Über Alsfeld gelingt der Sprung nach Einbeck

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Ziel erreicht: Claudia Raczek vom Schalksmühler TV, hier am Stufenbarren, schaffte bei den Hessischen Mehrkampf-Meisterschaften in Alsfeld die Qualifikation für die nationalen Titelkämpfe im September in Einbeck/Niedersachsen.

Alsfeld - Claudia Raczek komplettiert das nun dreiköpfige Aufgebot des Schalksmühler TV bei den Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften am 21. September in Einbeck (Niedersachsen). Am Wochenende sicherte sich die STV-Verbandsliga-Turnerin über einen 200-Kilometer-Umweg im hessischen Alsfeld nachträglich die Qualifikation für die nationalen Titelkämpfe im Deutschen Sechskampf der Altersklasse W16/17.

Von Thomas Machatzke

„Das hat sie sich redlich verdient“, freute sich Cheftrainer Jochen Gerlach mit seinem ehrgeizigen Schützling. Bei den Rheinisch-Westfälischen Mehrkampf-Meisterschaften vor drei Wochen in Bergisch Gladbach hatten bereits Selma Zornic als Landesmeisterin der W14/15 und Sarah Wuntke (W12/13) die Tickets nach Einbeck gebucht. Raczek war bei den Titelkämpfen in NRW Vierte geworden und hatte die Qualifikation um denkbar knappe 0,42 Punkte verpasst.

Damit aber wollte sie sich nicht zufrieden geben. Während das Turn-Talent weiter hart trainierte, zusätzliche Einheiten auf dem Sportplatz einlegte, suchte Jochen Gerlach einen möglichen Wettkampf heraus: die Hessischen Mehrkampf-Meisterschaft in Alsfeld.

Am Barren begann der Wettkampf in Alsfeld für die junge Schalksmühlerin. Für eine solide-gute Übung erhielt Raczek nur 11,9 Punkte – 0,6 Zähler weniger als in Bergisch Gladbach. „Das Kampfgericht war streng – allerdings bei allen Turnerinnen“, sagte Gerlach. Mit einer guten Bodenübung machte Raczek 0,35 Punkte gegenüber Bergisch Gladbach gut (12,9 Punkte). Am Sprung stand sie den schwierigeren zweiten Versuch nicht – so gab es hier „nur“ 12,0 Punkte, vor drei Wochen waren es 12,1 Punkte gewesen.

Starker Kugelstoß, sehr guter Sprint

Nach dem Turnen hatte sich Raczek somit nicht verbessert, umso größer war der Druck in den leichtathletischen Disziplinen. Und da ging es direkt mit einem Paukenschlag los. Im Kugelstoßen verbesserte sich die STV-Wettkämpferin direkt im ersten Versuch um einen halben Meter auf 7,77 Meter. Nun stimmte der Kurs wieder. Im Weitsprung egalisierte sie im ersten Durchgang mit einer Weite von 4,66 Meter fast ihr NRW-Ergebnis (4,69). Damit war klar: Im abschließenden 100-Meter-Lauf war alles möglich – die Qualifikation, aber auch ein Scheitern. Es hing an jedem Zehntel.

„Es war gut, dass mit Marie Eicker eine erfahrene Mehrkämpferin mit in Alsfeld war“, sagt Gerlach, „sie hat Claudia gerade in der Leichtathletik noch hier und da helfen können.“ Raczek jedenfalls gab richtig Gas und verbesserte sich über die Sprintstrecke von 14,48 Sekunden auf 14,18 Sekunden. Das reichte. 65,37 Punkte im Deutschen Sechskampf standen danach für sie zu Buche – 0,37 Punkte über der Norm, 0,79 Punkte mehr als in Bergisch Gladbach. Bei den Hessischen Meisterschaft belegte sie so außer Konkurrenz den vierten Rang. Das allerdings war nebensächlich. Ihr großes Ziel Einbeck hatte Raczek über den Umweg Alsfeld ganz knapp erreicht.

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