Fußball-Oberliga

Langsam und zweikampfschwach

Richard Dissing
+
Sein Oberliga-Debüt hatte sich Richard Dissing (rechts) sicherlich anders vorgestellt, auch wenn der Neuzugang in Sprockhövel noch zu den besseren RSVern zählte.

Der RSV Meinerzhagen kommt im Auswärtsspiel bei der TSG Sprockhövel böse unter die Räder.

Sprockhövel – Am Sonntag jährte sich der größte Tag in der Historie des RSV Meinerzhagen zum ersten Mal: Am 12. September 2020 hatte der Oberligist in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals gegen die SpVgg Greuther Fürth gespielt und den damaligen Zweit- und jetzigen Erstligisten in die Verlängerung gezwungen. Dort hatten die Amateure aus dem Sauerland dann die Kräfte verlassen und sich die Profis aus Franken eine Spur zu deutlich mit 6:1 durchgesetzt. Exakt ein Jahr später erinnerte an jenen denkwürdigen Tag nur noch zweierlei – das Fan-Trikot mit dem DFB-Pokal-Patch, das der Vater eines RSV-Kickers trug, und das Endergebnis. Denn das Oberliga-Punktspiel bei der TSG Sprockhövel verloren die Meinerzhagener ebenfalls mit 1:6...

Das, was der RSV damals in Fürth bis zur Verlängerung mitnichten gewesen war, war er 365 Tage danach im Ennepe-Ruhr-Kreis: chancenlos. Das lag nicht am Fehlen von Kunkel, Tomasello oder Focher, nicht an der Abwehrformation mit drei Innenverteidigern und nur bedingt an dem guten, aber nicht überragenden Gegner. Es lag daran, dass den Meinerzhagenern (Handlungs-)Schnelligkeit und der unbedingte Wille fehlten. „Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen – und wenn doch, dann haben wir einfach nicht gut genug verteidigt“, lautete die Kurzanalyse von Trainer Mutlu Demir.

0:3-Rückstand nach 15 Minuten

Dessen Mannschaft hätte sich im Prinzip schon nach einer Viertelstunde Spielzeit wieder auf die Heimfahrt machen können. 0:3 lautete da bereits das Resultat aus Sicht der Gäste, die sich besonders bei Bällen in die Tiefe extrem anfällig zeigten. So beim Sprockhöveler Führungstor durch Lewin D’Hone, das Christian Antwi-Adjej mit einem Diagonalpass aus der eigenen Hälfte vorbereitete (11.), und beim 3:0, bei dem Nazzareno Ciccarelli D’Hone in die Gasse schickte (15.). Bei Antwi-Adjejs zwischenzeitlichem 2:0 (13.) schließlich stand der RSV mit einem zu nachlässig geführten Defensivzweikampf und einem verlorenen Laufduell Pate.

Meinerzhagens angedachte Kontertaktik war damit natürlich pulverisiert, und so stellte Coach Demir wieder auf das gewohnte 4-3-3 um. Die Fehler blieben indes dieselben, und bei zwei weiteren Sprockhöveler Vorstößen konnten Julian Jakobs (21.) und Ali Özdemir (41.) erst im allerletzten Moment weiteres Ungemach verhindern. Auf der anderen Seite verpasste Raphael Gräßer nach Til Baumans Flugball einen Torerfolg für die Meinerzhagener (43.).

Eine Diskussion darüber, ob der Anschlusstreffer überhaupt verdient gewesen wäre, kam auch im zweiten Spielabschnitt gar nicht erst auf. Und zwar deshalb nicht, weil schon nach 52 Minuten die Messe endgültig gelesen war. Ausgangspunkt für Ciccarellis 4:0, bei dessen Torabschluss zwei RSV-Verteidiger nur Spalier standen (52.), war ein Eckball für die Meinerzhagener – genauso wie zehn Minuten später beim fünften Treffer durch Max Maron. Ein RSV-Ballverlust am Mittelkreis sorgte schließlich noch dafür, dass Ciccarelli das halbe Dutzend vollmachte (77.), ehe Andreas Spais vier Minuten vor dem Ende wenigstens das Ehrentor gelang.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare