Ohne Training in die Werdohler Startelf

Ein völlig unerwartetes Comeback

werdohl-fußball-landesliga-comeback-sachsenröder
+
Aushilfsstürmer Thomas Sachsenröder (2. von links) sorgte am Sonntag bei Standards dank seiner Kopfballstärke immer wieder für Gefahr vor dem Kasten des VfL Bad Berleburg.

Es war eine Personalie, mit der Trainer Manuel Sander am Sonntag im Heimspiel des Fußball-Landesligisten FSV Werdohl gegen den VfL Bad Berleburg (Endstand 0:3) die Zaungäste überraschte. 

Mit Thomas Sachsenröder hatte „Manni“ einen Routinier aus dem Hut gezaubert, der in der Spitze steter Unruheherd war und die Lennetaler in der ersten Halbzeit beinahe in Führung geschossen hätte. „Das Tor muss ich machen“, sagte „Sachse“, der sein erstes Landesliga-Spiel über die volle Distanz bestritt. Und das im Alter von 35 Jahren.

Wer die Fußballerszene in Werdohl und Plettenberg seit Jahren verfolgt, der kennt auch den Namen Thomas Sachsenröder. Am Riesei durchlief „Sachse“ den kompletten Jugendbereich, danach absolvierte er sein erstes Seniorenjahr in der damaligen FSV-Reserve. Mit Unterbrechungen – Sachsenröder kickte zwischenzeitlich für den FC Altena 69 und den TuS Plettenberg – absolvierte er mehrere Spielzeiten für die Werdohler Zweitvertretung und verzeichnete auch einen Kurzeinsatz in der „Ersten“. 90 Minuten Landesliga-Fußball, das aber war am Sonntag dann doch Premiere für den groß gewachsenen und hochsympathischen Allrounder.

Lange im Vorfeld geplant war der Einsatz gegen Bad Berleburg keineswegs, im Gegenteil. „Die finale Entscheidung fiel erst am Sonntagmorgen“, sagt Thomas Sachsenröder, der beim TuS Versetal im Sommer 2019 als Spielertrainer ausschied und danach eigentlich „nur“ noch für die Altherren der FSV die Fußballschuhe schnüren wollte. Eigentlich. Als die Kaderplanung des Landesliga-Teams der FSV dann in diesem Frühjahr lange stotterte und schließlich die Routiniers Dennis Rattelsberger und Matthias Voß die Bereitschaft signalisierten, bei „ihrer“ FSV auch auf dem Platz zu helfen, da fiel auch der Name Thomas Sachsenröder. Doch „Sachse“ entschied sich letztlich dagegen, am Riesei ins Landesliga-Aufgebot zu rücken. Vielmehr sagte er seine Unterstützung zu, den Vorstand im Hintergrund zu unterstützen. So, wie es einige „Oldies“ auch getan haben.

Die finale Entscheidung fiel erst am Sonntagmorgen.

Thomas Sachsenröder

Als sich „Sachse“ dann Ende Juni die Hand brach, hatte sich das Thema Landesliga-Fußball ohnehin erledigt. Dachte er jedenfalls. „Ich habe das Heimspiel der FSV gegen Attendorn gesehen und bin da wieder angesprochen worden“, sagt der 35-Jährige. Als dann auch noch der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen am 21. September mitteilte, dass er in diesem Winter keine Hallenturniere genehmigen werde und damit auch für Sachsenröder klar war, dass er auf einen „Budenzauber“ mit den Altherren-Kicker der FSV in den kommenden Monaten wegen der Corona-Pandemie wird verzichten müssen, da wurde ein Punktspiel-Comeback in der Werdohler „Ersten“ doch wieder etwas wahrscheinlicher. Am vergangenen Mittwoch trainierte „Sachse“ wie üblich mit den Altherren, am Donnerstag kam die Anfrage von „Manni“ Sander, am Freitag war Sachsenröder Zaungast des Abschlusstrainings und am Sonntagmorgen sagte er zu, gegen Bad Berleburg am Nachmittag auszuhelfen. Schließlich waren mit Alpay Genc, „Manni“ Sander und Volkan Karadag drei Akteure für das Heimspiel gesperrt.

Ohne auch nur einmal mit der Mannschaft trainiert zu haben, rutschte „Sachse“ gleich in die Startformation – und machte seine Sache mehr als ordentlich. Bei Standards strahlte der 35-Jährige aufgrund seiner Kopfballstärke stets Gefahr aus, in Minute 35 hatte er den Führungstreffer vor Augen, schob die Kugel nach einem Konter aber knapp am Kasten vorbei.

Den Eindruck, den er aber in Summe hinterließ, war ein guter. Ein richtig guter sogar. Da drängt sich die Frage auf, ob sich Sachsenröder auch in den kommenden Wochen in den Dienst der FSV stellen oder ob es bei diesem einen Einsatz bleiben wird? „Ich wollte der FSV und ‘Manni’ einen Gefallen tun und habe am Sonntag ausgeholfen“, betont der Routinier, der aber nicht komplett ausschließen kann, dass er noch einmal für die FSV seine nicht mehr ganz so jungen Knochen in der Landesliga hinhalten wird. Sachsenröder: „Das könnte passieren..

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare