Roosters arbeiten weiter an Kleinigkeiten

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Einmal mehr waren die Roosters um Goalie Mathias Lange für ein hochgehandeltes Team wie Köln zu stark.

Iserlohn - 40 zu 16: Diese Bilanz ist bemerkenswert und einer der Gründe für die herausragende Erfolgsserie der Iserlohn Roosters in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). 40 Tore hat das Team von Jari Pasanen allein im ersten Drittel gegen seine Gegner geschossen, nur 16 Tore kassiert.

Allein die beeindruckenden Partien gegen Hamburg, in Düsseldorf und gegen Köln haben diese Dominanz der Sauerländer in den ersten zwanzig Minuten einer Partie unter Beweis gestellt. Dennoch überraschte IEC-Trainer Jari Pasanen in der vergangenen Woche mit der Aussage, dass sein Team noch keine Spitzenmannschaft sei. Wie ist das möglich, wenn man aus den vergangenen sieben Ligaspielen in der, abseits der Playoffs, heißesten Phase 17 von 21 Punkten holt?

„Uns fehlt noch immer ein wenig die Konstanz, die Dinge so zu gestalten, wie wir es in jedem einzelnen Spiel wollen“, sagt Pasanen. Dazu zählt er die Schwierigkeiten, die seine Mannschaft immer wieder mit den langen Wechseln im zweiten Drittel hat. Gleichzeitig würde er sich wünschen, dass seine Jungs eine Führung immer über die Zeit bringen.

Ein weiterer Faktor: Overtime und Verlängerung. Kein anderes Team geht in dieser Saison häufiger in die Verlängerung als die Roosters. 13 Mal stand es Unentschieden nach 60 Minuten, zehn Mal verließen die Sauerländer anschließend als Verlierer das Eis. Dagegen stehen gerade fünf Niederlagen nach regulärer Spielzeit. „Fünf gegen Fünf haben wir überhaupt keine Probleme, weil wir ein gutes Raumverteidigungssystem haben. Vier gegen vier aber müssen wir Mann gegen Mann spielen und dann wird es eine Frage der individuellen Klasse“, erläuterte der finnische Coach. Gibt es ein Raumverteidigungssystem für vier Spieler? Pasanen grübelt derzeit darüber nach. „Auch das Penaltyschießen ist eine Frage der individuellen Klasse.“ Letztlich will der Finne seine Kraft investieren, die Fehler weiter zu minimieren, an den Kleinigkeiten zu arbeiten, damit spätestens zu Beginn der Playoffs auch die Kaltschnäuzigkeit des Teams ihren Höhepunkt erreicht.

Kein Thema in der Kabine sind übrigens die verbalen Entgleisungen von Kölns Mannschaftskapitän Moritz Müller, der das Iserlohner Team bei dessen 6:1-Sieg am Sonntag in einem TV-Interview in der zweiten Drittelpause am Sonntag als „kanadische 1c-Nationalmannschaft“ betitelte.

„Wie viele Deutsche haben die im Kader? Hier spielt eine abgetakelte kanadische Nationalmannschaft. Da muss die Liga mal den Arsch in der Hose haben und fragen, wie das funktioniert mit den Pässen in Iserlohn.“ Dass erst in der vergangenen Woche ein Eishockey-Magazin in einem Experten-Interview die Rechtmäßigkeit des Iserlohner Vorgehens bestätigte, muss dem Nationalspieler entgangen sein.

IEC-Manager Karsten Mende sprach von übergroßen Emotionen. Clubchef Wolfgang Brück machte Müller ein Angebot: „Ich würde ihm gern anbieten, dass er für ein Fünftel seines jetzigen Gehalts bei uns spielt und dann kann er ja zeigen, ob er auch so gut ist, wie die Spieler, die wir hier haben.“

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