Es geht nicht nur ums Prestige

Vor einem halben Jahr bejubelte der Kiersper SC in Meinerzhagen einen 3:0-Sieg. Hier freut sich Kapitän Sascha Jonen (links) mit Lasse Hüttebreucker über dessen Führungstreffer zum 1:0.

KIERSPE - Vorhang auf zum zweiten Volme-Derby der Fußball-Bezirksliga-Saison 2013/14: Am Sonntag ab 15 Uhr empfängt der Kiersper SC den RSV Meinerzhagen. Die Situation der Lokalrivalen ist zwar höchst gegensätzlich – die Platzherren spielen um den Auf-, die Gäste gegen den Abstieg –, doch gerade deshalb geht es im Nachbarschaftsduell auf dem Felderhof-Kunstrasen um weitaus mehr als allein ums Prestige.

„Ja“, pflichtet Bayram Celik bei, „ich denke, beide Mannschaften stehen gleichermaßen unter Druck.“ Die Favoritenrolle sieht der RSV-Trainer zwar beim Tabellenzweiten aus Kierspe, verspricht aber: „Wir werden es dem KSC nicht einfach machen.“ Worte, die die Anhänger der Blau-Weißen gern hören dürften, denn im ersten Derby dieser Spielzeit Anfang September 2013 enttäuschte ihr Team sie praktisch auf ganzer Linie: An der Oststraße kam der Kiersper SC zu einem hochverdienten 3:0-Sieg. „Ähnliches würde ich mir natürlich auch für Sonntag wünschen“, erklärt KSC-Coach Sven Krahmer vor dem neuerlichen Aufeinandertreffen, geht aber nicht von einem derart klaren Erfolg wie vor einem halben Jahr aus: „Ein Derby ist immer eine eigene Sache.“

Doch Lokalderby hin, Prestigeduell her – zum Siegen sind die Gastgeber ohnehin verdammt. Erst recht seit dem 2:2-Unentschieden in Gerlingen, durch das sich der Rückstand auf Spitzenreiter SV Attendorn auf vier Punkte vergrößert hat. Das wiederum bedeutet, dass es die Kiersper nun nicht mehr selbst in der Hand haben, an die Tabellenspitze zurückzukehren: Einen „Dreier“ des KSC im direkten Duell mit den Hansestädtern vorausgesetzt, müssten letztere darüber hinaus zumindest ein Mal mehr Federn lassen als die Kicker vom Felderhof. Auch wenn die Aufarbeitung des Gerlingen-Spiels unter einer nicht gerade optimalen Trainingsbeteiligung in der Karnevalswoche litt, setzt Sven Krahmer darauf, „dass die Truppe ganz einfach viel besser spielen kann als vor zwei Wochen“. Den diesbezüglichen Nachweis lieferte sie nur zwei Tage später in Form eines 2:0-Testspielsiegs gegen den Landesligisten SpVg Olpe ja auch höchstselbst, doch einmal mehr mahnt Krahmer volle Konzentration auch gegen vermeintlich schwächere Gegner an: „Mit einer Einstellung wie in Gerlingen wird für uns am Sonntag nichts zu holen sein!“

Im Lager des RSV Meinerzhagen legt Bayram Celik seiner Mannschaft derweil ans Herz: „Wir müssen im Mittelfeld kompakt stehen, denn dass wir schon so viele Gegentore kassiert haben, liegt auf keinen Fall allein an unserer Abwehr.“ Gestützt auf eine geordnete Defensive, dürften die Gäste dann auf Konter über ihre schnellen Flügelspieler lauern, was ihnen am Ende einen oder gar drei „Bonuszähler“ im Kampf um den Klassenerhalt bescheren soll.

Zum Personal: Beim KSC kehren Tom Hoffmann und Müjdat Aktas in den Kader zurück, doch Dennis Strongface (Schienbeinprellung) fällt weiter aus und Timo Eicks Einsatz ist wegen einer schweren Bänderdehnung zumindest fraglich. Dagegen stehen beim RSV alle Akteure zur Verfügung – auch die beim jüngsten 3:2-Sieg gegen den SC Lüdenscheid fehlenden Tim Odzewalski und Apostolos Aslanidis. - Von Thomas Busch

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