Zwei Spiele Sperre

VfL-Profi Onur Bulut mit Tor- und Rot-Premiere

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Gut gemacht: Onur Bulut (Vierter von links) nimmt nach seinem Treffer zur Bochumer 1:0-Führung in Aalen die Glückwünsche seiner Teamkollegen entgegen. Kurz danach war die Begegnung für ihn schon gelaufen.

Bochum/Werdohl - Was ihn seit Sonntagnachmittag mehr beschäftigt hat, konnte Onur Bulut auch am Tag danach noch nicht genau sagen. Eines aber wusste er genau: „Als der Ball anfing, im Netz zu zappeln, war das ein unbeschreibliches Gefühl.“ Der Werdohler Fußball-Profi in Diensten des VfL Bochum erzielte am Sonntag im Spiel beim VfR Aalen (4:2) sein erstes Zweitliga-Tor – und flog zwei Minuten später vom Platz.

Es war eine Premiere im doppelten Sinne, die Bulut im Schwäbischen erlebte. In Minute 16 drosch der 21-Jährige, den VfL-Trainer Gertjan Verbeek in Aalen im rechten offensiven Mittelfeld aufgeboten hatte, die Kugel nach einer Flanke seines Teamkollegen Timo Perthel zur Bochumer 1:0-Führung in die Maschen. „Ich konnte das gar nicht so richtig realisieren“, gab Bulut Einblick in sein Innenleben nach dem Treffer. Doch das Glücksgefühl über sein erstes Tor im 22. Zweitliga-Einsatz hielt nicht lange an. Zwei Minuten später leistete sich der Werdohler eine Rangelei mit seinem direkten Gegenspieler Arne Feick. Der Aalener schlug Bulut ins Gesicht, der Lennetaler revanchierte sich für die „schöne Backpfeife“ (Bulut) im Sitzen mit drohend erhobenem Zeigefinger und einem Schubser.

Schiedsrichter Bastian Dankert verwies beide Streithähne des Feldes – ebenfalls Buluts erste im bezahlten Fußball. „Ich bin froh, dass ich das Tor gemacht und den Sieg für die Mannschaft eröffnet habe. Aber umso ärgerlicher ist es, dass ich mir die rote Karte eingehandelt habe“, sagte Bulut gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat gegen den Sauerländer einstweilen eine Sperre von zwei Spielen verhängt. Allerdings habe der Verein, so Bulut, noch nicht entschieden, ob er das Urteil akzeptieren oder es anfechten will.

Egal, wie lange der Jung-Profi aus dem Verkehr gezogen wird: So oder so kommt die Sperre für Bulut zur Unzeit. Nach dem Trainerwechsel in der Winterpause von Peter Neururer zu Verbeek haben sich die Einsatzzeiten für ihn deutlich erhöht. „Neururer ist der Kult-Trainer, der die Presse auf sich zieht, ein Motivator. Verbeek ist ein Taktiker“, beschreibt der 21-Jährige die Unterschiede zwischen den beiden Übungsleitern.

Seit der Niederländer an der Castroper Straße das Sagen hat, kam Bulut nur zweimal nicht zum Zuge. Folglich denkt er zurzeit auch nicht darüber nach, aus seinem bis 2017 laufenden Vertrag auszusteigen. „Erstmal ist wichtig, dass ich in Bochum zum Stammpersonal gehöre“, stellt Bulut klar. In der Vorbereitung auf die neue Saison wolle er sich weiter anbieten. „Und dann entscheidet der Trainer, wer spielt.“

Und wenn er bei den Profis einmal nicht dabei ist, bleibt Bulut vielleicht Zeit für einen Besuch in der Heimat. Denn neben Onur gibt es in der Familie noch einen Fußballer: Bruder Olcay hat mit B-Ligist Eyüp Werdohl den Aufstieg im Visier. Ein Ziel, das Onur mit dem VfL zumindest in dieser Saison erst einmal zurückstellen muss. - Von Christian Müller

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