Pasanen gönnt Roosters eine Woche Freizeit

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Freuen sich nach zuletzt starken Leistungen jetzt auf die Pause: Kevin Lavallée und seine Roosters-Mitspieler.

Iserlohn - Dass Cheftrainer im Profisport mit sich handeln lassen, ist ungewöhnlich. Jari Pasanen macht es vielleicht genau deshalb. Insgeheim vereinbarte er vor der Nationalmannschaftspause in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mit seinem Team einen ganz besonderen Deal.

Sollten die Iserlohn Roosters am letzten Wochenende beide Ligapartien für sich entscheiden, versprach der Finne eine ganze Woche Freizeit pur. „Normalerweise hätten sie nur fünf freie Tage bekommen, aber das war dann schon Thema in der Kabine“, lächelt der Finne – allerdings nur dann, wenn die Coaches nicht dabei gewesen wären. So oder so, der Trick hat funktioniert.

„Zum ersten Mal haben die Jungs genau das gespielt, was ich von ihnen erwarte“, resümierte der Coach nach den 4:1-Erfolgen gegen die Westrivalen aus Köln und Krefeld. Die Geduld, die Bereitschaft auf den richtigen offensiven Moment zu warten und die Defensive ganz besonders im Fokus zu haben, machte den Unterschied. „Möglicherweise entpuppt sich die Verletztensituation nachträglich für uns auch als positiv. So hatte die Mannschaft einen Grund enger zusammenzurücken und ist schneller als erwartet gestärkt daraus hervorgegangen“, so Pasanen.

Ohne Zweifel ist einmal mehr der Zusammenhalt der Schlüssel für den letzten Erfolg gewesen. Vier Siege aus den vergangenen vier Spielen, insgesamt 29 Punkte aus 16 Spielen und Tabellenplatz fünf sprechen eine deutliche Sprache.

„Wir dürfen uns darauf jetzt nur nicht ausruhen, wir haben ja schon gesehen, was passiert, wenn man auch nur ein klein wenig nachlässt“, mahnt Torhüter Mathias Lange, der heute zur österreichischen Nationalmannschaft reist, eigentlich aber genauso gern wie seine Teamkollegen ein paar freie Tage genossen hätte.

„Es ist ein zweischneidiges Schwert. Natürlich freust du dich, wenn du für dein Land spielen kannst, aber ich habe bislang jede Minute der Saison auf dem Eis gestanden und könnte ein bisschen Couch gebrauchen.“ Während er also zum Vier-Nationen-Turnier nach Slowenien reist, machen die anderen Pause, touren durch Europa oder bekommen Besuch aus Nordamerika.

Jari Pasanen selbst bleibt am Seilersee und wird täglich mit den angeschlagenen Spielen wie Jares, Dshunussow oder Sullivan aufs Eis gehen, um ihnen zu helfen den Trainingsrückstand aufzuholen. „Wir bieten jeden Tag freiwilliges Training an, damit jeder, der muss, zum restlichen Team aufschließen kann.“ Gefragt, ob ihn die bisherige Ausbeute der Saison überrascht, sagt Pasanen: „Ein wenig schon, auch wenn Überraschung das falsche Wort ist. Wir haben es für möglich gehalten“, sagt er grinsend und blickt zurück auf sein allererstes Trainerjahr.

Nach dem Rausschmiss von Doug Mason im vergangenen Oktober bekam er die Chance mit der Mannschaft zu arbeiten, bislang, das gilt es festzuhalten, hat er gemeinsam mit Jamie Bartman überzeugt. - MiHei

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