Roosters blicken nach K.o. in Ingolstadt in Zukunft

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In vielen Momenten machten Dylan Wruck (rechts) und die Iserlohn Roosters es dem Meister aus Ingolstadt schwer. Am Ende aber reichte die Leistung der Sauerländer nicht, um die Panther in ihre Schranken zu weisen.

Iserlohn - Knapp 40 Fans mögen es gewesen sein, die nach der Partie die Heimreise verweigerten. Sie wollten ihren Iserlohn Roosters nahe sein, ihren Helden, die ihnen eine so unvergessliche Saison mit Platz sechs nach der Hauptrunde der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und eine so hart umkämpfte Playoff-Serie im Viertelfinale gegen den ERC Ingolstadt beschert hatten.

So wurde jeder einzelne, der mit hängendem Kopf die Saturn-Arena verließ, mit Applaus verabschiedet. Mittendrin auch Peter Herentrey, alias Handschuh, der seit Jahren das Roosters-Geschehen am Seilersee durchlebt. „Warum zeigen wir ausgerechnet im wichtigsten Spiel der Serie unsere schlechteste Leistung? Natürlich war es ein unglaubliches Jahr, natürlich bin ich stolz auf diese Mannschaft, aber ich bin auch tief traurig über diesen Abend“, sagte er.

50 Meter entfernt im Kabinengang sahen die Gesichter nicht anders aus. Auch die Spieler wussten, dass ihre Leistung an diesem Abend nicht ausgereicht hatte, den amtierenden Meister in seine Schranken zu weisen. Trotz des genialen 1:0-Führungstreffers von Sylvester wollte der Rest dieses Abends nie ins Konzept der Roosters passen. Langes Fehler beim Ausgleich, die Defensivpatzer, die den Panthern dabei halfen die Tore zwei und drei zu erzielen, dazu die eigene Abschlussschwäche. „Natürlich sind wir enttäuscht, können mit unserem Spiel keinesfalls zufrieden sein“, sagt Mathias Lange.

Das Gesicht des österreichischen Nationalkeepers spricht Bände, so ein Saisonende hat sich niemand gewünscht. „Ehrlicherweise muss man allerdings zugeben, dass die Panther an diesem Abend einfach die klar bessere Mannschaft waren – das ist schade, aber nicht wegzudiskutieren“, macht Manager Karsten Mende klar. Cheftrainer Jari Pasanen unterhielt sich lange auf dem Eis mit seinem Ingolstädter Gegenüber Larry Huras. Beide zollten sich und ihren Mannschaften den verdienten Respekt. Konnte der Finne in Fernsehinterviews und Pressekonferenz noch das Lächeln bewahren, kehrte er mit hängendem Kopf in die Kabine zurück. „Ich glaube, dass ich schon weiß, was wir erreicht haben in dieser Saison, aber es wird ein wenig dauern, bis ich das Gefühl genießen kann.“

Irgendwann auf der fast sieben Stunden dauernden Bus-Rückfahrt sollte beim Team die Tatsache ins Bewusstsein gerückt sein, dass das Ende der Saison gleichbedeutend ist mit dem Ende einer Gemeinschaft. So wird die Mannschaft der Sauerländer nie mehr aufs Eis gehen, es sei denn, man nutzt die ein oder andere freie Eiszeit am Seilersee, um noch einmal gemeinsam ein bisschen zu zocken.

Zahlreiche Spieler haben zwar schon neue Verträge, bei den meisten ausländischen Spielern ist die Zukunft offen. Das gilt für Kapitän Mike York, Brodie Dupont, Jonas Liwing, Sean Sullivan, Derek Whitmore, Richard Jares, Daniar Dshunussow, Chris Connolly, Alex Foster, Boris Blank, Cody Sylvester und Brent Raedeke, der mit großer Wahrscheinlichkeit zu den Adlern nach Mannheim wechseln wird. Bei allen anderen werden die Roosters in den kommenden Tagen entscheiden müssen, wie die Zukunft aussieht.

Im Fall Brooks Macek hat Mende durchsickern lassen, dass er davon ausgeht, dass der Deutsch-Kanadier auch in der kommenden Saison am Seilersee spielen wird. Alle anderen Entscheidungen dürften bis Mitte kommender Woche besprochen werden. Am Freitag ab 20 Uhr wird in der Iserlohner Parkhalle auf der Alexanderhöhe mit den Fans Saisonabschied gefeiert. - Von Mirko Heintz

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