Roosters „flüchten“ in den Kurzurlaub

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Gegen Augsburg und Düsseldorf bewegten sich Bobby Raymond und Co. nicht am Optimum.

Iserlohn - Eishockeyspieler sind Stubenhocker, das gilt zumindest für die eigene Kabine. In Schwitzwäsche auf dem eigenen Platz zu hocken, mit den Teamkameraden zu schwätzen, nimmt gern mal Zeit in Anspruch. Sonntagabend war das anders. Da verließen die Spieler der Iserlohn Roosters eher fluchtartig die Eissporthalle am Seilersee.

Das hatte allerdings weniger mit der 1:2-Penalty-Niederlage im Westderby der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gegen die Düsseldorfer EG zu tun - übrigens der ersten seit sieben Partien - sondern mit Urlaub. Der hat am Montag begonnen und darf bis Samstag einschließlich dauern.

„Wir haben, wie in jedem Jahr einen Deal mit den Spielern gemacht – und die haben sich sechs freie Tage verdient“, so Cheftrainer Jari Pasanen, der ebenfalls gern zugibt, dass die Pause zur rechten Zeit kommt. Viele Akteure sind bereits in den frühen Morgenstunden in den Flieger gesprungen und haben sich über ganz Europa verteilt.

Das Wochenende aber war alles andere als zufriedenstellend. Die Niederlagen in Augsburg und daheim gegen die DEG schienen hausgemacht, auch, wenn das nur ein Teil der Wahrheit ist. Faktisch haben die Sauerländer nie das abgerufen, was sie zu leisten im Stande sind. Andererseits war erstmals zu erkennen, dass die Gegner ein Konzept gegen die Roosters-Dominanz gefunden hatten.

„Das scheint fast so. Düsseldorf und Augsburg haben sehr gut hingeschaut und uns einige unserer Möglichkeiten genommen“, so Pasanen. Insbesondere das Aufbauspiel über die Banden hat nicht funktioniert, zudem haben die Konkurrenten die Roosters aggressiv unter Druck gesetzt. Addiert man dazu kleine Schwächen im Powerplay, so ist die Geschichte erklärt.

Trotzdem ist die Ausbeute von 27 Punkten aus 15 Spielen bemerkenswert. Pasanen ist aber nicht der Typ, der sich auf Erreichtem ausruht. „Ich werde ein oder zwei Tage nichts machen und mich dann wieder am Bildschirm verkriechen, um taktische Anpassungen vorzunehmen.“

Bleibt die Frage, ob eine grundsätzliche Veränderung der Taktik nötig ist. Ist die Mannschaft talentiert genug, spielerisch zuzulegen? Kapitän Mike York beantwortet das mit einem klaren „Ja“. „27 Punkte sind in Ordnung, erst recht, wenn man bedenkt, dass wir nur drei Niederlagen nach regulärer Spielzeit haben hinnehmen müssen. Aber ich sehe noch Steigerungspotential.“

In seiner Reihe fehlt das Feintuning mit dem „Neuen“, Brodie Dupont. Zudem muss die Reihe von Chad Bassen deutlich effektiver werden. Nach seiner Knie- und Handgelenksverletzung ist der pfeilschnelle Mittelstürmer noch nicht wieder bei alter Leistungsfähigkeit. Das raubt dem Zusammenspiel mit Connolly und Blank den Zug zum Tor. Weitere Kleinigkeiten in der Defensive gilt es zu optimieren.

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