Roosters sammeln in der Stressphase weiter Punkte

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J. P. Côté (links) und die Iserlohn Roosters bauten ihre starke Bilanz aus den DEL-Partien seit Weihnachten im Spitzenspiel in Düsseldorf auf 13 von 15 möglichen Zählern aus.

Iserlohn - Jamie Bartman, Co-Trainer der Iserlohn Roosters, sprach nach der Partie in Düsseldorf am Dienstag (5:3) von einem schlechten Gefühl, das ihn persönlich den gesamten Spitzenspiel-Tag begleitet hätte. Irgendwann, so mutmaßte der Kanadier, müssten die Anstrengungen der zurückliegenden Wochen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) die Leistung seines Teams auf dem Eis beeinflussen. Er behielt Recht.

Düsseldorf gegen Iserlohn war zwar von der Tabellenplatzierung ein Spitzenspiel, nicht aber auf dem Eis. Das bedeutet allerdings nicht, dass unter den gegebenen Voraussetzungen beide Mannschaften schlecht gespielt hätten. Sie haben lediglich nicht das Niveau aufs Eis gebracht, was sie zeitweise in dieser Saison schon gezeigt haben.

„Wir haben gutes Eishockey im ersten und vor allem im letzten Drittel gespielt, unseren Plan erfüllt“, so Roosters-Cheftrainer Jari Pasanen. Sein Team verschleppte das Tempo, machte zur richtigen Zeit gegen die bislang so starke Defensive der DEG Tore und stand meist gut in der eigenen Defensive.

Drei individuelle Fehler führten allerdings unmittelbar zu Gegentoren. Petersens Scheibenverlust im Powerplay kurz vor Schluss, beim zwischenzeitlichen Stand von 4:3 für den IEC, wurde nicht bestraft. „So etwas darf einfach nicht passieren, darüber werden wir noch reden“, so Pasanen.

Ob er es getan hat? „Die Belastung der vergangenen drei Wochen hat bei uns weniger Einfluss auf den Körper, natürlich aber auf die mentale Situation der Mannschaft. Man reagiert im Kopf etwas anders, trifft seine Entscheidungen nicht mehr so, als wenn man nur zwei Spiele am Wochenende hat. Für mich ist das nachvollziehbar“, erklärt Bartman. Das sieht auch sein Chef keinen Deut anders: „Man macht einfach Kleinigkeiten nicht mehr so, wie man sie machen sollte, sondern versucht eigenständige Lösungen zu finden, die das Kollektiv dann allerdings nicht unbedingt stärken.“

Überrascht waren viele Beobachter über die letzten 20 Sekunden der Partie bei der DEG. Nach einem Icing und einem langen Wechsel des IEC nahm Düsseldorfs Cheftrainer Christof Kreutzer eine Auszeit. Damit ließ er eine vielleicht entscheidende Chance verstreichen. Hätte er gleich weiterspielen lassen, hätte eine ausgeruhte DEG-Formation gegen müde Sauerländer, die wohl nicht mehr hätten wechseln können, einen klaren Vorteil gehabt. „Ich war dankbar über die Verschnaufpause für unsere Spieler, das hat geholfen. Ob der Moment entscheidend war, wage ich nicht zu beurteilen“, so Pasanen. Nach gewonnenem Iserlohner Bully war die Scheibe zehn Sekunden später dank Macek im leeren Düsseldorfer Tor.

Nach gewonnen 13 von 15 möglichen Punkten seit Weihnachten verteidigten die Roosters Platz drei der Tabelle und könnten, drei weitere Zähler aus den beiden folgenden Partien vorausgesetzt, eine der besten Stressphasen aller Zeiten mit einem XXL-Erfolg abschließen.

Einzig die Personalsituation macht ein wenig Sorgen. Caporusso und Jaspers sind krank, genauso wie Cheftrainer Jari Pasanen. Auch einige andere Spieler sind mit Erkältungen leicht angeschlagen. Ob alle am Freitag in Mannheim wieder dabei sind, entscheidet sich kurzfristig.

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