FSV Werdohl übt sich nach erstem Saisonsieg in Demut

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Ab durch die Mitte: Lukas Kessler leitete im Spiel gegen den BSV Menden mit einem sehenswerten Zuspiel auf Onur Benli den Treffer zum 2:0 für die FSV Werdohl ein.

Werdohl - Eigentlich hätte Marco Sadowski sich freudestrahlend zurücklehnen können. Doch beim Trainer der FSV Werdohl mischten sich auch mahnende Worte in die Erleichterung über das 2:0 gegen den BSV Menden, den ersten Saisonsieg der FSV in der Fußball-Landesliga. Und das hing nicht so sehr mit der über weite Strecken ordentlichen Leistung gegen den MK-Nachbarn zusammen.

Natürlich freute sich auch Sadowski darüber, dass die Werdohler dem einen Zähler aus dem 0:0 zum Saisonauftakt in Erlinghausen drei Punkte auf einen Schlag hinzufügten. „Ich habe großartige Laune gehabt“, berichtete der Trainer über seine Stimmungslage am Sonntagabend.

Dass die FSV nach vier Pleiten in Serie Grund zum Feiern hatte, lag nach Ansicht des Coaches vor allem am Engagement seiner Schützlinge. Genau da hatte er nach dem 0:3 in Neheim Defizite erkannt. „Läuferisch und kämpferisch sind wir gegen Menden ganz anders zu Werke gegangen“, bilanzierte Sadowski, der dementsprechend von einem „harten Stück Arbeit“ sprach.

Der BSV hingegen, im Vorjahr als Tabellenvierter des Landesliga-Klassements noch einer der am meisten gefürchteten Gegner in Südwestfalen, entwickelte am Riesei diesmal zu wenig Durchschlagskraft. Was Sadowski aber nicht so sehr auf Formschwäche oder einen Mangel an Qualität bei den Hönnestädtern zurückführte. „Die wollten schon, aber wir haben sie nicht ins Spiel kommen lassen“, unterstrich der FSV-Trainer.

Und der war nicht nur glücklich über das Ergebnis, sondern auch über die Tatsache, dass sein Kader sich nach und nach wieder auffüllt. Gegen Menden feierte Angreifer Damiano Intravaia nach monatelanger Pause wegen Leistenproblemen ein beachtliches Comeback.

Insgesamt hatte Sadowski gegen den BSV mit Intravaia, Gian-Marco De Luca, Bartos Mura und Dennis Strongface wieder ein respektables Reservoir an offensiven Variationsmöglichkeiten auf der Bank. „Es fehlen immer noch wichtige Leute“, erinnerte der Lüdenscheider an die nach wie vor verletzten Manuel Sander, Fisnik Zejnullahu oder Dominik Schwenck, der mit muskulären Problemen kurzfristig weggebrochen war. „Aber wir haben wieder mehr Alternativen“, ergänzte Sadowski.

Die Wende zum Positiven deutet sich also an – und doch warnt der Coach vor allzu großer Euphorie. „Ein wenig Demut tut uns gut, aber wir haben den ersten Schritt gemacht“, so Sadowski. Ein Blick auf die Tabelle, in der die FSV gerade einmal einen Zähler Vorsprung auf den Abstiegsplatz 13 hat, gibt dem Fußball-Lehrer aus der Bergstadt aber Recht, wenn er behauptet: „Wir sind immer noch unten drin. Das ist alles trügerisch.“ - Von Christian Müller

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