RWL und KSC im Titelrennen

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RWL-Innenverteidiger Gürkan Besirlioglu (links, im Duell mit SpVg Hagens Ex-Profi Gaetano Manno) träumt mit seinen Teamkollegen vom Landesligaaufstieg.

Kreisgebiet - Zwei Aufstiegskandidaten, den aktuell heißeren mit Rot-Weiß Lüdenscheid gegenüber dem Kiersper SC in der Kreisstadt, und zweimal Kampf ums sportliche Überleben: Die Fußball-Bezirksligen 6, 5 und 4 versprechen vor Wiederaufnahme des Punktspielbetriebs  am Sonntag noch  viele spannende Wochenenden. 

Bezirksliga 6: SSV Hagen - RW Lüdenscheid (Sonntag, 15.15 Uhr, Kunstrasen am Ischeland-Stadion):  Das Debakel des letzten Test mit einem absoluten Rumpfaufgebot (ohne Zehn) ist abgehakt, Rot-Weiß hat sich in dieser Woche neu fokussiert, am Sonntag wird’s mit dem Gastspiel beim SSV ernst beim „Unternehmen Landesligaaufstieg“, das auch nach der Trennung von Trainer Martin Rost in der Winterpause absolutes sportliches Ziel der Kicker vom Nattenberg bleibt.

 „Wir sind alle froh, dass es jetzt endlich wieder losgeht, man wieder einen Rhythmus finden kann“, sagt Neu-Trainer Sven Krahmer, der als „alter Hase“ vor Wiederaufnahme der Punktspiele davor warnt, „Selbstläufer“ gegen vermeintlich schwächere Mannschaften wie eben den SSV Hagen zu sehen.

„Wenn man mal zurückrechnet, dass das letzte Punktspiel neun Wochen zurückliegt, das macht deutlich, dass es die Amateure aus den unteren Klassen schon schwerer haben als die Profis etwa, die gerademal eineinhalb Wochen Pause haben. Den Fokus aufs Ziel gerichtet zu halten, dazu noch bei den schwierigen Platzverhältnissen im Winter, das ist schon verdammt schwer“, hofft er, dass seine Mannschaft schnell wieder in den Spielrhythmus und ins Leistungshoch aus dem Spätherbst zurückkehren kann.

Drei Punkte Vorsprung und noch ein Nachholspiel am kommenden Samstag gegen Kalthof in der Hinterhand nimmt Krahmer als Faustpfand aus der Rost-Ära mit in die Restspielzeit. Ein Polster zwar, aber kein Ruhekissen. „Wir müssen sofort konzentriert sein, dürfen keinen Gegner unterschätzen“, warnt der Coach sein Team, das freilich wieder besser besetzt ist als am Vorsonntag.

Mit Dissing, Schönrath, Linneboden, Breitenbach, Ertelt und Schwarzer ist ein Sextett sicher wieder zurück an Bord, aber wohl auch Keeper Brackmann, wobei gerade die Frage nach dem Schlussmann für Sonntagnachmittag noch nicht abschließend geklärt ist. Aufgrund von Rückenproblemen an einem Wirbelkörper hatte nämlich Jonas Brackmann eine Trainingspause einlegen müssen, am Sonntag zog sich Jan Reischel dann schließlich im Gastspiel bei der SpVg Hagen 11 bei einer Parade mit Absturz aus beträchtliche Höhe eine Rippenprellung zu. „Vielleicht beide, aber einer steht mit Sicherheit zur Verfügung“, ist Krahmer sicher, dass die Blessuren kein Vakuum zwischen den Pfosten zur Folge haben. Ansonsten gilt – ein Sieg in Hagen wäre Balsam für alle Zweifel und Zweifler im RW-Lager.

Bezirksliga 5: Kiersper SC - SV 04 Attendorn (Sonntag, 15 Uhr, Felderhof-Kunstrasen):  Richtungweisende  Partie für den KSC: Der Tabellendritte empfängt e  seinen nur einen Punkt schlechter gestellten unmittelbaren Verfolger. Das größte Positivum im Vorfeld des Verfolgerduells ist aus Sicht der Gastgeber fraglos die Personallage. Denn bis auf Tom Hoffmann, der in der kommenden Woche ins Training zurückkehren wird, kann Marco Carbotta aus dem Vollen schöpfen.

„Das sah vor knapp zwei Wochen noch ganz anders aus“, erinnert sich der Trainer an die Tage nach dem Testspiel gegen den TuS Linscheid-Heedfeld, als gleich zehn Spieler verletzt waren und zum Teil längerfristig auszufallen drohten. Das befürchtete Horrorszenario ist nicht Realität geworden, stattdessen tobte in den jüngsten Trainingseinheiten der Konkurrenzkampf. 

„Da knallt es im positiven Sinne auch ‘mal“, berichtet Carbotta vom internen Wettbewerb um die Plätze in der Startformation, bei dem mit Alessio Greco und Jonas Rempel auch zwei A-Jugendliche so gut mitmischen, dass sie am Sonntag auf jeden Fall im Kader stehen werden. Aus seinem Anspruch, den er für das Verfolgerduell an seine Mannschaft hat, macht Marco Carbotta keinen Hehl: „Der Maßstab ist das Olpe-Spiel.“ Das Duell mit dem Landesligisten gewann der KSC vor neun Tagen mit 3:2, wobei er in der ersten Halbzeit ganz stark auftrumpfte und so den Grundstein zum Sieg beim klassenhöheren Sparringspartner legte. 

Beschäftigt haben sich die Kiersper indes nicht nur mit sich selbst, sondern natürlich auch mit dem Gegner. Gleich drei Mal hat Carbotta die Attendorner beobachtet und dabei festgestellt, dass die Statistik nicht lügt. Das Zahlenwerk nämlich weist den SV 04 sowohl als treffsicherste Mannschaft als auch als das Team aus, das bislang die wenigsten Gegentore kassiert hat.

„Das eine wollen wir gerne eindämmen, das andere möglichst zunichte machen“, sagt der junge KSC-Coach, der seine Schützlinge auf einen Kontrahenten mit individuell hoher Offensivqualität eingestellt hat. Angriffsstark sind freilich auch die Kiersper, die sich nicht zuletzt von Winter-Neuzugang Hakan Aktas einiges versprechen. In diesem Zusammenhang ist es gewiss kein Nachteil, dass die Attendorner auf ihren im Abwehrzentrum so wichtigen Spielertrainer Eugen Litter verzichten müssen, der nach einer Hüft-OP für den Rest der Saison ausfällt...

TSV Weißtal - TuS Plettenberg (Sonntag, 15 Uhr, Henneberg-Arena): Das hat es lange nicht mehr gegeben: Angefangen beim 3:2-Sieg gegen die SpVgg Neunkirchen im letzten Punktspiel des alten Jahres hat der TuS Plettenberg fünf Spiele in Folge gewonnen. Klar handelte es sich bei den vier Siegen seit dem 23. Januar allesamt um Testspiele – aber immerhin befanden sich mit SuS Langscheid/Enkhausen und dem TuS Langenholthausen auch namhafte Gegner darunter. Kein Vergleich zur missratenen Vorbereitung im vergangenen Sommer, als das Selbstvertrauen der Mannschaft durch zahlreiche Niederlagen schon vor dem ersten Pflichtspiel auf dem Tiefpunkt war. 

„Die neuen Leute haben uns gut getan und passen auch zu uns“, betont Plettenbergs Trainer Uwe Helmes immer wieder. Mit dem Kader, der ihm jetzt zur Verfügung steht, wäre der Klassenerhalt – sollte es jetzt bei Null losgehen – womöglich ohne Probleme zu schaffen. Indes: Der TuS geht als Schlusslicht mit fünf Punkten Rückstand zum rettenden Ufer in die ausstehenden zehn Begegnungen Der Start nach der Winterpause hält für die Plettenberger mit dem Auswärtsspiel und dann dem Heimspiel gegen Spitzenreiter SV Ottfingen am 1. März aber zunächst einmal zwei kaum lösbare Aufgaben bereit.

 „Auch wenn wir in Weißtal und gegen Ottfingen verlieren, müssen wir ruhig bleiben und dürfen nicht durchdrehen. Wir müssen immer weitermachen“, sagt Helmes, der für das morgige Spiel nur das Ziel „vernünftig verkaufen und nicht blamieren“ ausgibt.

Mit einer defensiven Ausrichtung, die schon gegen Landesligist Langenholthausen zum Erfolg führte, will er versuchen, die Weißtaler vom Plettenberger Tor wegzuhalten. „Und dann wollen wir Nadelstiche setzen“, hofft Helmes, das Schlotmann und Co. den einen oder anderen Konter fahren können. Plettenbergs Torjäger hatte am Dienstag zwar einen Schlag aufs Knie abbekommen, Helmes hofft aber, dass Schlotmann in Gernsdorf dabei sein kann. Ansonsten gibt es beim TuS keine personellen Probleme.

TuS Neuenrade – TuRa Freienohl (Sonntag, 15 Uhr, Waldstadion): Mit einem 1:0-Erfolg beim TuS Voßwinkel hatte sich der TuS Neuenrade am 8. Dezember in die Winterpause verabschiedet, und auch zum Start der Restserie wartet auf den Aufsteiger ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf: Als aktuell Drittletzter empfangen die Hönnestädter  einen Kontrahenten, der als Zehnter gerade einmal drei Punkte mehr auf dem Konto hat.

Eine knapp fünfwöchige Vorbereitung liegt hinter der Mannschaft von Abi Ouhbi, ein Zeitraum, mit dem der Cheftrainer relativ zufrieden ist: „Das Gros der Spieler hat gut durchgezogen, aber durch Verletzungen und Krankheiten sind einige immer wieder zurückgeworfen worden. Schade auch, dass unser letzter Test, also quasi die Generalprobe, am vergangenen Sonntag gegen Linscheid ausgefallen ist.“ Vier Tests aber sind in verschiedenen Formationen – unter anderem mit den A-Jugendlichen Mick-Joel Malms, Daniel Henriques und Fadi Alawieh als Perspektivspielern– immerhin absolviert worden, zwei Siegen gegen klassentiefere Gegner standen Niederlagen gegen Landesligist TuS Langenholthausen und Staffel 5-Bezirksligist Kiersper SC gegenüber.

Personell halten sich die Änderungen gegenüber der Hinrunde in Grenzen: Externe Neuzugänge sind Keeper Lars Gaude, der auch morgen im Tor stehen wird, und Allrounder Tamer Kara, der allerdings noch zwei Spiele gesperrt ist (keine Freigabe vom VfR Wipperfürth). Nicht mehr dabei ist hingegen Angreifer Johannes Becker. „Von dem Schritt bin ich gänzlich überrascht worden. Er hat sich zwar nicht abgemeldet, aber mir mitgeteilt, dass Fußball für ihn momentan einfach keine Priorität hat“, so Ouhbi. Eine Entscheidung, die bei einem weiteren Stürmer für ein Umdenken gesorgt hat, denn Ibrahim Keita, der eigentlich zu Polonia Lüdenscheid wechseln wollte, bleibt nun doch. 

Für das erste Punktspiel hat Ouhbi einen 17er-Kader benannt, neben Langzeitausfällen wie Schmidt werden auch Gündogdu und Maiwum (privat bzw. beruflich verhindert) ausfallen. Und der Gegner? Der stand nach zwölf Spielen bei mauen acht Punkten, holte dann in den restlichen vier Partien bis zur Winterpause aber gleich zehn Zähler und blieb auch in der Vorbereitung gegen allerdings klassentiefere Kontrahenten ungeschlagen (vier Siege, ein Remis). Das Hinspiel war übrigens ein denkwürdiges, denn nachdem der TuS kurz nach der Pause einen 0:2-Rückstand egalisiert hatte, setzte es vier Gegentreffer binnen vier Minuten. Am Ende stand es 7:2 für Freienohl, das soll laut Ouhbi am Sonntag anders werden: „Für uns ist ein positiver Einstand enorm wichtig, von daher steht natürlich ein Sieg im Aufgabenheft.“

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