Neue Corona-Schutzverordnung

3G im Hallensport: Das sagen die Vereine im MK

Training, Wettkampf oder Zuschauen in der Sporthalle: Das geht ab Freitag nur noch nach der 3G-Regel.
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Training, Wettkampf oder Zuschauen in der Sporthalle: Das geht ab Freitag nur noch nach der 3G-Regel. Das digitale Impfzertifikat dürfte für viele ein noch wichtigerer Begleiter sein als zuletzt.

Genesen, geimpft oder getestet – für Menschen ohne eines dieser drei „Gs“ soll es ab Freitag bei einer Inzidenz von über 35 keinen Hallensport mehr geben: Das sieht die neue Corona-Schutzverordnung des Landes NRW vor, die Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Dienstag vorgestellt hat. Aber wie können die heimischen Hallensportler diese Vorgaben umsetzen?

Wir fragten bei einigen Vereinen im Märkischen Kreis nach.

HSG Lüdenscheid (Handball)

„Grundsätzlich sehe ich die neuen Regelungen als Erleichterung. Jetzt weiß jeder, worauf er sich einstellen muss. Dass die Rückverfolgbarkeit komplett wegfällt, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Wir werden das auf jeden Fall weitermachen – sowohl mit der Luca-App als auch mit einer Einzel-Rückverfolgung. Mit Blick auf diese großen Listen, die bei vielen Veranstaltungen öffentlich rumliegen, haben wir Datenschutzbedenken. Das größte Problem, dass ich bei der Umsetzung der Regeln sehe, ist der personelle Aufwand, den man bei einem Heimspieltag betreiben muss. Ich rechne mit mindestens zwei bis drei Personen, die am Eingang nötig sind, um alles zu kontrollieren. Ein Heimspieltag dauert bei uns von 14 bis 20 Uhr. Da werden wir wahrscheinlich im Schichtbetrieb arbeiten. Die Kontrolle der Tests und Impfzertifikate im Training ist in meinen Augen kein Problem.“

TuS Oberbrügge (Breitensport)

„Mit der Neuregelung bin ich sehr zufrieden. Sie beschränkt sich auf das Wesentliche. Trainer und Teilnehmer müssen geimpft, genesen oder getestet sein – und fertig. Beim Sport für Kinder und Jugendliche sind nicht einmal Testung oder Testnachweis erforderlich, weil die Kinder entweder generell nicht getestet werden müssen bis Schuleintritt oder wir nach Beginn der Schulpflicht darauf vertrauen dürfen, dass die Testungen über die Testpflicht in den Schulen durchgeführt sind – auch das ist einfach. Schülerausweise sind natürlich nur zu verlangen bei älteren Jugendlichen, die wir nicht ohnehin kennen. Auch das Führen von Teilnehmerlisten – die einfache oder besondere Rückverfolgbarkeit – fällt weg.

Ein minimaler organisatorischer Aufwand für unsere Trainer und Trainerinnen besteht nur noch darin, den Immunisierungsnachweis zu checken. Ansonsten geben wir Acht darauf, dass die Hygiene- und Abstandsregeln außerhalb der Sportausübung eingehalten werden und das so, wie wir es schon seit dem Frühsommer 2020 erfolgreich praktizieren. Also Maske auf außerhalb des Sports „im Begegnungsverkehr“, Desinfizieren am Spender auf dem Weg in die Halle, Hände waschen, einzelne Sportgeräte nach dem Einsatz und größere Flächen in Abständen desinfizieren, gut Lüften usw. Das hat bisher super geklappt und wird es auch weiterhin.“

TS Evingsen (Handball)

„Ich begrüße die neue 3G-Regel. Die meisten Spieler unserer Senioren und auch die Trainer sind geimpft, von den anderen werden wir einen negativen Test verlangen und die Schüler gelten nach der neuen Regelung ja als getestet. Bei den Heimspielen werden wir auf das Hygienekonzept aus dem letzten Jahr zurückgreifen, inklusive der Aufteilung der Sitzplätze im Schachbrettmuster. Am Eingang werden wir kontrollieren müssen, ob Zuschauer geimpft, genesen oder getestet sind. Dafür werden wir allerdings einiges an Personal benötigen und werden daher versuchen, die Heimspiele unserer Mannschaften möglichst hintereinander weg zu takten. Stand jetzt gehe ich davon aus, dass wir maximal 120 Zuschauer in die Halle lassen dürfen, das wird dann etwas kompliziert. Zuschauer werden sich bei unseren Heimspielen über die Luca-App registrieren können, das haben wir geregelt.“

Turbo-Schnecken Lüdenscheid (Breitensport)

„Die Regelungen waren vorhersehbar – deshalb sind wir nicht wirklich von ihnen überrascht und haben uns auf sie vorbereiten können. Wir hatten ja bereits einmal eine Phase, in der wir nur genesene, geimpfte oder getestete Personen einlassen durften, so dass wir das Prozedere schon kennen. Mit unserem Systemanbieter haben wir mittlerweile das Hochladen der Impfnachweise ermöglicht: Mitglieder können ihre Zertifikate dort zur Verfügung stellen. Beim Einlass wird dann erkannt, ob die Person zugangsberechtigt ist oder nicht. Wer seinen Impfnachweis nicht hochladen kann, kann ihn natürlich auch vor Ort zeigen. Und natürlich erhalten bei uns auch Nichtgeimpfte mit negativem Test Zutritt zum Schneckenhaus.“

Baskets Lüdenscheid (Basketball)

„Zunächst finde ich es gut, dass wir nun eine klare, nicht mehr so komplizierte Regelung haben wie zuletzt. Einige Fragen stellen sich mir aber dennoch: Wie können wir als Verein sichergehen, dass die Schüler den letzten Test in der Schule auch tatsächlich absolviert haben? Wird die Kontrolle der Teams an Spieltagen bei den Schiedsrichtern liegen oder beim Heimverein? Ich erhoffe mir da auch vom Westdeutschen Basketball-Verband noch klare Regelungen. Die Kontrolle vor Ort wird bei Heimspielwochenenden natürlich aufwendig sein.“

TV Jahn Plettenberg (Turnen, Breitensport)

„Wir haben ohnehin geplant, im am 23. August wieder beginnenden Übungsbetrieb die 3G-Regel konsequent umzusetzen und die Mitglieder im Vorfeld bereits informiert – insofern trifft uns die neue Regelung nicht unvorbereitet und entspricht auch unserer Auffassung, wie der Sport in unserer Turnhalle in den nächsten Wochen nach der langen Pause wieder anlaufen kann. Da aktuell noch keinerlei Wettkämpfe unserer Turnerinnen und Turner geplant sind, haben wir noch nicht besprochen, wie wir bei Wettkämpfen verfahren werden. Wenn es so weit ist, werden wir einen Personenkreis bestimmen, der sich um die Einhaltung der Regeln kümmert und gemeinsam besprechen, wie wir das umsetzen. Das werden wir auch hinbekommen…wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“

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