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Immer wenn das Flutlicht brennt...

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Von: Thomas Busch

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RSV Meinerzhagen
So jubeln Pokal-Helden: Teammanager Serkan Kabasakal, Ali Özdemir, Triantafilos Vlachos, Jordi Scherbaum, Siegtorschütze Pascal Neumann, Ziyad Abdellaoui, Mohamed El Gattass und Nik Kunkel (von links) feiern vor der Tribüne. © Thomas Busch

Der RSV Meinerzhagen hat‘s wieder getan - und steht im Westfalenpokal-Viertelfinale!

Meinerzhagen – Immer wenn das Flutlicht brennt, stolpern im Stadion an der Oststraße die Favoriten: Mit 2:1 (1:1) hat Fußball-Westfalenligist RSV Meinerzhagen den Regionalligisten SV Rödinghausen niedergerungen und sich für das Viertelfinale des Westfalenpokals qualifiziert, in dem er nun auf den Oberliga-Neuling Delbrücker SC trifft. Bemerkenswert: Zum nunmehr achten (!) Mal seit 2017 haben die Volmestädter einen klassenhöheren Gegner aus dem Verbandspokalwettbewerb geworfen.

Die Rahmenbedingungen am Mittwochabend waren im Grunde genau jene, die sich der sechstklassige Außenseiter gegen das Viertliga-Spitzenteam nur wünschen konnte. Konkret: Regennasser Kunstrasen, eine Halbzeit lang Daurregen und obendrein ein leicht genervter Gast, der auf der Anfahrt erst einmal im Stau stecken geblieben war, weshalb die Partie mit viertelstündiger Verspätung angepfiffen wurde.

Trotzden hatten zunächst die Rödinghausener die besseren Offensivaktionen, wurden dabei vor allem über die linke und die halblinke Bahn gefährlich. Doch auch weil er Glück hatte, dass Safi Fehrs scharfe Hereingabe nur mit der Fußspitze erwischte und am Tor vorbeispitzelte (12.), überstand der RSV die kritische Anfangsphase unbeschadet. Kurz darauf meldeten sich dann die Meinerzhagener erstmals vor dem gegnerischen Tor; Scherbaums Schuss nach Brocks vorherigem Flügellauf konnte der Regionalliga-Zweite jedoch mit vereinten Kräften blocken.

Brock? Ja, der Kapitän der RSV-Bezirksliga-Reserve war als linker Flügelspieler in die Startelf gerutscht und war auf seiner Seite für die weiten Wege zuständig. Denn anders als in allen bisherigen Meisterschaftsspielen setzte Trainer Demir hinten auf eine Fünferkette mit drei zentralen Verteidigern.

Obwohl der Westfalenligist die Partie nun zunehmend ausgeglichener gestaltete, geriet er nach 26 Minuten in Rückstand – das in seiner Entstehung etwas unglückliche 0:1 im Anschluss an einen vermeintlich bereits geklärten Eckball erzielte Schaub. Der SVR jubelte so, wie es sich für einen Favoriten geziemt – nämlich verhalten. Umso lauter wurde es eine knappe Minute später, als es auf der anderen Seite „klingelte“: Azirar und „Aki“ Tomasello machten im Mittelfeldzentrum den Ball schnell, und der Erstgenannte schloss die sehenswerte Co-Produktion mit dem 1:1-Ausgleich ab.

Was folgte, war das, was im Fußballer-Jargon gern als rassiger Pokal-Fight bezeichnet wird. Ein Klassenunterschied war jetzt nicht mehr zu erkennen, vielmehr war es der RSV, der Oberwasser bekam und den Schwung zweier vielversprechender Angriffe kurz vor der Pause auch in die zweite Halbzeit mitnahm. Und als Verteidiger Neumann in der 65. Minute nach Kunkel-Eckball und Vlachos-Vorarbeit die Kugel mit langem Bein ins Tor bugsierte, nahm die Sensation Gestalt an. Dass den Meinerzhagenern in der Schlussviertelstunde etwas die Körner fehlten, war unverkennbar. Doch die gute Defensive und nicht zuletzt der gegen Sanchez (78.) und Kaba (83.) großartig reagierende Torhüter Wroblewski hielten Rödinghausens Schlussoffensive stand.

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