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Bittere Pille für die SGSH: 21:22-Niederlage nach 17:10-Führung

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Von: Thomas Machatzke

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Handball SGSH Opladen Abwehr
Abwehrbollwerk: In langen Phasen deckte die SGSH gegen den TuS 82 Opladen überragend im 6:0-System. © Thomas Machatzke

Am Ende stand die vierte Niederlage im fünften Saisonspiel – das 21:22 (11:8) gegen den TuS 82 Opladen war die knappste, unnötigste und auch unverdienteste für die SGSH Dragons in der noch jungen Spielzeit.

Halver – Trainer Maciej Dmytruszynski suchte nach den 60 Minuten an der Mühlenstraße nach den richtigen Worten und verdichtete die Analyse auf ein Wort: „Schade“, stellte der SGSH-Coach nach dem 21:22 gegen den Gast aus Leverkusen fest. Freilich, um dann doch noch zu ergänzen: „Schade für die Jungs, wir haben wieder überragend gedeckt. Schade, dass es wir uns nicht belohnt haben.“

Das Spiel gegen die noch ungeschlagenen Voigt-Schützlinge war über die kompletten 60 Minuten ganz anders gelaufen als es erwartbar gewesen war. Während die SGSH defensiv diesmal – anders als beim 24:16 vor Wochenfrist gegen LIT 1912 II – im 6:0-System mit hohem Aufwand ackerte, dass es streckenweise für ein Lehrvideo gereicht hätte, blieb der Gast vieles schuldig. Neben Oliver Dasburg und Julius Schröder fiel früh auch Johannes Sonnenberg (nach seiner ersten Aktion im Spiel) verletzt aus. 

So hatte Fabrice Voigt drei Rückraum-Alternativen weniger, genau die aber hätte er wohl gebraucht, weil das anwesende Personal ermüdend brotlose Kreuzungs-Stafetten vorführte, ohne gefährlich zum Abschluss zu kommen. Im SGSH-Innenblock fanden Tobias Schetters und Florian Diehl fast immer die richtige Distanz zu den Schützen und unterbanden auch das Kreisläuferspiel vorbildlich. Das erste Rückraumtor sollte dem Gast erst in der 35. Minute gelingen.

Bittere Pille für die SGSH: 21:22 nach 17:10-Führung gegen Opladen

Aus dem 0:1 (1., Gegenstoß Nitzschmann) wurde so – auch dank der Paraden des erneut starken Luca Jannack – bis zur 15. Minute ein 7:1 für die Gastgeber. Offensiv war es vor allem Brian Gipperich, der mit seinen 1:1-Aktionen immer wieder Lücken in der 6:0-Abwehr der Gäste fand. Auch nach 21 Minuten führte die SGSH noch 10:3. Dass die Gastgeber danach bis zur Pause diese Führung ein wenig zu leicht herschenkten und es „nur“ mit einem 11:8 in die Pause ging – es war ein Verlauf, der sich nach der Pause in noch krasserer Form wiederholen sollte.

11:8 zur Pause, das schien dem Favoriten aus Leverkusen alle Möglichkeiten zu lassen. Doch der TuS knüpfte nach dem Wechsel nahtlos an die traurige Vorstellung der ersten 20 Minuten an. Immer wieder prallten die Bemühungen des Gastes an Gipperich, Diehl und Schetters ab. Die Fehlerquote war immens. So wurde aus dem 11:8 ein 16:9 (38.) und 17:10 (40.). Die SGSH hatte zwei Drittel des Spiels beherrscht und führte verdient so hoch, dass es eigentlich einer Vorentscheidung hätte gleichkommen können.

SGSH Opladen Gipperich Handball
Beste Offensivwaffe der SGSH: Brian Gipperich (sieben Tore). © Thomas Machatzke

Wie fragil indes so ein Erfolgsgebäude im Handballsport ist, sollten die folgenden 20 Minuten zeigen. Maciej Dmytruszynski wechselte, weil die Intensität der Partie dies verlangte, Diehl und Gipperich Pausen benötigten. Doch mit den Wechseln folgte der Bruch im Spiel. Während die SGSH nun häufig zu früh und nicht gut vorbereitet abschloss, fand der Gast mit jedem Treffer der Aufholjagd besser in die Partie. Nur 14 Minuten später waren die sieben Tore aufgeholt (19:19, 54.). 

Es war ohne Zweifel der Bankfaktor, der nun eine Rolle spielte. Während bei der SGSH die zweite Garde nicht die erhofften Akzente setzte, war es beim Gast der nun eingewechselte Maximilian Hinrichs, der auf der linken Außenbahn ohne Fehl und Tadel drei blitzsaubere Tore beisteuerte, auch jenes zur ersten Opladener Führung seit dem 0:1 (20:21, 57.). 

SGSH Opladen Diehl Handball
Überragende Vorstellung gegen Opladen: Florian Diehl. © Thomas Machatzke

Gipperich gelang mit einem letzten Kraftakt noch einmal das 21:21 (58:30), doch Maurice Meurer konterte dies kurz vor dem Zeitspiel zum 21:22 (59:01). Der SGSH blieben 59 Sekunden, um zumindest einen Punkt zu sichern, doch erst scheiterte Diehl am guten Oberosler. Die SGSH aber behielt den Rebound und nahm 13 Sekunden vor dem Ende eine Auszeit. Der letzte Versuch war sehenswert, fast tollkühn: Gipperich spielte den Ball nach einer Kreuzbewegung mit Diehl als Kempa für Tobias Schetters in den Kreis, doch Schetters Kempa-Wurf parierte Oberosler auch noch. Und damit waren die Punkte perdu, feierte der Gast ausgelassen einen überaus schmeichelhaften Sieg in Halver.

„Wir haben über 60 Minuten viele Fehlentscheidungen getroffen, spielerisch hat bei uns nicht viel gepasst“, stellte Gästecoach Fabrice Voigt fest, „aber Respekt an meine Jungs, wie wir am Ende kämpferisch aufgetreten sind. Wir haben in den vergangenen beiden Wochen am Ende noch jeweils einen Punkt abgegeben. Diesmal haben wir das Glück erzwungen. Es war ein reines Kampfspiel, das wir am Ende glücklich gewonnen haben. Chapeau aber auch vor der Schalksmühler Leistung. Sie haben uns alles abverlangt.“

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Leerer Blick nach den 60 Minuten: Tobias Schetters kann es noch gar nicht fassen. © Thomas Machatzke

Beste SGSH-Torschützen waren Brian Gipperich (7) und Florian Diehl (5), für die Gäste trafen Markus Sonnenberg (7/3) und Maurice Meurer (5) am besten.

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