Deutschland-Cup DTB-Dance

"Between" durchs Emotionstal zu Silber

Emotional geschafft, aber glücklich: Die Formation "Between" landete beim Deutschland-Cup auf dem Silberrang.

Witten - Aufs Finale hatte die Formation "Between" des TuS Meinerzhagen beim Deutschland-Cup DTB-Dance in Witten gehofft, doch das Ziel wurde übererfüllt. Am Ende stand der zweite Platz auf Westfalenebene für das Team aus dem oberen Volmetal. Der größte Erfolg in der Erfolgsgeschichte der Formation.

Tanzen ist Ästhetik, Kreativität, Technik, natürlich Rhythmusgefühl und nicht selten Lebensfreude. Der Moment aber, in dem die adrett gekleideten Wertungsrichter über all dies zu urteilen haben, in dem sie die Spreu vom Weizen trennen, in diesem Moment ist Tanzen Emotion am Limit – maximale Anspannung für die Tänzerinnen und Trainer.

So kam es, dass die Tänzerinnen der Meinerzhagener Formation „Between“ am Samstag in der Husemannhalle in Witten erst einmal durch ein tiefes Emotionstal mussten, ehe dann am Ende am Sonntag alle Dämme brechen durften. Am Samstagmittag nach der Vorrunde hatte Trainerin Sinja Lipsewers bereits Tränen in den Augen ihrer Schützlinge ausgemacht. „Der Durchgang in der Vorrunde war nicht gut“, sagt Lipsewers, die gemeinsam mit ihrer Mutter Silke Kruska und ihrer Schwester Annika die Formation trainiert, nüchtern und ohne Umschweife, „wir hatten zweimal grobe Patzer bei der Synchronität.“ 

Lipsewers, aber auch ihre Tänzerinnen wussten: Die „Between“ kann das viel besser, aber die Nervosität auf der nationalen Bühne, sie hatte dem Westfalenmeister einen Streich gespielt. So kam der Moment, in dem die Kampfrichter ihr erstes Urteil abgeben mussten. Verlesen wurden zunächst die Formationen, die den Sprung und in die Zwischenrunde geschafft hatten. „Auf die Zwischenrunde haben wir irgendwie gehofft“, sagt Lipsewers. Doch dann wurden viele Formationen aufgerufen, die „Between“ aber war nicht dabei. Hier und da brach sich ein Tränchen Bahn. Das Aus nach der Vorrunde, ging es den Mädchen durch die Köpfe, was für eine Enttäuschung. Die Vorstellungskraft reichte nicht aus, sich selbst in den „Top 4“ zu sehen, also bei jenen vier Formationen, die ohne Zwischenrunde den Sprung ins Finale geschafft haben. Doch dann wurden eben diese Formationen vorgelesen – und der TuS war dabei. Erleichterung, Freude – es sollte weiter gehen. 

Am Sonntagmorgen also auf ein Neues. „Die Nervosität war immer noch da“, sagt Lipsewers, „wir waren ja die einzigen Westfalen überhaupt im Finale…“ Doch der Durchgang war, wenn schon nicht perfekt, so doch deutlich besser als der am Samstag. Also feierten die Zuschauer aus Westfalen das Thema aus dem Horror-Genre „Where have all the children gone?“. Diesmal kochten die Emotionen über. Nur die Formation „Fleur“ der SG Sandbach lag vor der „Between“. „Verdient“, sagt Lipsewers über das Hessenteam, „sie waren technisch sehr gefestigt, haben ihr Winterthema ganz exakt getanzt.“ 14,4 Punkte standen für „Fleur“ zu Buche, 13,433 für die „Between“, auf dem geteilten dritten Rang folgten mit 13,300 Punkten „Ensayo“ von der DJK Mainaschaff und „Dancing Sox“ von Turbine Frankenberg. Die sehr stark besetzte 18+-Klasse gewann die Formation „ASS“ vom TuS Ellern, die 30+-Klasse „Imago“ von der SG Ueberau. 

Für die „Between“ war Silber unter den 16 Teams in Witten nach Rang acht im Vorjahr in Berlin die Krönung einer Topsaison. Silber beim Deutschland-Cup DTB-Dance, wenn man so möchte Deutscher Vizemeister der Jugend-Formationen des DTB im Tanzen. Viel mehr als erwartet. Viel mehr geht nicht. „In der B-Note haben wir noch Luft nach oben, aber insgesamt hat sich das Team schon toll entwickelt, tanzt auf einem hohen Niveau“, sagt Sinja Lipsewers. Das Abschneiden hat ihr indes auch recht gegeben, was die Auswahl der Choreografie angeht. Das eher düstere Thema schien ein Wagnis zu sein – doch das Wagnis hat sich gelohnt. Das Abschneiden in der A-Note spricht für sich. Das Thema soll nun gefestigt und verfeinert werden und dann im nächsten Jahr in der Gymnastik & Tanz-Sparte eingesetzt werden für die Tanzdarbietung. Die „Between“ hat ein Ziel erreicht, das sie sich so konkret gar nicht gesteckt hatte, aber in der Zukunft soll es noch viele neue reizvolle Ziele geben. Und ebensoviele besondere Momente, so emotional wie jene vom Wochenende in der Husemannhalle.

Nächstes Highlight wartet in Sersheim

Fenja Dehlen, Karina Dick, Vanessa Koch, Alissa Pravata und Jacqueline Schwesinger standen am Wochenende für die Jugend-Formation „Between“ auf der Fläche und holten die Silbermedaille. Nach dem achten Platz 2017 im Rahmen des Deutschen Turnfestes in Berlin machte diese Besetzung den größten Erfolg der „Between“ möglich. In zwei Wochen in Sersheim geht es für „Between“ weiter, dann allerdings bei den Deutschen Meisterschaften des Wettbewerbs Gymnastik & Tanz, und zwar in der 18+-Klasse. Durch die neue Altersstruktur in der Gymnastik & Tanz-Sparte hatte der TuS Meinerzhagen aus der Not eine Tugend und aus dem Erfolgsteam des Vorjahres zwei gemacht… In Sersheim werden mit Vanessa Koch und Jacqueline Schwesinger zwei Tänzerinnen des Jugendteams dabei sein.

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