Viertes Spiel im Playoff-Viertelfinale

Roosters müssen in Nürnberg liefern

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Leidenschaft forderten die Fans am Sonntag von den Roosters und bekamen diese auch serviert. Wegen zu vieler Fehler aber ging nach der Niederlage am Freitag auch Spiel drei des Playoff-Viertelfinals an die Ice Tigers, so dass die Sauerländer am Dienstag in Nürnberg schon unter enormen Druck stehen.

Iserlohn - Es war still in der Kabine am Seilersee. Keine Musik, kein Lachen, leise Gespräche. Spiel drei des Playoff-Viertelfinals war ein Rückschlag für die Iserlohn Roosters in ihren Ambitionen, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte das Halbfinalein der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zu erreichen.

„Wir haben ein gutes Spiel gemacht, leider aber haben wir uns Fehler erlaubt, die wir in der gesamten Saison so in einem einzigen Match nie gemacht haben. Wir haben uns zu viele Scheibenverluste geleistet, zu viele Konter abgegeben und die Scheibe zu selten tief in die gegnerische Zone gebracht“, sagte Cheftrainer Jari Pasanen nach der Partie und dem 1:2 in der Serie. Dabei hatte seine Mannschaft zum ersten Mal die körperliche Härte angenommen, leistete sich mit den Nürnberg Ice Tigers ein temporeiches und interessantes Match, dass die fast 5000 Zuschauer in ihren Bann zog. Allein der Erfolg blieb aus.

Diese Fehler sind der eine Grund, weitere aber sind zu einfach ausgemacht. Wie schon in Nürnberg leistete sich die Mannschaft unnötige Strafminuten, verbuchte in Überzahl keinen Treffer, kassierte sogar das entscheidende Shorthanded-Goal im letzten Drittel. Das Unterzahlspiel dagegen funktionierte, genauso wie beim Gegner, nahezu in Perfektion. „Offensichtlich haben beide Mannschaften sehr gut hingeschaut beim Videostudium. Mit einem Mann mehr gelingt offensiv bislang keiner Mannschaft wirklich etwas“, so Pasanen.

Vor dem gegnerischen Tor bleibt die Herausforderung auch im Spiel Fünf gegen Fünf groß. „Wir müssen einfach öfter auf das gegnerische Tor schießen, den Rebound suchen“, sagte Cody Sylvester.

Ob es ein Fehler war, in Spiel drei den Torhüter zu wechseln und Chet Pickard gegen Mathias Lange einzuwechseln, wird Spekulation bleiben. Fakt aber ist: Der Deutsch-Österreicher Lange wird am Dienstagabend (19.30 Uhr) im vierten Aufeinandertreffen in Nürnberg wieder zwischen den Pfosten stehen. „Ich wollte ihn regenerieren lassen, da wir jetzt aber eigentlich keine Reisestrapazen mehr haben, gehe ich davon aus, dass er den Rest der Serie zwischen den Pfosten steht“, so Pasanen.

Lange war es, der am Freitagabend unumwunden mehr Einsatz von seinen Vorderleuten forderte. Die kritisierte Einstellung zeigte bei seinem Team schon am Sonntag Wirkung. Sollte die Mannschaft es dann auch noch schaffen, die unnötigen Stockfouls in den Griff zu bekommen, hätte man sicherlich auch eine Chance, die Serie auszugleichen. Zumindest dann, wenn die Unparteiischen nicht tatkräftig daran arbeiten, dass das nicht gelingt. 

Nein, am Sonntag waren Schimm und Rohatsch nicht für die Niederlage der Sauerländer verantwortlich, sagte Manager Karsten Mende, aber sie standen immer wieder im Mittelpunkt von kritischen Situationen. Hinzu kommt die Fehlentscheidung nach einem Stockfoul Oblingers gegen Brad Ross. Von hinten rammte Nürnbergs Rauhbein Ross den Schläger in den Rücken, wurde dafür nicht bestraft. Ross musste anschließend ins Krankenhaus, scheint aber „nur“ eine schwere Prellung davon getragen zu haben.

Der Deutsch-Kanadier wird in Spiel vier aber nicht mit dabei sein. Brodie Dupont wurde nach seiner Spieldauer nicht ergänzend vom Disziplinar-Ausschuss gesperrt, kann also auflaufen.

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