Eishockey, DEL

O‘Connor-Schock für die Iserlohn Roosters vor der Bremerhaven-Reise

Eishockey-Zweikampf vor dem Tor
+
Teuer erkaufter Sieg gegen das Schlusslicht: Die Roosters müssen lange auf Ryan O‘Connor verzichten.

Ryan O‘Connor, der am Mittwoch im Krefeld-Spiel vom Puck mit voller Wucht im Gesicht getroffen wurde, muss operiert werden und fällt wieder lange aus. Bitter für die Iserlohn Roosters im Playoff-Kampf vor dem Bremerhaven-Spiel.

Iserlohn – Die Diagnose ist niederschmetternd: Aufgrund eines Kieferhöhlen- und Nasenwurzelbruchs wird Verteidiger Ryan O‘Connor den Iserlohn Roosters erneut für unbestimmte Zeit fehlen.

Eine Operation ist unumgänglich. Schuld war ein Schuss, abgefeuert von Filips Buncis zu Beginn des letzten Drittels der Krefeld-Partie am Mittwoch. Der Puck traf mit unglaublichem Tempo die linke Wange von O‘Connor und holte den so stabilen Verteidiger von den Beinen. Schon Minuten später war klar, die mittelgroße Fleischwunde war nicht das Schlimmste, was sich der vielleicht wichtigste Spieler im Kader der Roosters zugezogen hatte.

„Es geht ihm ganz okay, wichtig ist, dass keine bleibenden Schäden bei den ersten Untersuchungen zu erkennen waren, so dass wir von einer vollständigen Genesung ausgehen können“, sagt Cheftrainer Brad Tapper.

O‘Connor-Schock für die Roosters vor der Bremerhaven-Reise

Ironie des Schicksals: Schon vor der laufenden Saison waren sich alle rund um den Seilersee sicher, dass vor allem einer sich in dieser Saison nicht würde verletzen dürfe: Ryan O‘Connor. Jetzt passiert es im Doppelpack. Wenige Spiele nach seiner bemerkenswerten Rückkehr von einem Armbruch, der ebenfalls operiert werden musste, steht die nächste OP an.

Ob es in dieser Saison eine Rückkehr auf das Eis geben kann, steht in den Sternen. Zudem ist O´Connor neben Dieter Orendorz der zweite Defensivakteur, der definitiv für Wochen nicht zur Verfügung stehen wird. Im Match am Freitag bei den Fischtown Pinguins aus Bremerhaven setzt das Trainerteam auf Bobby Raymond, der schon in den Wochen der Armverletzung O‘Connor vertreten und einen guten Job gemacht hat. Aber auch der Ex-Kapitän konnte, trotz aller Bemühungen, die Klasse des Star-Verteidigers nicht erreichen.

Auch O‘Connors hervorragender Leistung war es zu verdanken, dass die Roosters im ersten Drittel des Krefeld-Matches eine überragende Leistung aufs Eis brachten. Im Powerplay und „Fünf-gegen-Fünf“ überzeugte die Mannschaft von Brad Tapper auf beeindruckende Art und Weise, hätte an diesem Abend kaum einer anderen Mannschaft eine Chance gegeben, diesen Abschnitt für sich zu entscheiden.

Hommel-Lob für beeindruckendes erstes Drittel

„Wir haben uns wirklich hervorragend unterstützt, sind unglaublich viel Schlittschuh gelaufen. Die Stürmer waren in der Rückwärtsbewegung immer da und haben den Verteidigern geholfen. Es war sicherlich eines unserer besseren Drittel“, betont Manager Christian Hommel bescheiden. Zu bescheiden. Aber so gut, wie der erste Abschnitt, umso mehr offenbarten sie Spielminuten 21 bis 60, dass die Sauerländer als Mannschaft noch nicht gut genug sind, um eine solche Leistung auch über eine gesamte Partie aufs Eis zu bringen.

„Das ist schon ärgerlich. Wir können im Vergleich mit den Topteams mithalten – für eine Zeit. Wir sind allerdings auch als Mannschaft noch nicht soweit, ein solches Spiel auf Topniveau über 60 Minuten aufs Eis zu bringen“, betont Torhüter Andy Jenike in klaren Worten. Das ist natürlich ein Prozess.

Wie gut Christian Hommel in dieser Saison eingekauft hat, zeigt aber auch die Premiere von Whitney Nummer zwei am Seilersee. Stürmer Steve zeigte an der Seite von Joe und Brody Sutter ein starkes erstes Match, zeigte, wie gut er Schlittschuhlaufen kann und welche Kraft ihm, trotz der kleinen Körpergröße, zur Verfügung steht. Gemeinsam mit Brody Sutter, der sich bekanntlich Ende März in seine Heimat verabschieden wird, hatten die Roosters eine zweite Topformation neben Bailey, Grenier und Lowry.

Hoffen auf Schwächen bei den Gastgebern

Auch die beiden anderen Formationen funktionierten. Erstmals in dieser Saison hatten die Blau-Weißen übrigens auf den Einsatz eines U23-Spielers verzichtet. Neben Johnston und Raymond saßen auch Proske und Fleischer auf der Tribüne.

Tiefe war an diesem Abend gegen Krefeld das Maß der Dinge und könnte es auch an der Nordsee sein. Zwar stehen die Pinguins noch immer weit oben in der Tabelle der DEL-Nordgruppe, ganz so souverän wie ihre Spielweise zu Saisonbeginn war, offenbaren die Bremerhavener dieser Tage auch einmal die ein oder andere Schwäche.

Mit Ausnahme von Raymonds Rückkehr in den Kader dürfte sich denn auch personell bei den Roosters wenig verändern. Andy Jenike wird wohl den nächsten Start bekommen. Es bleibt zu hoffen, dass die Iserlohner ihren Plan ähnlich dem Krefeld-Match aufs Eis kriegen. Dann dürfte es eine gute Chance auf den nächsten Erfolg und einen weiteren kleinen Schritt in Richtung Playoffs geben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare