Trainerabschied

Trainer Minker verlässt die FSV Werdohl im Sommer

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Carsten Minker (rechts, im Gespräch mit seinem Assistenten Benjamin Moch) wird sein Amt als Trainer der FSV Werdohl nach dem Ende der laufenden Saison aufgeben.

Werdohl - Was sich schon länger angedeutet hatte, ist nun offiziell: Carsten Minker wird sein Amt als Trainer der FSV Werdohl nach dem Ende der laufenden Saison abgeben. Grund ist die persönliche und berufliche Situation des Coaches. Uli Sauerborn, Sportlicher Leiter des Fußball-Landesligisten, hofft, Minkers Nachfolge noch in dieser Woche geklärt zu haben.

Schon gegen Ende der Hinserie zeichneten sich bei Minker berufliche Veränderungen ab, die vermehrte Spätschichten für den Werdohler erforderlich machen würden. Dementsprechend vertagte Uli Sauerborn die Gespräche über eine Vertragsverlängerung, räumte seinem Coach bis Ende Februar Zeit ein – in der Hoffnung, dass Minker vielleicht doch eine Lösung finden würde, Beruf, Familie und Trainertätigkeit unter einen Hut zu bekommen.

Für Minker, der selbst bereits als Spieler für die FSV auflief und noch immer in der Werdohler Altherrenmannschaft kickt, stand frühzeitig fest, dass er den Spagat nicht hinbekommen würde. „Es ist eigentlich klar, dass ich das nicht machen kann“, äußerte Minker am Montag.

Sauerborn bedauerte die Entwicklung. „Carsten hat die Mannschaft toll eingestellt und auch den Umbruch im vergangenen Sommer gut hinbekommen“, lobt der Sportchef den scheidenden Coach.

Gerne hätte Sauerborn Minker in einer anderen Funktion weiter an den Verein gebunden, doch auch dies hält der nicht für machbar. „Ich möchte die wenige Zeit, die mir dann noch bleibt, gerne anders nutzen“, teilt Minker mit – und stößt damit wiederum bei seinem sportlichen Partner auf Verständnis. „Die Familie hat Vorrang“, betont Sauerborn, der nun vor der Aufgabe steht, ein Nachfolgemodell auszuklügeln.

Der Versuch, eine interne Lösung zu finden, sei sein erster Ansatz gewesen, so Sauerborn. Dies sei jedoch bereits gescheitert. Damit sei aber nicht an Uwe Grube, aktuell Trainer der zweiten Mannschaft in der Bezirksliga, gedacht gewesen. „Uwe macht grundsätzlich gute Arbeit“, stellt Sauerborn klar. Aber er wolle nicht „eine zweite Baustelle aufmachen“, indem er einen neuen Coach für die Reserve suchen müsste. Auch dass Sauerborn selbst das Traineramt übernimmt, so wie bereits zwischen 2007 und 2012, sei keine Option.

Stattdessen setzt der Sportliche Leiter der Werdohler nun auf eine externe Lösung und ist bereits mit einem Kandidaten im Gespräch. „Wir versuchen, dass dieser Plan noch in dieser Woche greift“, hofft Sauerborn auf eine schnelle Antwort in der Trainerfrage.

Minker war im Winter 2012/13 vom A-Ligisten VfB Altena zur FSV gewechselt, nachdem der Verein sich vom damaligen Coach Jörg Rokitte getrennt hatte. Minkers möglicher Nachfolge ist laut Sauerborn aktuell bei keinem Verein unter Vertrag, soll aber zu jungen Spielern einen ähnlich guten Draht haben wie Minker.

„Gewisse Parallelen zu Carsten sind erkennbar“, so der Werdohler Funktionär, der den Namen des Kandidaten freilich nicht verraten mag. Das Profil passt jedoch beispielsweise zum früheren Lüdenscheider Rot-Weißen Marco Sadowski, der zuletzt beim TuS Ennepetal II tätig war und danach eine Pause einlegte.

Parallel zur Trainersuche forciert Sauerborn die Gespräche mit dem aktuellen Spielerkader, was ein Engagement über die laufende Saison hinaus angeht. „Das gestaltet sich aber schwierig, wenn man noch keinen Trainer hat“, gibt Sauerborn zu. Nicht zuletzt deshalb ist eine rasche Lösung der „T-Frage“ ratsam. - Von Christian Müller

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