Keine hektischen Lösungen

Stimmung in der Roosters-Kabine auf dem Nullpunkt

+
Marko Friedrich und die Iserlohn Roosters verloren im Westderby gegen die Düsseldorfer EG am Sonntag erneut ein wichtiges Spiel und geraten immer mehr unter Druck.

Iserlohn - Ist ein ruhiges, besonnenes Vorgehen ein Makel? Gerade in den schwierigen Momenten scheint es wichtig, die Optionen in Ruhe zu prüfen. Die Iserlohn Roosters aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) tun das nach dem 2:6-Debakel gegen Düsseldorf am Sonntag.

Keine hektischen Lösungen, keine Schuldzuweisungen. Stattdessen Detailanalyse – auch nach der Pleite im Westderby gegen die Düsseldorfer EG. „Ich will keine Ankündigungen machen, ich will keine großen Dinge sagen, ich will mit allen Beteiligten in Ruhe darüber sprechen, was unsere Optionen sind“, sagt Manager Karsten Mende. 

Der ehemalige Nationalspieler prüft schon seit längerem alle Handlungsoptionen. Die Roosters könnten versuchen, einen neuen Spieler in den Kader zu integrieren, die Erfahrung der vergangenen Jahre aber zeigt, dass das, was man jetzt bekommt, nicht immer für Qualität bürgt. Eine andere Option ist sicherlich, schwache Leistungen von ausländischen Führungsspielern durch Verbannung auf die Tribüne abzustrafen. Dafür könnte man Bettahar, Kahle und Shevyrin Eiszeit und damit Gelegenheit geben, sich weiter zu entwickeln. 

Wenig verwunderlich dürfte sein, dass die Stimmung nach der DEG-Niederlage in der Kabine den Nullpunkt erreicht hat. „Ich bin enttäuscht für die Mannschaft“, sagt Cheftrainer Jari Pasanen. Die hatte sich vorgenommen den ersten Treffer zu verbuchen, sich so Selbstvertrauen zu erarbeiten und dieses Spiel mit einer steten Führung für sich zu gestalten. „Dann aber kamen diese ersten beiden Gegentreffer. Den ersten Konter kann ich verschmerzen, den zweiten Gegentreffer aber dürfen wir uns nicht fangen. Wir machen es den Gegnern zu leicht, leisten uns zu einfache Fehler“, unterstreicht der Coach. 

Angesprochen auf Kritik einigen Spielern gegenüber, bleibt sich Pasanen treu: „Kritik werde ich intern äußern, nicht in der Öffentlichkeit.“ Doch waren die Tatsachen für alle sichtbar. Down, Rallo und Wruck oder die vierte Formation mit Blank, Friedrich und dem überraschend wiedergenesenen Brad Ross haben hart gearbeitet, andere Formationen nicht. Halischuk oder Pikkarainen blieben blass. „Wir waren einfach schlecht. Aber wer bin ich, der Kollegen kritisiert, das muss der Trainer tun. Allerdings dürfen unsere Fans erwarten, dass wir kämpfen. Das haben nicht alle getan. Aber die Fans erwarten das und sie zahlen dafür, dass wir alles geben“, betont Boris Blank. 

Jari Pasanen wurde auf dem Rückweg von der Pressekonferenz in die Kabine von rund 30 Fans abgefangen, die ihrem Unmut über die derzeitigen Leistungen äußerten und das Verhalten einzelner Spieler in München kritisierten. „Sie haben zurecht angemerkt, dass einige aus der Mannschaft sich nicht bei ihnen nach Spielende für die Unterstützung bedankt haben. Das unterstütze ich“, betont Pasanen. 

Applaus bekam der Finne für ein anderes Angebot. Weil er keine Antwort darauf hatte, warum bestimmte Akteure nicht alles geben, lud er die Fans in die Kabine ein, um dort selbst mit den Angesprochenen zu reden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare