In der Schlinge des Coronavirus

+

Kreisgebiet - Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hat die Saison wegen der Coronakrise abgebrochen, in der Fußball-Bundesliga ist der erste Geister-Spieltag beschlossen, in der Champions League kickte Borussia Dortmund am Mittwoch in Paris vor leeren Rängen. Das neuartige Coronavirus sorgt auch im Sport für Chaos – und das nicht nur auf den ganz großen Bühnen.

Der Donnerstag war von einer gewaltigen Dynamik geprägt, insbesondere was die Hallensportarten betrifft. – Nachstehend ein Überblick:

Basketball

In der 2. Bundesliga ProB hätten die Iserlohn Kangaroos am Samstag in der Matthias-Grothe-Halle ihr erstes Playdown-Spiel gegen Lok Bernau austragen sollen, in der ProA sollte Phoenix Hagen am Sonntag eigentlich den FC Schalke 04 zum Derby empfangen. Beide Spiele aber finden nicht satt. Denn: Die für das Wochenende angesetzten Spiele des 30. Spieltag in der 2. Bundesliga ProA sowie die Playoff- und Playdown-Spiele in der ProB sind abgesetzt worden. Darüber informierte die Liga bereits am Donnerstagvormittag mit folgender Mitteilung: „Aufgrund der Entwicklung in den vergangenen Tagen und den deutlichen Verschärfungen der Gesundheitsämter und Behörden in Bezug auf Veranstaltungen mit Zuschauern, sieht die Liga eine massive Ungleichheit bei der Austragung der Spiele. Zudem steht für die Liga, die Gesundheit der Spieler, Trainer, Vereinsverantwortlichen und nicht zuletzt der Fans an oberster Stelle. Die deutlichen Einschränkungen in Bezug auf die Zuschauer bei der Austragung der Spiele führen bei einem Großteil der Vereine zu finanziellen Gegebenheiten, die die Liga gemeinsam mit den Vereinen in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in der kommenden Woche bewerten wird. Um die Gesundheit aller Beteiligten nicht zu gefährden und nach intensiver Beratung hat die Liga entschieden, den 30. Spieltag in der ProA sowie die Playoff- und Playdown-Spiele in der ProB am Wochenende auszusetzen. Die Liga wird sich gemeinsam mit den Vereinen bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung über den weiteren Saisonverlauf beraten und abstimmen.“

Am Nachmittag folgte dann die Entscheidung für die 1. Bundesliga. Auf einer außerordentlichen Versammlung der Clubs in Stuttgart stimmten die Verantwortlichen der Vereine einstimmig für eine Unterbrechung der Saison. Anders als im Eishockey wird die Spielzeit damit noch nicht komplett abgesagt. Auch der Westdeutsche Basketball-Verband (WBV) hat sich am Donnerstagnachmittag in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbörden, dem DBB und den anderen Landesverbänden dazu entschlossen, den Spielbetrieb ab sofort bis auf Weiteres auszusetzen. Dazu heißt es: „Die aktuelle Lage in Bezug auf den Covid-19 Virus erlaubt es uns nicht, den Spielbetrieb weiter durchzuführen. Im Vordergrund steht die Gesundheit von Athleten, Trainern, Schiedsrichtern und alle anderen Beteiligten. Der WBV möchte damit seinen Beitrag dazu leisten, dass die Ausbreitung des Virus verlangsamt wird. Ob es uns gelingen wird, den Spielbetrieb nach Ostern wieder aufnehmen zu können, ist heute noch nicht abzuschätzen. Wir werden hier rechtzeitig und mit Blick auf die weitere Entwicklung eine Entscheidung treffen und die Vereine entsprechend informieren. In den nächsten Tagen werden weitere Informationen zu Meldeterminen, Ranglisten etc. veröffentlicht. Wir empfehlen auch unseren Basketballkreisen, sich dieser Maßnahme anzuschließen.“

Fußball

Am Donnerstag teilte der SV Altena mit, dass er sein traditionsreiches Hallenturnier, das am 21. März hätte stattfinden sollen, abgesagt hat. 16 Teams hatten dem Verein für die 38. Auflage dieses Hobbykickerturniers zugesagt. „Mal sehen, wie weit sich das Virus entwickelt, vielleicht können wir das Turnier eventuell im November oder Dezember nachholen. Im Juni steht auch das Kleinfeldturnier im Reineckestadion auf dem Programm – mal sehen, ob diese Veranstaltung auch abgesagt werden muss.

Und was ist mit den Punktspielen in Westfalen? Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) informierte seine Vereine am Dienstag, dass Spiele ausschließlich unter Umsetzung der Verordnungen des NRW-Gesundheitsministeriums vom 10. März ausgetragen werden. Und der FLVW informierte auch darüber, dass er plane, die Saison 2019/20 zu Ende zu spielen, um Auf- und Absteiger zu ermitteln. „Aufgrund der Tatsache, dass die Zahl der Amateurspiele mit einem Zuschaueraufkommen in Höhe von 1000 Zuschauern überschaubar ist, gilt hier das Vorgehen zur Prüfung des Einzelfalls in Absprache mit den zuständigen Behörden“, teilte der FLVW am Dienstag mit. Und weiter: „Der FLVW steht mit den örtlichen Gesundheitsbehörden und Krisenstäben in Kontakt, um auf mögliche Entwicklungen umgehend zu reagieren und dies dann auch zu kommunizieren. Darüber hinaus gilt, dass im Fall einer diagnostizierten Corona-Infektion bzw. eines Verdachts mit Quarantäneanordnung im direkten Vereinsumfeld der Staffelleiter zu informieren ist. Dann wird das betreffende Spiel verlegt. Der Ausfall einzelner Spielerinnen und Spieler, die bei einem Verdacht nicht in direktem Kontakt zur Mannschaft standen und stehen, berechtigt grundsätzlich nicht zu einer Spielabsetzung. Hier ist die Verhältnismäßigkeit zu wahren, da in anderen Fällen von Erkrankungen und Verletzungen keine Absetzung möglich ist, um überhaupt einen geregelten Spielbetrieb betreiben zu können.“

Indes: Eines erste Lawine ist gestern ins Rollen gekommen, denn der Hessische Fußball-Verband sagte alle Spiele von der Hessenliga abwärts für Männer, Frauen und Nachwuchs bis einschließlich 10. April ab. Am Abend sagte dann der Lüdenscheider Kreis-Jugend-Ausschuss alle Spiele bis zum 13. April ab.

Eishockey

Das war zu erwarten: Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus’ haben die Iserlohn Roosters die für Freitag geplante Saisonabschlussfeier abgesagt. „Wir haben uns mit dieser Entscheidung wirklich schwergetan und haben die verfügbaren Alternativen geprüft, um unseren Saisonabschluss nicht komplett absagen zu müssen. Da jedoch der enge Kontakt zwischen unseren Fans untereinander und mit unserer Mannschaft für diese Veranstaltung essenziell ist, sehen wir uns unter den aktuellen Umständen gezwungen, im Interesse der Gesundheit aller Beteiligten dieses Event abzusagen“, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter der Iserlohn Roosters, Wolfgang Brück. Die Verantwortliche der Roosters „bedauern sehr, dass nach einer durchwachsenen Saison, in der man sich jederzeit auf die Unterstützung der Fans verlassen konnte, keine Saisonabschlussfeier durchgeführt werden kann. Sobald es möglich ist, wird ein neuer Termin festgesetzt, um die Eishockeyfamilie spätestens in der Sommerpause am Seilersee zusammenzuführen“, teilten die Roosters auf ihrer Homepage mit.

Tischtennis

Der Tischtenniskreis Lüdenscheid bittet nachdrücklich alle Spieler, „auf das übliche Händeschütteln und Abklatschen jeder Form zu verzichten.“ Da auch der Ball Überträger des Virus’ sein könnte, empfiehlt der Kreisvorstand wie auch der Verband, nach jedem Spiel die Hände gründlich mit Seife zu reinigen und/oder ein Desinfektionsmittel zu benutzen. „Der Gastgeber sollte möglichst Sorge dafür tragen, dass ein Desinfektionsmittel für die Hände in der Halle bereit steht. Die Verantwortlichen der Vereine tragen Sorge dafür, dass ihre Mitglieder über diese Maßnahme informiert werden und diese die Verweigerung des Handschlags nicht als Unsportlichkeit werten“, teilte der Kreisvorstand auf der Homepage des heimischen Tischtenniskreises mit. Absagen waren, wie auch auf NRW-Ebene, bis Donnerstagabend nicht vorgesehen.

Reitsport

Im Rahmen des Balve Optimum werden auch in diesem Jahr die Deutschen Meisterschaften im Dressur- und Springreiten ausgetragen. Das Reitsport-Spektakel im Schatten von Schloss Wocklum findet 2020 schon vom 7. bis 10. Mai statt. Einen Anlass, den Klassiker im Orletal abzusagen, sehen die Verantwortlichen momentan noch nicht. „Natürlich ist das Event abhängig von der Entwicklung der jeweiligen Situation. Derzeit laufen alle Vorbereitungen des Balve Optimum wie geplant“, hieß es in einer Mitteilung. Am Donnerstagabend aber wurde das Balve Regio, das Anfang April hätte stattfinden sollen, abgesagt.

Schach

Der Schachbund NRW äußerte sich wie folgt: „Der Modus des NRW-Viererpokals ist dadurch gekennzeichnet, dass in den einzelnen Gruppen jeweils Vereine aus verschiedenen Bezirken gegeneinander spielen, die in der Mannschaftsmeisterschaft in unterschiedlichen Ligen am Start sind. Im Gegensatz zur Mannschaftsmeisterschaft ist daher organisatorisch eine Verlegung von Spielstätte oder Termin praktisch nicht möglich. Die Zwischenrunde kann auch nur vorbereitet werden, wenn alle Vorrundengruppensieger feststehen. Nach der aktuellen Gefahrenlage bzw. deren Einschätzung durch die Behörden besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass nicht alle Vorrundengruppen wie geplant ausgetragen werden können. Ich setzte daher den NRW- Viererpokal am 21./22. März ab. Als neuer Termin für die Vorrunde lege ich den Termin der Zwischenrunde (23./ 24. Mai) fest. Die Gruppen und Ausrichtungsorte bleiben bestehen. Ich bitte um Mitteilung, wenn ein vorgesehener Ausrichter am neuen Termin keine Spielstätte zur Verfügung hat“, heißt es von Frank Strozewski, 1. Vorsitzender Spielausschuss des Schachbundes NRW.

Turnen

Eine Generalabsage erteilte der Westfälische Turnerbund. Auf der Facebook-Seite des WTB wurde bekannt gegeben: „Aufgrund der Zuspitzung der Entwicklungen bezüglich der Ausbreitung des Coronavirus wurden alle WTB-Wettkämpfe bis einschließlich 14.04.2020 abgesagt. Hiervon betroffen sind somit auch der WTB-Frühlings-Cup Gymnastik & Dance, sowie der 6. TuRa Osterpokal. Beide Wettkämpfe hätten am 21. März in Witten stattgefunden.

Inline-Skaterhockey

Vom Verband Inline-Skaterhockey Deutschland (ISHD) gab es am Donnerstag noch keine Stellungnahme. In einer Mitteilung vom Mittwoch sieht der ISHD keine Veranlassung, die Spiele abzusagen, gleichwohl man die Entwicklungen der letzten Tage zur Kenntnis genommen habe. „Dennoch ergeben sich auch aus der aktuellsten Risikobewertung des Robert Koch Instituts zu COVID-19 vom 09.03.2020 keine Hinweise, dass Spiele im Inline-Skaterhockey nicht wie angesetzt stattfinden können, da die relevanten Teilnehmerzahlen in der Regel nicht erreicht werden“, so der Verband auf seiner Homepage.

Kreissportbund

Die für den 25. März geplante Mitgliederversammlung des Kreissportbundes (KSB) Märkischer Kreis wird verschoben. „Aufgrund der aktuellen Entwicklungen durch das Coronavirus möchte der Kreissportbund Märkischer Kreis e.V. hier ein klares Zeichen setzen und ebenfalls Verantwortung übernehmen. Nach einem intensiven Abwägungsprozess überwogen eindeutig die Argumente für eine Verschiebung. Ein neuer Termin wird erst dann kommuniziert, wenn die Situation beim Coronavirus besser eingeordnet werden kann“, teilte der KSB mit. Die Mitteilung des KSV endete mit: „Bleibt GESUND!“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare