Sportarzt Lasarzewski sieht DFB-Frauen im Halbfinale

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Zuversichtlich: Dr. Bernd Lasarzewski.

Lüdenscheid - Für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft wird es am Samstagabend in Ottawa ernst. Im Achtelfinale gegen Schweden darf sich das Team von Silvia Neid keinen Patzer erlauben. Der Viertelfinaleinzug soll jedenfalls nicht an der medizinischen Versorgung scheitern.

Vor Ort ist Carsten Lueg aus dem Medizinischen Versorgungs-Zentrum in Hellersen als Teamarzt mit von der Partie, aus der Ferne koordiniert Dr. Bernd Lasarzewski, Chefarzt im Sportkrankenhaus im Lüdenscheider Süden, die Dinge. Eine – vor allem mental – nicht immer leichte Aufgabe, wie Lasarzewski im Gespräch mit Sportredakteur Thomas Machatzke zugibt.

Dr. Bernd Lasarzewski, wenn Sie dieser Tage vor dem Fernseher die Spiele der Nationalmannschaft verfolgen, blutet Ihnen dann nicht das Herz, nicht selbst vor Ort dabei zu sein?

Lasarzewski: Ja, sicherlich. Ich kann es vielleicht am besten so erklären: Als die Frauen nach dem letzten Testspiel in der Schweiz auf dem Rasen zum Auslaufen waren und ich dabei stand, da kommt schon der Gedanke: Hier bist du nun dabei, und bei der WM, dem Größten, was es für den Sportler gibt, nicht. Natürlich ist da Wehmut dabei gewesen in diesem Moment. Und auch jetzt, wenn ich die Spiele daheim anschaue. Aber es war beruflich und auch von unserer Urlaubsplanung nicht anders zu regeln in diesem Jahr.

Sie koordinieren die Dinge aus der Ferne? Gab es da schon viel zu tun?

Lasarzewski: Am Wochenende ist Uli Schmieden zurückgekommen und von Carsten Lueg abgelöst worden. Ich habe mich dann mit Uli Schmieden ausgetauscht. Es läuft alles sehr gut und problemlos – es ist ja auch einfach so, dass sich dort wirklich alle gut verstehen. Kleinere Probleme gab es bisher immer wieder durch den ungewohnten Kunstrasen, der die Sehnen und Gelenke ganz anders beansprucht als ein Naturrasen. Aber das haben wir alles mit physikalischer Versorgung gut in den Griff bekommen können.

Sie haben die Spiele hier verfolgt, waren bis kurz vor dem Turnier beim Team. Was haben Sie heute für ein Gefühl? Was geht für die deutsche Mannschaft?

Lasarzewski: Die deutsche Mannschaft wird es unter die besten Vier schaffen, das habe ich fest im Gefühl. Danach wird die Tagesform entscheiden, denn an der Spitze sind die Mannschaften ganz dicht beieinander – ich rechne Titelverteidiger Japan, die USA, Achtelfinalgegner Schweden und auch Frankreich zum Kreise der Favoriten. Aber ich traue es auch dem deutschen Team zu, es zu schaffen.

Dr. Lasarzewski, vielen Dank für das Gespräch.

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