Roosters jubeln über DEL-Platz zwei

+
Chet Pickards (links) Shut-Out besiegelte das Sechs-Punkte-Wochenende der Iserlohn Roosters.

Iserlohn - Kabinenstimmung wird über Lautstärke definiert. Wenn die Musik ohrenbetäubend wirkt, stehen die Zeiten auf Sieg. Wenn Stille herrscht, haben die Iserlohn Roosters verloren. Doch wer den Eindruck hatte, dass es am Freitag in Ingolstadt schon laut in der Kabine des Teams aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gewesen wäre, der hat den Sonntag nicht erlebt.

Nach dem nicht unverdienten 1:0-Erfolg gegen die Grizzlys aus Wolfsburg feierten die Sauerländer ein weiteres Sechs-Punkte-Wochenende und klettern in der Tabelle auf Rang zwei. „In Ingolstadt haben wir ein starkes Spiel gemacht, gegen Wolfsburg reichte ein Treffer und eine starke Defensivleistung inklusive Torhüter“, freut sich Cheftrainer Jari Pasanen.

Letztlich garantierten vor allem starke Teamleistungen die zwei Siege. Pasanens taktische Anpassungen, erdacht in der Deutschland-Cup-Pause, taten ihr übriges. „Die Jungs haben die Dinge sehr schnell umgesetzt, deshalb konnten wir in Ingolstadt gewinnen. Als im zweiten Drittel des Sonntagsspiels ein wenig Müdigkeit eintrat, haben wir ein wenig von dem vergessen, was wir tun wollten, da es noch keine Automatismen sind. Deshalb hatten wir ein paar Probleme“, sagte der finnische Coach über die Schwächephase gegen die Niedersachsen.

Obwohl sich seine Mannschaft aus allen Problemen mit viel Engagement herauskämpfte, denkt der IEC-Trainer offensichtlich über eine Reihenumstellung nach. Während die Formation mit Jaspers, Macek und Caporusso weiter produziert, die Reihe mit Sylvester, Friedrich und Ross immer effektiver wird, bleiben die anderen Kombinationen hinter den Erwartungen zurück. Das blinde Zusammenspiel zwischen York und Petersen lässt sich nicht erkennen, außerdem scheint die Magie auch Bassen, Blank und Connolly verloren gegangen zu sein, obwohl die Einzelleistungen stimmen.

Stark war auch die Leistung der Torhüter. Insbesondere Chet Pickards Shut-Out setzte ein weiteres Ausrufezeichen. „Ich habe schon lange keinen Sieg mehr gefeiert, umso schöner ist der Erfolg, aber Eishockey ist ein Mannschaftsspiel. Und wenn ich ehrlich bin, hatten die Wolfsburger so viele Chancen auch nicht“, grinste der Deutsch-Kanadier.

Das Gesamtgefüge hat die Sauerländer mit einem Punkt Rückstand auf die Adler Mannheim bei zwei weniger absolvierten Spielen zum heimlichen Tabellenführer der Liga gemacht.

Trotz des sportlichen Erfolges sind die schrecklichen Ereignisse in der französischen Hauptstadt Paris nicht spurlos an der Mannschaft vorbeigegangen. Besonders Mathias Lange wurde nachdenklich. Der Torhüter war in der vorletzten Woche mit Frau und Sohn für ein paar Urlaubstage in Paris. Schon am Sonntagabend gedachten die 4 100 Fans in der Eissporthalle am Seilersee in einer Schweigeminute den Opfern des Terrorakts.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare