Bei den Iserlohn Roosters werden die Beine schwer

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Auch wenn es in dieser Szene anders aussieht: Derzeit tun sich die Iserlohn Roosters um Brooks Macek (links) schwer mit dem Toreschießen. Nicht zuletzt deshalb ging das Spiel in Köln am Dienstag verloren.

Iserlohn - In den Katakomben der Kölnarena knallten die Türen, waren die Gesichter außergewöhnlich ernst – bei Spielern und Verantwortlichen. Mit dem 0:2 bei den Kölner Haien am Dienstag haben die Iserlohn Roosters zum ersten Mal in dieser Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zwei Niederlagen hintereinander kassiert, ohne dabei zu punkten und ohne ein Tor zu schießen.

„Köln hat ein gutes erstes Drittel gespielt und wir haben unsere Stärken nie richtig aufs Eis bekommen“, sagt Manager Karsten Mende. Auch die Beine seien einfach nicht so da gewesen.

Beine, genau die entwickeln sich zum Problem. Insbesondere im Spielaufbau haben die Roosters seit 150 DEL-Minuten Probleme mit schnellem Forechecking des Gegners. Das war schon am Seilersee so, erst recht in Wolfsburg am Sonntag und garantiert gegen die Haie.

Nicht nur, dass das Team von Trainer Jari Pasanen im Gegensatz zu unzähligen anderen Spielen dieser Saison läuferisch immer einen Schritt langsamer ist. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass derzeit der Kopf zu langsam reagiert. „Vielleicht liegt es an der Einstellung, am Biss“, meint Verteidiger Kevin Lavallée. Nicht, dass er und seine Teamkollegen nicht wollen würden, sie können nicht. „Ich will das so nicht bestätigen, da wäre mir zum momentanen Zeitpunkt einfach zu viel herein interpretiert“, antwortet Mende. Trotzdem ist ein kleines Loch nicht wegzudiskutieren.

Vor allem, weil es eigentlich mit Ansage kommt. Schon vor zwei Wochen beklagte Jari Pasanen in einem Gespräch die Tatsache, dass er seit Wochen aufgrund der Vielzahl der Spiele und des engen Kaders kaum mehr trainieren konnte. Seine Mannschaft, die von ihrer Spritzigkeit lebt, vom Umschaltspiel und der Kontergefahr, kann derzeit keines dieser Attribute aufs Eis bringen. Auch das Überzahlspiel war nicht das, was es hätte sein können. „Es wird wichtig sein, die Pause für uns zu nutzen, da müssen wir unglaublich gut entscheiden, wie viele Tage wir der Mannschaft frei geben und wie viele Tage wir arbeiten“, so Pasanen.

Deshalb ist auch so wenig erstaunlich, dass das Team Probleme mit dem Toreschießen hat. Ohne die Geschwindigkeit in den Beinen und im Kopf wirken die Roosters fast ungefährlich. Trotzdem hatten sie in beiden Spielen die Chance, am Ende als Sieger vom Eis zu gehen.

Nach zwei Niederlagen ist die Stimmungslage alles andere als amüsiert. Und ausgerechnet jetzt folgen zwei Ligapartien, in denen man gewinnen muss. Freitag geht’s zum Schlusslicht nach Krefeld, Sonntag kommt Schwenningen. Jeder erwartet sechs Punkte. Jetzt aber kommt auch der Faktor „Druck“ dazu. Wie die Mannschaft damit umgeht, musste sie bislang noch nicht unter Beweis stellen. Eine ganz andere Premiere.

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