Cheeseburger für die Royals

Herscheider erlebt EM in Wembley: „Eine Mega-Erfahrung“

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Niklas Krinke auf dem „heiligen Rasen“ des Wembley-Stadions. Der Herscheider wird die EM wohl nicht vergessen.

„Es war eine Mega-Erfahrung, einmal bei so einem Turnier mitgewirkt zu haben“, sagt Niklas Krinke. Der 23-jährige Herscheider blickt auf vier Wochen zurück, die für ihn unvergessen bleiben werden. Vier Wochen Fußball-Europameisterschaft, die er im Londoner Wembley-Stadion als Mitarbeiter miterlebte. Inklusive des mitreißenden Endspiels zwischen England und Italien, das für die Three Lions gegen die Squadra Azzurra so bitter im Elfmeterschießen enden sollte.

London/Herscheid - Niklas Krinke war während der EM im Londoner Fußballtempel als Mitarbeiter im Bereich Hospitality tätig und unterstützte bei allen Spielen in Wembley den deutschen Koch Stefan Pappert, der seit 2017 als Lead Chef für das Wembley-Stadion in dem Bereich Logistik, Einkauf, Finanzen und Kochen zuständig ist. Es waren arbeitsintensive Tage für den jungen Herscheider, der wie alle Mitarbeiter strenge Hygiene- und Schutzmaßnahmen einhalten musste. „Vor jedem Matchday in Wembley mussten wir uns testen lassen“, berichtet Krinke. Die große Kritik, dass in England trotz der grassierenden Delta-Variante mehr als 60 000 Zuschauer beim Endspiel dabei sein durften, ist ihm natürlich nicht entgangen. Er selbst, versicherte der Herscheider im Gespräch mit unserer Zeitung, aber auch die zahlreichen Mitarbeiter im Stadion hätten alle Schutzmaßnahmen bestmöglich erfüllt.

Das Achtelfinale zwischen England und Deutschland sei für ihn natürlich ein Highlight gewesen, berichtet der 23-Jährige, das Finale am Sonntag aber hätte diesen Klassiker noch einmal getoppt. „Die Stimmung vor dem Spiel war schon der Wahnsinn. Ich musste am Sonntag bereits um 13 Uhr im Stadion sein, und die U-Bahn war komplett voll mit England-Fans. Alle Lieder von ‘It’s coming home’ bis ‘Sweet Caroline’ wurden rauf und runter gesungen. Der Olympic Way, der Weg, der direkt aufs Stadion zuführt, war bereits mittags komplett voll. Man musste sich erst einmal einen Weg durch die Menschenmassen bahnen“, so Krinke.

Am Endspieltag arbeitete er im Stadion zum vierten Mal während der Euro im Restaurant Center Circle, „von wo aus, im Einklang mit der Mittellinie, man einen perfekten Blick auf das Spielfeld hat.“

Die Stimmung sei unglaublich gewesen – bis zum finalen Elfer-Drama der Southgate-Elf. „Die englischen Fans wollten nach dem Spiel das Stadion relativ schnell verlassen, obwohl sie noch hätten länger bleiben dürfen. Die wenigsten wollten dann jedoch noch an ihren Plätzen sitzen und Shepherd’s Pie serviert bekommen“, so Krinke, der im Center Circle zuvor unter anderem UEFA-Präsident Alexander Ceferin sowie die englische Fußball-Legende David Beckham getroffen hatte. „Die mögen auch gerne Burger“, lacht der junge Herscheider, der beim Finale zudem das Essen für die britischen Royals von der Küche ins Restaurant brachte, aber aufgrund der sehr hohen Sicherheitsvorkehrungen Prinz William und Herzogin Kate sowie den kleinen Prinzen George nicht bedienen durfte. Und was ließen sich die Thronfolger schmecken? „Es gab Double Bacon Cheeseburger“, verrät der Herscheider, der überglücklich ist, bei der Europameisterschaft etliche Eindrücke gesammelt zu haben.

„Anfangs hätte ich nicht gedacht, dass ich überhaupt im Stadion dabei sein werde. Und am Ende bin ich dabei, laufe Gänge entlang, die die wenigsten Stadionmitarbeiter überhaupt kennen, da ich häufig mit den Chefköchen unterwegs war. Es ist manchmal einfacher als man denkt, wenn man einfach mal an sich glaubt. Die Zwölf-Stunden-Schichten waren allesamt anstrengend und dennoch spaßig. Auch, dass es für mich das erste Mal war, im Hospitality-Bereich zu arbeiten, war eine ganz besondere Erfahrung. Ich habe viel gelernt und einige Freundschaften geschlossen. Vor allem zu sehen, wie viel Arbeit im Hintergrund geschehen muss, bis solch’ ein Turnier zustande kommt, hat einem einiges gelehrt. Es war mir ein Vergnügen“, betont Niklas Krinke.

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