Boxen

Box-Newcomer: "Man braucht viel Geduld und Disziplin. Aber es lohnt sich"

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Kerem Yildirim (rechts) traf in seinem ersten Profikampf auf Krasimir Petkov. Nach gerade einmal zwei Minuten besiegte der Meinerzhagener seinen bulgarischen Kontrahenten durch K.o in der 1. Runde.

Meinerzhagen – Sieben, acht, neun – Aus! Sieger durch K.o.: Kerem Yildirim! Besser hätte das Profi-Debüt des Meinerzhagener Boxers nicht laufen können: Nach gerade einmal zwei Minuten in der 1. Runde stand sein Erfolg gegen den Bulgaren Krasimir Petkov bereits fest.

Bei seinem Kampf, der vor wenigen Wochen Teil eines abendfüllen Box-Events vor insgesamt rund 1500 Zuschauern im Sportzentrum Emka in Velbert war, agierte der Volmestädter taktisch klug und wusste die Fehler seines Kontrahenten mit gezielten Schlägen zu nutzen. Für den 27-jährigen Mittelgewichtler und Rechtsausleger ist sein erster Profi-Erfolg der ersehnte Lohn nach vielen Jahren harten Trainings und eiserner Disziplin. Seine Faszination für den Boxsport entdeckte Kerem Yildirim schon früh. 

„Für das klassische Boxen habe ich mich von klein auf interessiert“, erzählt der ehemalige Bundeswehrsoldat, der seine sportliche Laufbahn im Alter von zehn Jahren mit Taekwondo bei Erfolgstrainer Mustafa Varli beim TuS Meinerzhagen begann. Eine Box-Abteilung gibt es beim TuS nicht, so war Taekwondo eine naheliegende Alternative. Auch Kickthaiboxen übte Kerem Yildirim in den Folgejahren beim TuS aus, ehe er dann mit 17 Jahren zu seinem Wunschsport, dem Boxen, wechselte. Zwei Jahre lang war der Meinerzhagener für den ASV 90 Lüdenscheid aktiv, ein Jahr beim BBC Remscheid folgte. „Meine Bundeswehrzeit führte mich dann nach Bayern“, berichtet der Volmetaler. 

Dort trainierte er zunächst Kickboxen und Boxen bei Kickbox-Bundescoach Kai Becker. Ab 2016 war er in Rosenheim aktiv, wo er beim aus der Box-Hochburg Kasachstan stammenden Amateurcoach Viktor Maier trainierte. Anfang 2019 kam Kerem Yildirim dann zurück nach Nordrhein-Westfalen und bestritt einige Kämpfe für den WBC Duisburg, ehe er schließlich im Sommer den Sprung in den Profisport wagte. Ein Unterfangen, das freilich ohne das Team, das hinter dem Meinerzhagener steht, nicht möglich gewesen wäre. Zu seinen Unterstützern zählt sogar eine Box-Weltmeisterin: Özlem Sahin aus Ludwigsburg. „Zu ihr habe ich 2018 über soziale Medien Kontakt aufgenommen“, erzählt Kerem Yildirim, wie er sich ein Herz fasste und die Erfolgsboxerin anschrieb und ihr von seinen Profi-Plänen erzählte. 

„Bei einer Box-Gala in Essen kam es dann zum persönlichen Kennenlernen, bei dem sie mir ihre Unterstützung zusagte“, freut sich der Sauerländer. So ergab sich auch der Kontakt zu seinem Sponsor: Dr. Erdal Osmancelebioglu, der in Essen das Ingenieurbüro für Bauplanung und Bauberatung „er-baut“ betreibt. „Er ist sehr engagiert im Bereich Sport, Jugend und Soziales“, weiß Kerem Yildirim zu berichten. Weiterer Unterstützer im Bunde ist der türkische Box-Nationaltrainer Turgut Dereköylü. Bei dem Coach hat der Volmestädter bereits eine Reihe von Trainingseinheiten und -camps absolviert. Training, das sich auszahlte und nun im erfolgreichen Profi-Debüt des 27-Jährigen resultierte. 

Positives Echo für Yildirim

Das positive Echo blieb nicht aus. „Ich habe viel Feedback erhalten. Es gab Lob in türkischen Medien“, freut sich Kerem Yildirim, für den sein souveräner Erstrundensieg der erste Schritt als Profi auf dem Weg zu seinem großen Ziel ist: den Deutschen Meisterschaften. Weitere Vorbereitungskämpfe – voraussichtlich fünf bis sechs an der Zahl – sollen 2020 und 2021 folgen. Der Gegner für das nächste Duell steht derzeit zwar noch nicht fest, dafür aber bereits der Termin: Im Rahmen eines Box-Events, das am Samstag, 11. Januar 2020, in der Sporthalle West in Remscheid stattfinden wird (Beginn: 17 Uhr), wird Kerem Yildirim seinen zweiten Profikampf bestreiten. 

Die Hoffnung und Aussicht auf weitere sportliche Erfolge ist dabei für den Meinerzhagener, dessen Vorbilder „Gentleman“ Henry Maske und Box-Legende Max Schmeling sind, nicht die einzige Motivation: „Mir ist es wichtig, ein gutes, positives Beispiel für die Jugend zu sein. Meine Message ist: Man darf nie aufgeben. Ich habe oft Rückschläge erlebt, aber man muss trotzdem immer weiter an sich glauben. Wichtig ist, dass man selber aktiv wird und für seine Ziele arbeitet. Es fällt einem nichts in den Schoß. Und man braucht viel Geduld und Disziplin. Aber es lohnt sich.“

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