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Achterbahnfahrt zur siebten Niederlage

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Von: Thomas Busch

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Nik Kunkel
Ein Tor der Kategorie „sehenswert“: RSV-Kapitän Nik Kunkel trifft per Flugkopfball zum 1:2-Anschluss. © Thomas Busch

Entsetzte und leere Blicke nach dem Schlusspfiff: In der Nachspielzeit verliert der RSV Meinerzhagen sein Heimspiel gegen den TuS Haltern.

Meinerzhagen – Eine Woche nach der Herbstkirmes in der Volmestadt nahm Fußball-Oberligist RSV Meinerzhagen seine Anhänger am Sonntagnachmittag mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. An deren Ende war dann sowohl den handelnden Personen als auch den Zuschauern übel, denn nach einem wahren Wechselbad unterlagen die Blau-Weißen dem TuS Haltern mit 2:3 (1:2). Die siebte Pleite im achten Anlauf, der RSV versinkt zusehends tiefer im Tabellenkeller.

Die Anfangsdramaturgie an der Oststraße war eine inzwischen altbekannte, die zum leidvollen Standardrepertoire der Meinerzhagener zu werden droht: Der Gegner attackierte früh, der RSV bekam das Flattern und geriet schnell ins Hintertreffen. Allzu sehr zum Torerfolg mühen mussten sich Gäste aus dem Vest dabei nicht: In der elften Minute schaute RSV-Innenverteidiger Bauman nur zu, wie Keller Temmes langen Einwurf per Kopf zum 0:1 verwertete, und sieben Minuten später passte „Außendienstler“ Alajbegovic vor dem eigenen 16-Meter-Raum in die Füße von Scheele, der Elbers das 0:2 auflegte.

Schon 14 Gegentore in den ersten 26 Minuten

„Beide Tore sind zu verteidigen“, befand Meinerzhagens Trainer Mutlu Demir später lapidar. Mindestens genauso alarmierend wie die Entstehung der Halterner Treffer ist die Statistik: 14 der 21 Gegentore, die der RSV in dieser Saison bislang kassiert hat, fielen zwischen der fünften und der 26. Spielminute.

Anzurechnen war den Volmestädtern freilich, dass sie nach dem neuerlichen Auftaktschock nichts unversucht ließen, das Blatt zu wenden. Und nachdem der auf ungewohnter Position im Sturmzentrum aufgebotene Kunkel Gäste-Schlussmann Drobe mit einem Volleyschuss geprüft hatte (21.), fand der Westfalenpokalsieger von 2020 tatsächlich ins Spiel. Auch das Anschlusstor ließ nicht lange auf sich warten: Mit einem Freistoß aus dem Mittelkreis bediente Bauman den rechts durchstartenden Gräßer, dessen Flanke Kunkel sehenswert per Flugkopfball einnetzte (25.).

Der RSV war jetzt dran, aber auch am Sonntag nicht unbedingt vom Glück verfolgt: Sowohl Oh (38.), der schon in der Anfangsphase Pech mit einem Kopfball an die Latte gehabt hatte (4.), als auch Kunkel (43.) zielten ein wenig zu hoch. Nach dem Seitenwechsel setzten sich die Abschlussversäumnisse der Demir-Elf dahingehend fort, dass Kunkel den Pfosten traf (49.), Alajbegovic den Ball aus der Nahdistanz gen Freibad jagte (60.) und Kunkels Lupfer von der Mittellinie knapp übers Tor strich (69.).

Mit der Einwechslung des angeschlagenen und deshalb zunächst geschonten Spais sowie von A-Liga-Goalgetter Aktas setzte der RSV in der Schlussviertelstunde alles auf eine Karte. Weil Ruhani und Pflüger ihr Team bei zwei Halterner Kontern im Spiel hielten, stachen die beiden Joker in der 88. Minute auch: Aktas wurde von zwei Gegenspielern in die Zange genommen, Spais verwandelte den fälligen Elfmeter zum 2:2.

In der letzten Achterbahnkurve wollten die Meinerzhagener nun alles. Doch dieser Schuss ging nach hinten los: In der Nachspielzeit verloren sie tief in der gegnerischen Hälfte den Ball, sahen beim postwendenden Konter schlecht aus und verfielen in Schockstarre, als Elbers zum 2:3-Endstand einschoss.

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