Roosters-Sieg in Wolfsburg mit bitterem Beigeschmack

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Nach dem Sieg in Wolfsburg übernahmen die Iserlohn Roosters kurzzeitig sogar die Tabellenführung.

Iserlohn - „Spitzenreiter, Spitzenreiter“, skandierten die mitgereisten Iserlohner Fans nach dem Abpfiff des DEL-Spiels der Roosters bei den Wolfsburg Grizzlys. Für knapp zwei Stunden führte der 4:2 (3:1, 0:0, 1:1)-Erfolg die Sauerländer tatsächlich an die Spitze des Tableaus: Dass diese Situation am Sonntagnachmittag aber nur eine Momentaufnahme blieb, lag an den im Abendspiel triumphierenden Ice Tigers aus Nürnberg, die Red Bull München beim 4:1 keine Chance ließen und die alleinige Spitzenposition übernahmen.

Der Sieg der Roosters beim Tabellenzehnten in Wolfsburg war verdient, hatte aber einen bitteren Beigeschmack: Denn mit Wruck (Schulter ausgekugelt), Torwart Lange (Armverletzung, entweder Prellung oder gar Bruch) und Petersen (Prellung nach Bandencheck) sind drei Akteure für das kommende Spielwochenende mehr als fraglich. Aus diesem Grund sprach Cheftrainer Pasanen auch von einem „teuer erkauften Sieg“: Nur von der Punkteausbeute sei es ein perfektes Wochenende gewesen. Der Coach lobte den „tollen Charakter und die vorbildliche Einstellung“ der Mannschaft.

Nach dem 3:2-Erfolg gegen die Hamburg Freezers traten die Roosters sehr selbstbewusst in der Eis Arena Wolfsburg auf und nutzten die Verunsicherung der Gäste, die am Freitagabend in Mannheim mit 3:7 verloren hatten, aus. Die Iserlohner präsentierten ein munteres Forechecking und belohnten sich für ihre Spielweise mit zwei frühen Toren durch Sylvester (5.) und Petersen (13.). Widing markierte für die Hausherren den Anschluss (19.), doch eine Sekunde vor der Schlusssirene stellte York den alten Abstand wieder her – 1:3 (20.).

Als die Mannschaften nach der Drittelpause wieder aufs Eis zurückkehrten, änderte sich das Bild: Wolfsburg war nun die deutlich agilere Mannschaft und forderte die Roosters in der Defensivarbeit. Bei Iserlohn galt aufgrund der Verletzung von Torwart Lange das „Prinzip Enterprise:“ Captain Pic(k)ard übernahm den Kasten und vertrat den Österreicher bestens, so dass die Null im Mitteldrittel stand.

Im Abschlussdrittel kamen die Grizzlys früh zum Hoffnung schürenden 2:3 (41.), schafften es in der Folgezeit aber nicht, gegen geschickt agierende Roosters auszugleichen. Und so folgte die Entscheidung: Bei einem Gewühl vor dem Gehäuse reagierte Caporusso am schnellsten und drückte die Scheibe über die Linie (53.). - rm/nico

Roosters: Lange, Pickard – Côté, Périard, Petersen, Caporusso, Connolly, Jaspers, Macek, Lavallée, Wruck, Raymond, Sylvester, Teubert, Blank, Button, Bassen, Orendorz, Friedrich, York, Ross

Grizzlys: Vogl – Sharrow, Likens, Haskins, Aubin, Mayer, Furchner, Rosa, Seifert, Höhenleitner, Dibelka, Fauser, Mulock, Bina, Hambly, Krupp, Widing, Stas, Pfohl, Reiss

Schiedsrichter: Aicher (Rosenheim), Hascher (Miesbach)

Tore: 0:1 (4:36) Sylvester (Wruck/Ross), 0:2 (12:51) Petersen (Friedrich/York), 1:2 (18:32) Widing (Haskins, Bina), 1:3 (19:59) York (Sylvester, Petersen), 2:3 (40:56) Rosa, 2:4 (52:18) Caporusso

Strafen: Wolfsburg 6 plus Spieldauerdisziplinarstrafen gegen Stas und Krupp; Roosters 5

Zuschauer: 2 406

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