1. come-on.de
  2. Sport
  3. Lokalsport

Das sagt der DEL-Geschäftsführer zu den Corona-Problemen der Roosters

Erstellt:

Von: Mirko Heintz

Kommentare

Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Penny DEL.
Wirbt um Verständnis für die Regelungen der Liga: Gernot Tripcke, Geschäftsführer der Penny DEL. © Marcel Kusch

Sind die Iserlohn Roosters durch Corona über Gebühr belastet worden? Wir sprachen darüber mit DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke.

Iserlohn – Endlich Pause. Als die Spieler der Iserlohn Roosters am Sonntagabend zur von den Fans lauthals geforderten Ehrenrunde nach der 3:6-Niederlage gegen München aufs Eis kamen, sah man jedem Einzelnen die Strapazen der letzten acht Tage an. Jeder war platt, hatte alles, was ging, auf dem Eis gelassen. Dass die vier Spiele in so kurzer Zeit nötig waren, verdanken die Roosters den Regelungen der Liga, die in den letzten Tagen bei Mannschaft und Fans auf extreme Kritik gestoßen sind. Mirko Heintz hat darüber mit dem Geschäftsführer der DEL, Gernot Tripcke, gesprochen.

Viele im Sauerland empfanden die Terminhatz der kleinen Roosters-Mannschaft vor der Pause als unfaire Behandlung. Während München und die DEG lange pausieren durften, werden die Waldstädter für wenige Corona-Fälle bestraft. Kann der Ligachef diese Empfindung nachvollziehen?

Sportlich ist das natürlich eine Belastung für die Spieler. Wir als Liga haben aber natürlich auch den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Da gibt es ganz klare Regelungen. Bei Iserlohn bestand die Problematik darin, dass neben den Jungs, die Corona hatten, auch noch viele verletzte und gesperrte Spieler waren – und auf die wird eben keine Rücksicht genommen. Man hat auch drauf verzichtet, Spieler nachzulizenzieren, DNL-Spieler nachzulizenzieren, was möglich gewesen wäre. Von daher ist das natürlich Pech, aber man muss den Spielbetrieb auf der anderen Seite schützen und Verständnis für die anderen Klubs haben. Aber dass es nicht ideal ist, mit zweieinhalb Reihen drei, vier Spiele in einer Woche zu machen, das ist natürlich klar.

Die Roosters sind ein Teil der Liga, haben dieser Regelung zugestimmt. Trotzdem steht die DEL im Mittelpunkt der Kritik. Ist das fair?

Da sind ja immer noch 14 andere Mannschaften, die sagen: Wir wollen unbedingt spielen. Den Regularien haben alle zugestimmt, die kennen alle. Das ist auch letztlich eine Sicherheit, damit sich keiner eine Verletztensituation andichtet, deshalb gibt es die harten Regelungen. Aber noch mal: Es ist natürlich nicht gut, wenn eine Mannschaft dezimiert spielen muss. Auf der anderen Seite sind sie es aber auch selbst schuld, mit dummen Sperren, dummen Strafen, bei Verletzungen, die sowieso kommen.

Gibt es eigentlich eine Chance für die Liga einzugreifen, wenn wirklich mal ein Line-Up zu klein ist? Gibt es nur die Chance, wenn die 10+1-Corona-Regel nicht erfüllt werden kann?

Richtig. Wir haben keine rechtliche Handhabe in einem solchen Fall einzugreifen, nur im Fall der 10+1-Regelung. Kranke und Gesperrte werden nicht dazugezählt. Wenn sich beide Vereine vor einem Spiel auf eine Verlegung einigen, so wie es zwischen Iserlohn und Düsseldorf der Fall war, würde das Spiel neu angesetzt.

Alle sind sensibler und nervöser, das ist doch klar.

Gernot Tripcke, DEL-Geschäftsführer

Torsten Ankert und Andy Jenike haben sich am Seilersee klar positioniert, die Ansetzung der Spiele kritisiert, vor allem auch vor dem Hintergrund der neuen Abstiegsregelung. Hier gehe es um Jobs, um die Zukunft von Vereinen. Muss man nicht auch deshalb die Situation noch einmal analysieren?

Das macht es sicherlich schwieriger. Alle sind sensibler und nervöser, das ist doch klar. Aber auch das haben sich die Klubs auferlegt. Es ist keine Idee von mir oder der Liga. Das müssen wir jetzt aber durchziehen, können nicht, weil wir ein paar Spiele verlegt haben, davon abrücken. Sollte die Saison aufgrund der Situation noch einmal ganz abgebrochen werden müssen, dann muss man gucken. Aber wir haben die lange Olympiapause als Notstopfen. Ich hoffe jetzt aber auch mit dem neuen Test-Prozedere und der Tatsache, leider, dass vielleicht jetzt auch alle Mannschaften durchseucht sind – wenn sie nicht ohnehin schon geimpft waren –, dass uns das jetzt nicht mehr passiert. Ich bin dafür, dass man Verträge, auch im Hinblick auf Auf- und Abstieg, einhält, wenn man sie mal geschlossen hat.

Wie könnte die Olympiapause noch einmal zum Puffer werden?

Das werden wir in den nächsten Wochen mit den Klubs besprechen, damit man diese Zeit vielleicht für Nottermine hätte. Wir hoffen alle generell, dass die NHL-Jungs dabei sein können, dann würde die Mannschaft vielleicht nur zur Hälfte aus DEL-Spielern bestehen. Dann könnte noch der eine oder andere aus dem europäischen Ausland dazu stoßen. Neben der Schweiz sind wir ohnehin die einzige Liga, die während Olympia vier Wochen Pause macht, sodass man vielleicht das erste und letzte Wochenende notfalls noch spielen könnte. Das könnte für Mannschaften, die viele Spieler abstellen, nicht gelten. Aber ich glaube, es ist besser, dass zwei Nationalspieler fehlen, als nur mit zehn Spielern aufzulaufen.

Auch interessant

Kommentare