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Bonuspunkte: SGSH-Party nach beeindruckender Aufholjagd gegen Ahlen

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Von: Thomas Machatzke

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SGSH Ahlen Diehl Dmytruszynski
Maciej Dmytruszynski (rechts) und sein spielender Co-Trainer Florian Diehl freuen sich über den Sieg. © Thomas Machatzke

Bonuspunkte im Abstiegskampf für den Handball-Drittligisten SGSH Dragons: Gegen die Ahlener SG gelang am Samstagabend vor 300 Zuschauern an der Mühlenstraße in Halver ein 29:28 (12:18)-Erfolg.

Halver – Siege in Spielen, die eigentlich längst verloren schienen, schmecken besonders süß, werden noch emotionaler gefeiert. Die Partie gegen den Gast aus dem Münsterland am Samstag passte in diese Kategorie. 

In der ersten Hälfte liefen die Gastgeber, bei denen Schnepper und Criciotoiu (beide krank) ausgefallen waren, der Musik hinterher. Die Ahlener deckten aggressiv, drückten aufs Tempo, kamen zu leichten Toren. Alles vorhersehbar und doch beeindruckend. Nach 21 Minuten stand es trotz eines starken Tobias Schetters 8:15, das 12:18 nach 30 Minuten schmeichelte der SGSH, die weder gegen das Tempo- noch gegen das Kreisläuferspiel des Neuhaus-Teams, bei dem Ex-SGSH-Rechtsaußen Moritz Frenzel eine starke erste Halbzeit spielte, gut ausgesehen hatte.

„Die Jungs machen mich verrückt. Nichts von dem, was wir vorbereitet haben, hat in der ersten Halbzeit geklappt“, sollte Cheftrainer Maciej Dmytruszynski – nach 60 Minuten allerdings rundherum versöhnt – feststellen. In der ersten Halbzeit hatte der SGSH-Coach vor allem viel gehadert mit den Entscheidungen der Referees Felix Diebecker und Stefan Hermschröder (Sassenberg). „Sechs Tore Rückstand nach dieser Leistung und bei diesen Schiedsrichter-Entscheidungen – da war mir eigentlich klar, dass noch etwas gehen muss“, stellte er nach der Partie fest.

Tatsächlich sollte noch etwas gehen. Das hatte zum einen mit der Leistung der SGSH zu tun, zum anderen aber auch mit den Herren Diebecker und Hermschröder. „In der ersten Halbzeit haben sie die SGSH benachteiligt, nach der Pause uns“, konstatierte Frederik Neuhaus – also unterm Strich kein Faktor. Nach der Pause machte Neuhaus die Wende sportlich eher daran fest, dass sein Team in der Defensive kein Mittel mehr gegen Brian Gipperich und Jan König fand.

Bonuspunkte: SGSH-Party nach beeindruckender Aufholjagd gegen Ahlen

SGSH-Linkshänder Gipperich suchte mit viel Verve und unwiderstehlich den Durchbruch zum Tor, Jan König traf aus der Distanz, beim Gegenstoß, vom Kreis. Beide steigerten sich nach einer für ihre Möglichkeiten sehr durchwachsenen ersten Halbzeit immens und waren ebenso Matchwinner wie Hendrik Halfmann, der in der Schlussviertelstunde ins Tor zurückkehrte und nun – ganz anders als in der ersten Viertelstunde der Partie – einige wichtige Bälle parierte.

Die Aufgabe war indes inzwischen auch eine dankbarere für den Torhüter, denn Dmytruszynski hatte die Abwehr auf ein 6:0-Format umgestellt. „Ich habe mit der 3:2:1-Abwehr begonnen, obwohl ich wusste, dass Ahlen darauf gut vorbereitet sein würde. Ich wollte aber die Aggressivität dieser Abwehrform sehen“, stellte der Coach fest, der mit einem gesunden Bogdan Criciotoiu schon im ersten Durchgang auf ein 6:0-System gesetzt hätte. So rührte er mit Diehl und Schetters im Innenblock erst nach der Pause Beton an. 

Spannekrebs Gipperich SGSH Ahlen
Maciej Dmytruszynski (rechts) und sein spielender Co-Trainer Florian Diehl freuen sich über den Sieg. © Thomas Machatzke

Das schmeckte dem Gast nicht, der nun auch viel weniger seinen Kapitän Ferdi Hümmecke am Kreis fand. Und weil auch der Faktor Tempospiel nicht mehr zog, mussten die Ahlener für jedes Tor hart arbeiten. Bis zum 20:24 waren sie noch auf Siegkurs (45.), doch dann bröckelte der Vorsprung. Nach dem 24:25 (52.) stand die ganze Halle. Beim 25:25 (56., Yorgow) glich die SGSH zum ersten Mal aus und ging direkt danach durch Gipperich in Führung.

Bis 90 Sekunden vor dem Ende (27:27) blieb alles möglich, dann führten Schetters und Blaauw die SGSH mit ihren Treffern zum Überraschungscoup. Einem Sieg, auf den noch in der Halbzeit wohl niemand gesetzt hätte – mit Ausnahme des SGSH-Cheftrainers vielleicht. Der feierte nach dem Schlusspfiff so ausgelassen wie selten. Einen Handballabend wie diesen hat nicht nur Dmytruszynski („Die Jungs haben heute eine tolle Moral gezeigt. Hut ab!“) lange an der Mühlenstraße vermisst.

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Ein Siegertänzchen der Gastgeber an der Mühlenstraße. © Thomas Machatzke

Beste SGSH-Werfer: Schetters (9/2), König (7), Gipperich (5), Diehl (4) – beste ASG-Werfer: Wiencek (7/5), Frenzel (4), Hümmecke (4), Spannekrebs (4)

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