Roosters-Trainer Jari Pasanen platzt der Kragen

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Dem Sieg gegen Berlin am Freitag (Spielszene) ließen die Iserlohner eine Pleite in Bremerhaven folgen.

Iserlohn - Jari Pasanen hat eine Regel. Der Trainer der Iserlohn Roosters stellt sich immer schützend vor seine Spieler. Kritik wird nie in der Öffentlichkeit zum Ausdruck gebracht. Am Sonntagabend nach der Niederlage in Bremerhaven hat der finnische Headcoach des DEL-Klubs diese Regel gebrochen.

„Es sind immer wieder die gleichen drei Leute, die mal gut spielen und mal schlafen. Und jetzt müssen wir schauen, woran das liegt. Gerade die Ausländer sollten die tragenden Säulen sein, aber drei sind es eben nicht“, beklagt Pasanen, spricht manchem sogar die Tauglichkeit für die Deutsche Eishockey Liga ab.

Wen er meint, sagt er nicht. Matt Halischuk und Dave Dziurzynski aber dürften zum Kreis derer gehören, mit denen der Trainer nicht zufrieden ist. Sie bringen ihre Leistungen viel zu inkonstant, wurden aber aufgrund ihrer Vita als echte Leistungsträger verpflichtet. 

„Karsten Mende tendiert dazu, einen weiteren Spieler zu verpflichten, und ich unterstütze ihn dabei“, ergänzt Pasanen. Damit hoffen die sportlich Verantwortlichen zumindest, den Druck zu erhöhen, um vielleicht den ein oder anderen, sollte die Mannschaft komplett sein, auch aus dem Kader streichen zu können. 

Rotation als Zauberwort? Sicherlich wird auch das nicht alle Probleme lösen, denn die Roosters scheitern vor allem auch an der eigenen Disziplinlosigkeit. Insbesondere auswärts leisten sich die Iserlohner viel zu viele Strafminuten. Liegt die Mannschaft zurück, scheinen sich einige Akteure nicht mehr im Griff zu haben. „Wir haben viele nordamerikanische Spieler, die aufs Eis gehen und sich als Richter auf dem Eis präsentieren – und das geht einfach nicht“, betont der Trainer. Aus dem Team heraus scheint niemand aufgrund seiner Stellung in der Hierarchie Klartext reden zu können. Mittlerweile haben die Roosters neun Mal in Folge in der Fremde verloren. 

Marko Friedrich beschreibt das immer gleiche Phänomen: „Es ist wie ein Schneeballsystem. Wenn es von Anfang an nicht läuft, kommt einfach so eine Welle in die Mannschaft, die dich überrollt und die nicht zu stoppen ist. Plötzlich spielen dann alle scheiße und niemand schafft es, auf die Bremse zu treten. Das kann nicht sein. Wir müssen es einfach schaffen, die kleinen Dinge richtig zu machen und uns dann wieder Stück für Stück zu steigern, uns da raus zu arbeiten.“ 

Vor allem die Fehlerquote ist teils gigantisch hoch. Allein in Bremerhaven leisteten sich die Sauerländer drei gravierende Schnitzer, die zum 1:3 führten. Dann kamen die Undiszipliniertheiten und zwei Gegentore in Unterzahl hinzu. Wenn man dann auch noch auf Arbeiter wie Bassen, Ross und Rallo verzichten muss, ist dieses Delta nicht mal von Friedrich, Blank, Shevyrin oder Orendorz zu füllen. Pasanen gab ihnen ganz viel Eiszeit, schickte sie sogar in Überzahl aufs Eis und setzte damit ein ganz besonderes Zeichen. Das aber wird nicht reichen, um diese Mannschaft auf Kurs zu bringen.

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