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Davis Pahl und die tätowierte Schalksmühler Jahnhalle

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Von: Thomas Machatzke

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zwei männer vor wand mit tattoo
Der STV-Vorsitzende Klaus-Peter Wiebusch (rechts) mit Grafikdesigner David Pahl vor dem neuen Wandtattoo der vereinseigenen Jahnhalle. © Thomas Machatzke

Die Hallenwand der altehrwürdigen Jahnhalle ziert seit dem Wochenende ein Wandtattoo, das die sportliche Vielfalt des Vereins abbildet.

Schalksmühle – Mehrspartensportvereine stehen für eine Vielfalt der Leibesübungen. Das Wort ist ein wenig aus der Mode gekommen, gewiss, und genauso wirkt der Verein ja mitunter ein bisschen altbacken in Zeiten, in denen Fitnessstudios boomen, in der Entwicklungsplanung nicht mehr von Sportstätten, sondern von Sporträumen die Rede ist und eine Trendsportart in der öffentlichen Wahrnehmung die andere ersetzt. In diesem Gesamtkontext müssen sich auch Sportvereine neu erfinden.

Der Schalksmühler TV tut dies im Moment gerade, optisch jedenfalls. Die altehrwürdige Jahnhalle hat in den vergangenen Monaten einen Wandel vollzogen. Die neue Fensterfront hat sie heller und einladender gemacht, der neue Anstrich und die kleinen Wandtattoos machen sie moderner als so manche Muckibude.

Und im Zuge der allgemeinen Tätowierungen ist am Wochenende nun das Meisterstück fertig geworden: Die freie Wandfläche im oberen Teil der Halle in Richtung Friedhof ziert seit dem Wochenende ein riesiges Wandtattoo, aber nicht irgendeines: Das Tattoo soll genau jene Vielfalt abbilden, die der Besucher oder bestenfalls das Mitglied beim Schalksmühler TV antrifft. Neben den roten Lettern S, T und V gibt es auf der Wand einen Volleyball, einen Basketballer, ein wenig versteckt einen kleinen Zelluloidartisten, ein paar Läufer, ein Diskuswerfer, die Sportart Parkour findet Beachtung – und natürlich Turnerinnen in verschiedenen Posen.

Davis Pahl und die tätowierte Schalksmühler Jahnhalle

Direkt vor dem Tattoo sind die Geräte fürs Training inzwischen fest installiert aufgebaut. Auch ein Turner, der an den Ringen hängt. Gibt es den denn noch beim STV? Klaus-Peter Wiebusch lacht. „Nein, im Moment nicht“, sagt der 1. Vorsitzende mit Blick darauf, dass die Turnsparte eigentlich seit Jahrzehnten nurmehr weiblich besetzt ist im Verein, „aber vielleicht wäre das mal wieder eine gute Idee.“

Gezeichnet hat das große Wandtattoo David Pahl. Der Lüdenscheider hat den kompletten Samstag und den halben Sonntag dafür benötigt. Es ist nicht das erste und auch nicht das größte Werk des Grafikdesigners, der im Hauptjob für die Werbeagentur David & Goliath arbeitet. Die Thünentreppe in Lüdenscheid hat er zum Beispiel auch schon gestaltet, und zuletzt zudem das Coworking-Haus in Halver. Die Sportmotive sind eine neue Herausforderung gewesen, doch er hat sie mit alle Routine und Akribie gemeistert.

Unter dem Namen „Moderne Sportstätte“ lief das Landesprogramm, mit dessen Hilfe der STV zuletzt so manche Maßnahme in der Jahnhalle geschultert hat. Und modern ist sie geworden, die alte Halle. Durch das Tattoo noch ein bisschen moderner im Erscheinungsbild. Bereit, die sportliche Vielfalt in die Zukunft zu tragen.

Und noch etwas dokumentiert das Tattoo: Das, was der Besucher beim Schalksmühler TV eben nicht mehr antrifft: Einen Handballer sucht man im Wandtattoo vergebens. Dabei hat der Handball den Verein bekannt gemacht in ganz Westfalen, die Handballer des STV waren einer der großen Werbeträger der Volmegemeinde. Die Handballer und der STV – das sind nun zwei Welten. Wer es lesen möchte, kann es an der Hallenwand ablesen.

Neue LED-Leuchten für die Sporthalle

Abgeschlossen sind die Arbeiten in der Jahnhalle noch nicht. Im oberen Teil der Halle sind zuletzt LED-Leuchten installiert worden. Dies ist auch noch für den unteren Hallenteil – die eigentliche Haupthalle – vorgesehen. Aktuell erhält zudem die Vereinsgaststätte einen Anstrich. Auch sie soll ein komplett neues Erscheinungsbild erhalten, auch neue Tische und Stühle sollen angeschafft werden. Außerdem ist in diesem Sommer noch der Austausch der Heizung in der Jahnhalle geplant. Die energetische Sanierung der Halle wird wie die Fensterfront über das Programm „Moderne Sportstätte“ finanziert.

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