Boxen

Yildirim kämpft um die DM-Teilnahme

Kerem Yildirim, Boxer aus Meinerzhagen
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Kerem Yildirim darf endlich wieder in den Ring steigen.

Das Warten hat ein Ende: Nach fast eineinhalb Jahren darf Boxer Kerem Yildirim wieder in den Ring steigen.

Meinerzhagen – Auf diesen Tag hat Kerem Yildirim lange gewartet. Seit Mitte Januar 2020 hat der Meinerzhagener Profi-Boxer wegen der Corona-Krise keinen Kampf mehr bestreiten können – doch nun darf der Mittelgewichtler und Rechtausleger endlich wieder in den Ring steigen.

Am Samstag, 5. Juni, trifft der 28-Jährige in Wiesbaden auf Martin Reiße. Und dieser Kampf gegen den 30-jährigen Linksausleger aus Leipzig hat es für Kerem Yildirim in sich. Gewinnt der Volmestädter, qualifiziert er sich damit für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft (Termin und Ort noch offen). Sein lang ersehntes Ziel ist also zum Greifen nah.

Dabei sind Boxkämpfe derzeit aufgrund der Corona-Pandemie noch rar gesät. Doch dank der tatkräftigen Unterstützung seines Promoters Rainer Cossu von „Vi-Co Boxpromotion“ aus Remscheid ist Kerem Yildirim nun für einen Box-Wettbewerb am 5. Juni in Wiesbaden gemeldet. Bei diesem hat natürlich der Schutz vor Corona höchste Priorität. „Es finden nur einige wenige Kämpfe in verschiedenen Gewichtsklassen statt – und alles unter Ausschluss der Öffentlichkeit“, erklärt Kerem Yildirim. „Es sind keine Zuschauer zugelassen, nur die Boxer und ihre Betreuerteams. Und man reist auch jeweils direkt nach seinem Kampf wieder ab.“

Doch auch wenn die Unterstützung von Box-Fans in der hessischen Landeshauptstadt fehlen wird – die Motivation könnte bei dem Meinerzhagener nicht größer sein. „Es geht nur mit ganz viel Disziplin und Geduld“, betont er. Und beides hat der Mittelgewichtler seit Beginn der Pandemie unter Beweis gestellt. Mit hartem Training – natürlich „Corona-konform“ – hat er seinen Fitnesslevel hoch gehalten. Besonders viel habe er draußen trainiert, berichtet Kerem Yildirim. Zudem haben jede Menge „Home-Workouts“ auf dem Programm gestanden – als Alternative zum Hallentraining, das seit Beginn der Pandemie natürlich über lange Zeiträume nicht möglich war.

Seit etwa vier Monaten kann der Sauerländer endlich wieder Einheiten in der Halle absolvieren. Zunächst vier Mal, seit einigen Wochen sogar sechs Mal pro Woche trainiert er in einem Box-Gym in Hennef. Dort kam es auch zur Begegnung mit Kyrill Gerlach: Seit Februar wird Kerem Yildirim nun von seinem neuen russischen Trainer gecoacht. „Kyrill ist ein super Trainer. Er bringt sehr viel Erfahrung mit und betreut auch Ringer und Mixed-Martial-Arts-Kämpfer. Auch zwischenmenschlich verstehen wir uns sehr gut“, freut sich Kerem Yildirim.

Wie der Meinerzhagener erklärt, habe sein neuer Coach das vor allem auf Kraft, Ausdauer, Koordination, Kondition und Schnellkraft abzielende Boxtraining zusätzlich um effiziente Methoden aus dem Ringen erweitert. Diese würden insbesondere Schultern und Oberschenkel stärken. „Ich habe dank seinem Training eine immense Kraft aufbauen können“, berichtet Kerem Yildirim.

Ebenfalls treu zur Seite stehen dem 28-Jährigen auch seine bisherigen Unterstützer. „Ich bin weiterhin in regelmäßigem telefonischen Kontakt mit dem türkischen Box-Nationaltrainer Turgut Dereköylü“, erzählt er. Fest zu Kerem Yildirims Team zählt auch nach wie vor sein Sponsor Dr. Erdal Osmancelebioglu, der in Essen das Ingenieurbüro für Bauplanung und Bauberatung „er-baut“ betreibt. Und mittlerweile hat sich auch ein weiterer Sponsor gefunden: der Physiotherapeut Eduard Birt aus Lüdenscheid. Die regelmäßigen Behandlungen in dessen Praxis gehören ebenfalls zum intensiven Trainingsplan des Meinerzhageners.

Wichtig ist Kerem Yildirim jedoch nicht nur der sportliche Erfolg, sondern auch, ein Vorbild für die Jugend zu sein: „Meine Intention ist es, den Boxsport nicht einfach nur zu betreiben, weil es Spaß macht. Ich will Jugendlichen Mut machen und ihnen aufzeigen, dass man sich im Leben Ziele setzen sollte, und dass es wichtig ist, diese Ziele ohne Zweifel und ohne Ängste anzugehen.“

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