Roosters geraten nach vier Niederlagen unter Druck

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Allzu häufig war der gegnerische Kasten – hier das Schwenninger Gehäuse in der Partie am Sonntag – für Nick Petersen (links) und die Roosters in den vergangenen Partien wie vernagelt.

Iserlohn - Dass Fans der Iserlohn Roosters die Eissporthalle am Seilersee schon vor der Schlusssirene verlassen, hat man in dieser Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) noch nicht gesehen. Bis zum Sonntag. Da machten sich die Ersten nach dem Schwenninger 4:1 auf den Weg in Richtung Auto. Selbst die Ehrengastbereiche lehrten sich so schnell wie nie.

Erfolg macht sexy, sagten die Verantwortlichen oft in dieser Serie. Aktuell gilt: Vier Niederlagen im Januar machen Sorgen. Zum ersten Mal in dieser Saison ist rund um den IEC ein Hauch von Druck zu spüren. Angst macht sich breit, man könnte auf der Zielgeraden die herausragende Ausgangssituation, einen Platz unter den besten vier Mannschaften, noch verlieren.

Über die Gründe wird viel spekuliert, Trainer Jari Pasanen hat sie für sich entschlüsselt. „Der Virus, den wir noch immer in der Kabine haben, macht uns nachhaltig Sorgen. Vielleicht war es ein Fehler, den Spielern anschließend nicht die notwendige Ruhe zu geben, sondern sie sofort wieder einzusetzen“, mutmaßt der Chefcoach. Aber ist allein das der Grund dafür, warum die Mannschaft keine Tore schießt?

Betrachtet man die Partie gegen Schwenningen in aller Ruhe, haben nicht die Wild Wings das Match gewonnen, sondern die Roosters es verloren. Unzählige Chancen erarbeitete sich die Mannschaft vom Seilersee, war letztlich aber nicht in der Lage, die Scheibe über die Linie zu bringen.

„Die Enttäuschung ist riesig. Wir haben in den letzten vier oder fünf Spielen sicherlich kein gutes Eishockey gespielt. Du führst mit 1:0, machst dann aber nicht das zweite Tor und bekommst irgendwann den Gegentreffer“, so Pasanen. Dass die Gegentore fielen, hat nichts mit einer schlechten Defensive zu tun.

Obwohl einige Akteure derzeit im tiefsten Loch der Spielzeit stecken, gelingt es, hinten gut zu stehen. Erst spät verbuchen die Gegner die Treffer, weil sich irgendwann der eine Fehler nicht vermeiden lässt. Schwenningens erster Treffer war so ein Aussetzer, Torhüter Langes Fehlgriff, der zum 2:1 führte, passiert einmal im Jahr.

„Sie hatten ein Stück von dem Glück, das wir nicht hatten. Obwohl wir hart gearbeitet haben, wurden wir nicht belohnt. Aber das ist egal, wir müssen uns wieder als Team zusammenraufen, unseren Erfolg erzwingen, mehr Tore schießen, es einfacher halten“, sagt Mike York und spricht den Kern des Problems an: Das Spiel einfach halten, wieder zu dem zurückfinden, was die Mannschaft stark gemacht hat.

Pasanen hat seinen Jungs zwei Tage frei gegeben. Nicht als Belohnung, sondern um die Akkus aufzuladen. Am Wochenende in Düsseldorf und daheim gegen Straubing sollten sie noch Punkte holen, damit auf den letzten Metern der Saison alles den Gang geht, den sich das gesamte Sauerland wünscht.

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