Franke: „Klassenerhalt ist möglich“

+
Zwischenzeitlich zwar mal ratlos, wie hier bei der 0:7-Pleite bei Phoenix Halver, aber tendenziell immer noch zuversichtlich (von links): Brügges Torwartrainer Frank Scherfer, Chefcoach Rainer Franke und Co-Trainer Tilmar Kinsky, der nach langer Verletzungspause in Kürze wieder selbst die Fußballschuhe schnüren wird.

Lüdenscheid - Neun Spiele, 0 Punkte, 3:45-Tore – bei A-Ligist TuRa Brügge scheint das befürchtete Szenario nach einem nahezu kompletten personellen Umbruch Realität zu werden. Im LN-Interview spricht Trainer Rainer Franke über den bisherigen Verlauf und seine Hoffnungen und Ziele für die restliche Spielzeit.

Herr Franke, haben Sie es sich so schwierig vorgestellt, wie es die Tabelle momentan ausweist?
Franke: „Wenn wir die Tabelle mal außen vor lassen, habe ich es mir zu 100 Prozent so problematisch vorgestellt. Ich habe, ohne einzelne Namen zu nennen, fünf, sechs Spieler, die A-Liga-Format haben. Fallen von denen nur zwei, drei aus, wie es bis dato eigentlich immer der Fall war, können wir das schlichtweg nicht kompensieren.“

Ihre Mannschaft erzielt im Schnitt nur jedes dritte Spiel ein Tor, kassiert im Schnitt aber fünf pro Spiel. Woher soll da Hoffnung kommen?

Franke: „Das ist in der Tat nicht so einfach. Mut macht, dass die Jungs weiter willig sind, an Trainingsbeteiligung und Einsatz gibt es nichts zu bemängeln. Wir können einfach nur immer wieder appellieren, weiter hart zu arbeiten. Kleine Fortschritte sind ja schon da, die Außenstehende aber kaum sehen. Wir haben in den ersten Spielen schon in den ersten zehn, 15 Minuten reichlich Gegentore bekommen, das ist jetzt nicht mehr der Fall. Gegen Eyüp zum Beispiel haben wir durch ein spätes Eigentor sehr unglücklich mit 0:1 verloren. In fast identischen Formationen beider Teams hat Brügge II in der Vorsaison in der B-Liga von Eyüp 16 Stück eingeschenkt bekommen. Es sind kleine Fortschritte, die Mut machen, aber für die Tabelle nichts helfen.“

Am Sonntag geht es gegen den Vorletzten, die FSV Werdohl II, die just ihren ersten Saisonsieg gefeiert hat. Für Sie ein Schlüsselspiel?

Franke: „Ich kann mich jetzt nicht hinstellen und sagen, dass wir das Spiel unbedingt gewinnen müssen. Dieser zusätzliche Druck kann ganz schnell zu noch mehr Verkrampfung bei den Jungs führen. Aber natürlich droht bei einer weiteren Niederlage der Rückstand schon sehr groß zu werden, von daher ist es irgendwo schon ein Schlüsselspiel.“

Bleibt der Klassenerhalt für Sie ein realistisches Ziel?

Franke: „Absolut. Unser Hauptproblem ist, dass wir im Grunde genommen in jedem Spiel ja nur verteidigen. Es fehlt an Entlastung und Qualität im Angriff, von daher ist der Glaube bei einem Zwei-Tore-Rückstand schon nicht mehr da, eine Wende schaffen zu können.“

Mit anderen Worten müssen in der Winterpause Verstärkungen her?

Franke: „Natürlich werden wir dann den Markt sondieren und uns um Neuzugänge bemühen. Aber nicht um jeden Preis, und Sinn macht das eigentlich auch nur, wenn wir noch zumindest halbwegs Kontakt zu zwei, drei Kontrahenten haben.“

Kommen bei Ihnen auch schon mal Gedanken an Rücktritt auf?

Franke: „In keinster Weise. So lange die Jungs willig bleiben, ziehe ich das von mir aus voll durch. Und wenn am Ende dennoch der Abstieg stehen sollte, geht in Brügge die Welt auch nicht unter. Aber so so weit wird es hoffentlich auch nicht kommen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare