Billard: 35. Einzeltitel

Neuer Nockemann-Triumph

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Sicherte sich im hessischen Bad Wildungen bereits seinen 35. Deutschen Einzelmeistertitel: Thomas Nockemann triumphierte im Cadre 71/2.

Lüdenscheid - Und er hat es schon wieder getan: Der Deutsche Rekordmeister Thomas Nockemann sicherte sich in dieser Woche bei den Nationalen Titelkämpfen in Bad Wildungen erneut die Meisterschaft im Cadre 71/2

Er baute damit seine Rekordserie auf nunmehr 35 Einzeltitel aus, zu denen sich noch mehr als ein Dutzend Deutscher Mannschaftsmeisterschaften mit dem Team des DBC Bochum gesellen. Verbunden ist mit dem Titelgewinn auch die Qualifikation für die Europameisterschaften im Cadre 71/2 im April/Mai 2019 in Brandenburg. Bis der Lüdenscheider Billardkünstler das EM-Ticket freilich in der Tasche hatte, war es ein hartes Stück Arbeit, denn das Finale gegen Sven Daske (Langendamm) war wohl das spannendste, das die Wildunger Wandelhalle in den letzten Jahren erlebt hat: Erst in der Verlängerung entschied Nockemann das Dauerduell gegen den Niedersachsen für sich. 

Begonnen hatten die Meisterschaften für den Sauerländer Cadre-Spezialisten freilich in der Disziplin 47/2, in der er sich ebenfalls Titelchancen ausgerechnet hatte. Der Meisterschaftsauftakt verlief allerdings noch nicht nach Wunsch: Gegen seinen Coesfelder Dauerrivalen Carsten Lässig unterlag der 46-Jährige mit 153:200 in 15 umkämpften Aufnahmen. „Das Leistungsniveau ist oft auf gleicher Höhe, man kennt sich seit vielen Jahren, weiß genau um Stärken und Schwächen des Gegners, deshalb gehört letztlich für den Spielausgang auch ein bisschen Glück dazu“, meinte Nockemann. Die Niederlage beeindruckte ihn allerdings wenig: Mit zwei Erfolgen über Thomas Berger (BC Nied, 200:1) und Arnd Riedel von der BG Hamburg (200:2) beendete Nockemann die Vorrundenbegegnungen in jeweils nur zwei Aufnahmen und zog erwartungsgemäß ins Halbfinale ein. 

Dort wurde der Bergstädter am Morgen dann eiskalt erwischt: „Da hatte ich keine Chance“, kommentiert der Justizangestellte das 1:200 in nur zwei Aufnahmen gegen den toll aufgelegten Markus Melerski (BC Hilden). Eine ernüchternde Niederlage, die aber dennoch möglicherweise richtungweisende Bedeutung für den Titelgewinn tags darauf im Cadre 71/2 hatte. „Denn wenn ich nicht verloren hätte, dann hätte ich an einem Tag fünf Partien à zwei bis zweieinhalb Stunden absolvieren müssen, das schlaucht bei höchster Konzentration enorm.“ So musste der Lüdenscheider nach der Bronzemedaille aber erst wieder am Nachmittag mit dem Queue an die Tische, startete in die Vorrunde mit einem souveränen 150:17 in nur einer Aufnahme gegen Thomas Berger. 

Im zweiten Spiel aber kassierte Nocke-mann erneut eine Niederlage, musste sich dem bereits als Doppelmeister (Freie Partie, Cadre 47/2 – am Freitag kam noch der Einbandtitel hinzu) feststehenden Sven Daske mit 42:150 in zwei Aufnahmen beugen. Von der Schlappe erholte sich der Bergstädter schnell, bezwang zum Vorrundenabschluss Uwe Matuszak (Krefeld) mit 150:14 in sieben Aufnahmen und zog ins Halbfinale ein. Dort kreuzte Nockemann wieder die Klingen mit Carsten Lässig, den er mit 150:38 in fünf Aufnahmen in die Knie zwang. Im Finale bot sich dann die Chance zur Revanche gegen Daske, der sich gegen Markus Melerski durchgesetzt hatte. 

Und Thomas Nockemann kam glänzend in die Partie: „Ich habe schnell mit 141:18 geführt, alles lief für mich“, resümierte er, „doch dann ist plötzlich der Faden komplett gerissen, ich weiß auch jetzt noch nicht, warum. Ich hatte sicher einige schwierige Bälle zu spielen, aber nichts, was unlösbar gewesen wäre. Aber es ging nichts, und Sven Daske kam in kleinen Schritten immer näher, was nicht gerade zu meiner Ruhe beitrug.“ Und der Niedersachse zog sogar am Sauerländer vorbei, erreichte mit 150:148 den „Zielstrich“, Nockemann hatte aber noch den Nachstoß in der siebten Aufnahme. Und plötzlich war der Rekordmeister wieder ganz ruhig, spielte die fehlenden Bälle und erzwang so die Verlängerung. Daske spielte an, verfehlte – Nockemann aber traf und war Deutscher Meister – nunmehr schon zum 35. Mal.

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