Thomas Nockemann zieht mit DBC Bochum in Endrunde ein

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Zwei Siege und ein Remis steuerte Thomas Nockemann zum Endrundeneinzug des DBC Bochum bei.

CHARTRES/LÜDENSCHEID - „Bis auf einmal hat‘s immer zu einer Medaille gereicht.“ Das Lüdenscheider Billard-Ass Thomas Nockemann ist zuversichtlich und hofft erneut auf Edelmetall in der Endrunde der Mannschafts-Europameisterschaften im Karambolage-Billard. Die werden vom 11.-13. April im französischen Ronchin ausgetragen.

Der erste Schritt zur erwünschten Top-Platzierung ist dem Deutschen Rekordmeister (32 Einzelmeisterschaften, 12 Mannschaftstitel) am Wochenende im französischen Chartres südwestlich von Paris gelungen. Mit den Teamkollegen vom Deutschen Meister DBC Bochum qualifizierte sich der Bergstädter in der Gruppe C als bester Vorrundenzweiter für die Endrunde in Ronchin, an der die sechs besten Billardteams Europas teilnehmen.

Ein ganz hartes Stück Arbeit

Bis der erwartete Schritt in die Endrunde geglückt war, hatten die Queue-Künstler aus dem Revierteam, zu dem auch der ehemalige Lüdenscheider und heutige Klub-Vorsitzende Fabian Blondeel gehört, freilich ein hartes Stück Arbeit zu verrichten.

Das Bochumer Trio startete mit einem 4:2-Sieg über die spanische Vertretung Elda ins Vorrunden-Turnier. Blondeel gewann seine Partie im Cadre 47/2 gegen Lacarcel mit 250:38 in nur fünf Aufnahmen, auch Thomas Nocke-mann behauptete sich in seiner Spezialdisziplin, dem Cadre 71/2, auf dem großen Tisch mit 200:28 in zehn Aufnahmen gegen Albert und stellte den Mannschaftssieg sicher. An dem änderte auch die hauchdünne Niederlage von Ludger Havlik gegen Garcia im Einband mit 114:120 in 17 Aufnahmen unterm Strich nichts mehr.

„Schicksalsduell“ gegen Gretillat

In der zweiten Turnierbegegnung trafen die Bochumer auf die in Runde eins ebenfalls siegreichen, gastgebenden Franzosen aus Chartres. In deren Reihen stand mit dem Schweizer Xavier Gretillat ein Bochumer Teamkollege, der international für die Franzosen im Einsatz ist und dessen Partie im Cadre 71/2 gegen Nockemann die alles entscheidende Bedeutung zukam: Nach Blondeels klarer Niederlage (21:250 in vier Aufnahmen gegen Gerimont) lieferten sich die „Intimkenner“ Nockemann und Gretillat ein Duell auf Biegen und Brechen.

Kleiner Fehler stellt Endrunde in Frage

„Bei solchen Spielen entscheidet eigentlich immer die Tagesform“, meinte der 41-jährige Lüdenscheider, der den besseren Start erwischte, sich bis zum 159. Point in Führung sah und schon auf der Siegerstraße wähnte. „Doch dann hat ein klitzeleiner Fehler alles in Frage gestellt“, ergänzte der Justizfachangestellte. Der Schweizer legte zum 192. Punkt vor, Nockemann zog gleich und tat Gleiches im Nachstoß zum 200:200-Endstand nach acht Aufnahmen. Eminent wichtig, wie sich im Nachhinein herausstellte, denn eine Niederlage des Bergstädters hätte das Turnier-Aus bedeutet. Die Punkteteilung gegen Chartres sicherte Einband-Spezialist Havlik mit dem 120:61-Erfolg nach 15 Aufnahmen gegen Justice.

Im letzten Vorrundenduell mit dem niederländischen Team aus Horna gewannen die Bochumer ungefährdet mit 6:0. Dabei glänzte Nocke-mann mit 200:49 in sechs Aufnahmen gegen Bot.

Holland-Profis als klare Favoriten

Mit dem Erfolg zogen die Bochumer mit Charters nach Punkten gleich und sicherten sich als bester Gruppenzweiter (5 Punkte) den Endrundeneinzug. In Ronchin wird sich das DBC-Erfolgsteam mit den starken Lüdenscheider Wurzeln im April mit den drei französischen Teams aus Chartres, Andernos und Gastgeber Ronchin sowie der spanischen Vertretung aus Sueca und dem niederländischen Topfavoriten und Titelverteidiger Etikon Haarlo auseinandersetzen. In der Besetzung mit den Billard-Vollprofis Henry Tilleman, Patrick Niessen und Jean Paul de Bruijn werden die Niederländer auch als „Real Madrid des Billards“ bezeichnet. Die Rollenverteilung für die Endrunde ist deshalb auch Nockemann klar: „Die Holländer sind haushoher Favorit.“ Gespielt werden müssen die Partien aber erst noch, und – wie erinnert sich der Deutsche Rekordmeister durchaus auch noch: „Einmal haben wir sie geschlagen.“

Jörg Hellwig

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