Keine reguläre Oberliga-Saison

Corona bremst auch Turner weiter aus

Konrad Brandts wird im November nicht für den TSV Kierspe turnen.
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Konrad Brandts wird im November nicht für den TSV Kierspe turnen. Der Lüdenscheider absolviert im Moment ein Auslandssemester in St. Petersburg.

Eine reguläre Saison der Turn-Oberliga der Männer wird es in diesem Herbst erneut nicht geben.

Märkischer Kreis - Nach der langen Corona-Pause hatte der Beauftragte fürs Ligawesen, Ralf Bredebusch, die Bereitschaft in den Vereinen zum Wettkampfturnen abgefragt. Die Meinungen indes gingen weit auseinander. Und tatsächlich bleibt es schwierig einzuschätzen, wie schnell eine Rückkehr an die Geräte sinnvoll ist. So mancher Verein muss zunächst noch viel Aufbauarbeit im Training leisten.

„Es gibt inzwischen ein Modell, das zwar noch nicht offiziell ist, nach dem es aber zumindest eine Art Saison auf freundschaftlicher Basis geben soll, natürlich dann ohne Auf- und Abstieg“, sagt Uwe Hütz, Trainer des TSV Kierspe. Die Kiersper gewannen 2019 überlegen die letzte komplett ausgetragene Oberliga-Saison und starteten im Dezember 2019 sogar in der Aufstiegsrelegation in Oberhausen. Lange ist’s her…

Freundschaftswettkämpfe aller Teams

Der Ansatz für die Rückkehr an die Geräte nach der im Frühjahr auch in der Verbands- und Landesliga ausgefallenen Saison ist folgender: In zwei Gruppen sollen im November zunächst analog zum normalen Ligabetrieb im weiblichen Bereich zwei Freundschaftswettkämpfe in den jeweiligen Gruppen stattfinden. Das heißt: Es gibt keine Duelle zweier Teams, wie es eigentlich üblich ist. Stattdessen treffen sich alle Teams einer Gruppe an einem Ort und ermitteln zweimal an den Geräten eine Rangfolge.

Bredebusch hat diese Gruppen durchaus nach Leistungsvermögen eingeteilt. In der Gruppe 1 sollen die Oberligisten starten, also neben dem TSV Kierspe auch die Riegen aus Stadtlohn, Bochum, Mettingen, Leopoldshöhe und Paderborn. Diese Gruppe dürfte mit sechs Riegen relativ sicher gut besetzt sein.

In der Gruppe 2, in der viele Verbands- und Landesligisten starten dürfen, gibt es viele Fragezeichen. Hier führen die Teams aus Gleidorf (Kickenbach), Dortmund und Witten das Feld an. Der TV Jahn Plettenberg und die 2. Mannschaft aus Leopoldshöhe haben noch ein Fragezeichen hinter einen möglichen Start gesetzt. Die Riegen aus Kamen/Lünen/Hamm und Wünnenberg haben sich noch gar nicht zu ihren Planungen geäußert.

TSV Kierspe meldet keine zweite Mannschaft

Der TSV Kierspe hat sich zu einem Start der 2. Mannschaft klar positioniert – das Landesliga-Team wird nicht antreten. „Dafür ist die Personaldecke im Moment zu dünn“, sagt Meistertrainer Hütz, der auch für die 1. Riege nicht mehr die Qual der Wahl hat. Miguel Steinig fehlt aufgrund eines Auslandssemesters in Spanien. Konrad Brandts – neben André Bienlein und Kevin Meisel der dritte Lüdenscheider im Meisterteam von 2019 – hat seinen Studienort für das aktuelle Semester auch gewechselt: Statt in Jena studiert Brandts aktuell in St. Petersburg. Dazu hat es Sam Scholz nach Marburg verschlagen – auch er trainiert aktuell nur sehr eingeschränkt und wird nicht für alle Geräte zur Verfügung stehen. Ob Routinier Hendrik Wünsch nach langer Trainingspause an die Geräte zurückfinden wird, ist zudem offen. Da es zudem bei den nachwachsenden Youngstern zwei Abgänge zu verzeichnen gibt, sieht Hütz den TSV Kierspe mit einer Riege für den Restart im November sehr gut aufgestellt.

Terminiert sind die beiden Wettkämpfe – in beiden Gruppen – für den 13. November und den 27. November. Am 27. November wird Stadtlohn in der Gruppe 1 der Ausrichter sein. Am 13. November hätte der TSV Kierspe gerne in der Vierfachhalle am Felderhof den Gastgeber gegeben, doch an diesem Tag ist die Halle bereits durch die Handballer belegt.

„Deshalb haben wir uns nun für das Ligafinale am 4. Dezember beworben“, sagt Uwe Hütz, „dort werden die besten drei Riegen aus beiden Gruppen antreten. Es birgt natürlich die Gefahr, dass man dann selbst nicht dabei ist.“ Angesichts der personellen Entwicklung hält der Trainer das nicht für undenkbar. Hütz indes bleibt am Ende doch Optimist: Ein Platz in den „Top 3“ sollte es in der Vorrunde schon sein, und dann dürfte es im Dezember am Felderhof einen ganz besonderen Jahresausklang geben.

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