Akteure um Kapitän Julian Clever am Limit, die starke Leistung des Teams reichte dennoch nicht zum Weiterkommen – am Ende hieß es 68:55 für das asiatische Team. In den Platzierungsspielen zog Deutschland gegen die Schweiz den Kürzeren (53:67), sodass es am Finaltag um den siebten Platz ging. Die schönsten Szenen spielten sich jedoch abseits des Geschehens auf dem Hallenboden ab. Im Halbfinale zwischen Italien und Singapur gab es auf der Tribüne ein „vereintes Europa“. Italien, Schweiz, Deutschland und auch die aufgrund ihrer offenen und herzlichen Art als Publikumslieblinge gefeierten Kameruner feuerten das italienische Team gemeinsam an und trugen es zum Sieg und somit ins Finale, indem die Südeuropäer Taiwan unterlagen. Am Sonntagmorgen standen sich Großbritannien und Deutschland im Spiel um den siebten Rang gegenüber. Neben den vier deutschen TuS-Akteuren war mit Stuart Blakemore auf der Seite von Großbritannien ein Spieler mit von der Partie, der ebenfalls die TuS-Vereinsfarben vertritt.

Die deutsche Mannschaft führte fast während des ganzen Spiels klar und gewann am Ende mit 57:47. Damit belegte Deutschland den siebten Platz und verzeichnete sein bestes Ergebnis seit der ersten Austragung der Tchoukball-WM. Doch nicht nur sportlich war die Reise nach Asien ein voller Erfolg und ein tolles Erlebnis. Vor den Spielen tauschten die Nationen kleine Präsente. Nach dem Spiel gaben sich alle Spieler und Schiedsrichter die Hand, und die asiatischen Teams bedankten sich noch zusätzlich beim gegnerischen Team und dem Schiedsrichtergespann mit einer Verbeugung. Fair Play wird stets groß geschrieben und auch wirklich vorgelebt. „Es war eine tolle Erfahrung, die Stimmung in der Halle war wirklich grandios und wir haben viele neue Freundschaften geschlossen“, fasste Andrea Reich, die als Betreuerin mit vor Ort war und gemeinsam mit dem 1. Vorsitzenden des TuS Oeckinghausen, Thomas Langescheid, noch zur Junioren-WM weiterreist, die Eindrücke des Turniers passend zusammen.

Regelkunde Tchoukball

Zwei Mannschaften spielen mit jeweils sieben Akteuren gegeneinander. Das Spielfeld hat etwa die Größe eines Basketballfeldes. An beiden Seiten des Spielfelds steht ein Frame (Rahmen mit gespanntem Netz). Vor dem Frame ist jeweils eine Sperrzone (Radius drei Meter). Um einen Punkt zu erzielen, wirft die angreifende Mannschaft auf das Netz. Wenn der Ball, ähnlich der Größe eines Handballs, im Feld landet, hat die Mannschaft einen Punkt erzielt. Die verteidigende Mannschaft versucht zu verhindern, dass der Ball nach dem Wurf auf das Netz den Boden berührt. Besonderheit: Jede Mannschaft kann auf beide Netze spielen, es gibt keine Seitenzuordnung.

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