Roosters senden mit Vertragskündigung einen Hilferuf

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Dauerkartenbesitzern versichert Roosters-Chef Wolfgang Brück im Streit um die Halle am Seilersee: „Entweder wir spielen oder sie bekommen ihr Geld zurück.“

Iserlohn - Um Missverständnissen vorzubeugen: Die am Mittwoch öffentlich gewordene Entscheidung der Iserlohn Roosters, den Pachtvertrag der Eissporthalle am Seilersee beim Betreiber, den Stadtwerken Iserlohn, zu kündigen, kommt keinem Abschied der DEL-Franchise aus ihrer Heimat gleich.

Das hat Klubchef Wolfgang Brück auch nie im Sinn gehabt. Vielmehr wirkt die Entscheidung der Sauerländer als Hilferuf, der die Besitzer der Halle, die Stadt Iserlohn, und den Betreiber zu Gesprächen an einen Tisch ruft. Darin soll es auch um die Frage gehen, ob es in den kommenden Jahren die Chance gibt, eine zweite Eisfläche anzubauen. 

Zum Hintergrund: Im Sommer vergangenen Jahres informierten die Roosters die Stadt über die Teilnahme am so genannten „Fünf-Sterne-Programm“ für den Eishockey-Nachwuchs. Dieses Programm ermöglicht Spitzenförderung in der Deutschen Nachwuchs Liga (DNL), gibt aber auch Konzepte vor, sich in der Breite besser auszustatten. Voraussetzung sind bis zu 150 Punkte, die die teilnehmenden Vereine realisieren müssen. Drei davon: Eine ganzjährig geöffnete und bespielbare Eisfläche, eine zweite Eisfläche, um ausreichende Trainingszeiten zu gewährleisten und die entsprechende Infrastruktur. 

Sind diese drei Faktoren nicht gegeben, wird eine Strafgebühr fällig oder der Verein fällt schlicht aus dem Programm. „Deshalb müssen wir mit der Stadt über die strukturelle Weiterentwicklung des Seilersees reden, damit auch wir wissen, wie wir planen können. Im Dezember aber hat mir Bürgermeister Arends mitgeteilt, dass man bislang keine Zeit hatte, sich mit diesen Punkten auseinander zu setzen und sie zu besprechen“, erläutert IEC-Chef Wolfgang Brück. Weil er nicht weiter kam und die „Nicht-Kommunikation“ beenden will, zwingt er die Verantwortlichen jetzt per Vertragsverhandlung an einen Tisch. 

Brück geht es vor allem um den Nachwuchs und seine Entwicklung, die den Klub jährlich mehrere hunderttausend Euro kostet. Es geht aber letztlich auch darum, dass die Roosters nicht ohne Probleme Eishallenmiete und Strafzahlungen, zusammen zwischen 300 000 und 400 000 Euro, ohne Adlerlass in der DEL-Mannschaft verkraften könnten. Brück ist klar, dass die Verantwortlichen in Iserlohn andere Großprojekte vor der Brust haben. Da fällt das Bauprojekt „Eissporthalle“ aus den Toprängen der Prioritätenliste. 

Nach Informationen unserer Zeitung will die Geschäftsführung aufgrund der Betriebskosten keine zweite Halle. Deshalb scheint es Gedankenspiele zu geben, den öffentlichen Lauf auf Null zu reduzieren. Sponsoren und Dauerkartenbesitzern, die jetzt vor Vertragsverlängerungen stehen, versichert Brück, dass sie sich keine Sorgen machen müssen. Bürgermeister Peter Paul Arends erklärte gegenüber unserer Zeitung, für den kommenden Montag zu einer Fraktionsvorsitzenden-Runde eingeladen zu haben, an der auch Dr. Klaus Weimar, Geschäftsführer der Stadtwerke, teilnehmen soll. Die Kündigung des Vertrags nennt Ahrens einen Affront.

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