Roosters-Trainer Pasanen übt nach Berlin-Pleite Kritik

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Chet Pickard hielt am Freitagabend gegen das Schlusslicht aus Krefeld seinen Kasten sauber. Bei den Eisbären Berlin hingegen schlug es gleich dreimal im Gehäuse der Sauerländer ein.

Iserlohn - Wer in dieser Saison die Iserlohn Roosters in ihrer bislang erfolgreichsten Spielzeit in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) kritisieren will, läuft Gefahr, gefragt zu werden, ob er tatsächlich noch alle Tassen im Schrank hat.

Vielleicht auch deshalb gab Jari Pasanen nach dem sonntäglichen Auftritt seiner Mannschaft bei den Eisbären Berlin und der 0:3-Niederlage nicht nur den Cheftrainer, sondern auch den Chefkritiker. „Einige Herrschaften haben nicht das abgerufen, was sie tatsächlich leisten können – und das ist richtig ärgerlich.“ Bumms. Anspruchdenken. Die Roosters sind in Dimensionen vorgestoßen, die niemand für möglich gehalten hätte. Und weil es so ist, gilt: „Wir fahren doch nicht nach Berlin, um uns ein schönes Wochenende zu machen, sondern, um Zählbares mitzunehmen“, ergänzt der Coach. Es gab Zeiten, in denen er und sein Team mit ihrer Leistung vom Sonntag zufrieden gewesen wären. Es ist Kritik auf hohem Niveau, aber sie ist nicht gänzlich unangebracht.

"Ästhetisch" bislang schwächste Saisonleistung

Betrachtet man das vergangene Wochenende ausschließlich aus „ästhetischer Sicht“, zeigten die Sauerländer ihre bislang schwächsten Leistungen. Unglaublich lange brauchte die Mannschaft, um gegen gut vorcheckende Krefelder, den aktuell Tabellenletzten, überhaupt ins Match zu kommen und Tore zu schießen. Man könnte aber auch sagen, dass die Roosters in einem traditionell schweren Match gegen einen Tabellenletzten lange geduldig abwarteten, bis sich die aus ihrer Sicht notwendigen Freiräume ergeben haben, um dann gnadenlos zuzuschlagen.

„Nach dem vergangenen Wochenende mit den Highlight-Spielen gegen Hamburg und vor allem Mannheim war es nicht ganz einfach, Motivation und Konzentration aufzubauen“, sagte Jari Pasanen am späten Freitagabend in seiner Analyse. Am Sonntag kritisierte er dann die Entscheidungen seiner Jungs, die deutlich langsamer getroffen worden seien als noch vor einer Woche. Das habe zu den Problemen im Spielaufbau, unnötigen Scheibenverlusten und letztlich auch individuellen Fehler, die unmittelbar zu den Gegentreffern führten, geführt.

Wenn man dem Finnen eines keinesfalls absprechen kann, ist es sein feines Näschen, um Strömungen innerhalb seiner Mannschaft zu einem Zeitpunkt zu erkennen, an dem Spieler und Öffentlichkeit sich nicht einmal vorstellen können, dass sich Veränderungsbedarf auch nur andeuten könnte. Er spürt etwas und wird in den kommenden Tagen sehr analytisch ins Detail gehen.

Zudem steht in dieser Woche am Seilersee die Weihnachtsfeier an, traditionell ein Abend, an dem viel geplaudert wird – über Aktuelles, Zukünftiges und an dem auch eingeschworen wird auf die jetzt beginnenden Herausforderungen der härtesten Wochen in der DEL-Hauptrunde.

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