Fußball

Die Dreier im Visier

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Muss wieder verstärkt in die "Box": RWL-Torjäger Semir Tuz (rechts).

KREISGEBIET - Punkte dringend benötigt: Die beiden Fußball-Bezirksligisten aus dem Kreis Lüdenscheid in der Staffel  6 stehen am Sonntag unter Zugzwang: Rot-Weiß Lüdenscheid benötigt die Zähler, um den Anschluss an die Spitzenklubs zu halten, der TuS Grünenbaum, um den aktuellen Abstiegsrang schnell wieder zu verlassen und sich mit dem ersten Saisonsieg endlich da benötigte Selbstvertrauen zu holen.  

ASSV Letmathe 98 - RW Lüdenscheid (Sonntag, 15 Uhr, Waldstadion, Schwerterstr. 60):  „Es wird Zeit, dass wir wieder richtig punkten, sonst verlieren wir schnell den Anschluss.“ Martin Rost, Trainer des Bezirksligisten Rot-Weiß Lüdenscheid, hofft, dass sein Team im Gastspiel beim neuen Ligaschlusslicht ASSV Letmathe nicht - wie am Vorwochenende Kalthof (1:2) - dem Gegner wieder hilft, die „Rote Laterne“ abzugeben. Dabei warnt er ausdrücklich davor, die Letmather zu unterschätzen: „Das wird nicht einfacher als gegen Kalthof, Fußball können auch die Letmather spielen“, erinnert er sich an etliche „enge“ Tests aus der Vergangenheit.

Nach der Niederlage am Sonntag war die Trainingswoche eine andere, weil der Coach berufsbedingt die Einheiten am Dienstag und Donnerstag verpasste, gestern aber das mannschaftstaktische Verhalten in den Vordergrund stellen wollte. „Das Spiel gegen den Ball ist derzeit suboptimal, wir kommen kaum zu Balleroberungen“, weiß Rost um ein Manko, und dass die geringe Zahl von Gegentoren in erster Linie der stabilen Defensive besonders in der Zentrale zu verdanken ist. „Da müssen wir etwas ändern, vielleicht wieder einmal ganz hoch pressen, um den Gegner zu Fehlern zu zwingen.“

Doch das Spiel gegen den Ball war zuletzt nicht die einzige Baustelle bei den so gut in die Saison gestarteten Bergstädtern, auch in der Vorwärtsbewegung hatte es gewaltig gehapert. Gerade die Außen lieferten nicht nur für den Geschmack des Trainers zu wenig ab. „Da muss mehr passieren“, meint Rost, denn gerade im Sturmzentrum vermisst Semir Tuz im gegnerischen Strafraum jegliches „Futter“. Dass er deshalb ungeduldig und – aller Ehren wert – versucht, sich Bälle selbst auf den Flügeln zu holen, ist letztlich wenig ertragreich, weil im Zentrum dann wegen zu falschen Zeitpunkten einrückender Außen die Abnehmer fehlen.

 „Auch da müssen wir etwas ändern, wieder mehr Qualität in unsere Aktionen bekommen“, ist Rost vor dem Letmathe-Spiel bemüht, die Fehlerquellen weitgehend abzustellen, was aber auch nicht in ein oder zwei Trainingseinheiten komplett möglich sein wird. Immerhin kann sich der Coach aber personell fast wieder aus einem großen Aufgebot bedienen: Nach abgelaufener Sperre steht Jung-Angreifer Raphael Schwarzer ebenso wieder zur Verfügung wie der zuletzt durch einen Infekt eingebremste Mark Sattler und auch der beruflich stark eingespannte Keeper Jonas Brackmann.

Gastgeber Letmathe wird unter dem neuen Trainer André Hoßdorf mit dem Ex-Rot-Weißen „Ceco“ Inchingoli versuchen, aus stabiler Abwehr heraus die ersten Punkte unter Regie des neuen starken Mannes an der Seitenlinie zu sammeln.

RWL: Reischel, Brackmann – Sattler, Ertelt, Linneboden, Besirlioglu, Neuke, Akdag, Scheerer, Mai, Breitenbach, Schönrath, Dissing, Jindou, Schwenck, Tuz, Schwarzer

DJK/ETuF Schwerte - TuS Grünanbaum (Sonntag, 15.15 Uhr, EWG-Sportpark):  Der vergangene Sonntag war keiner nach dem Geschmack des TuS Grünenbaum: Sein Heimspiel gegen den SC Hennen setzte er trotz bester Tormöglichkeiten in den Sand und unterlag mit 2:5, parallel dazu gewann der SSV Kalthof überraschend bei RW Lüdenscheid. Diese beiden Ergebnisse stürzten den Liga-Neuling aus dem Halveraner Norden auf einen Abstiegsplatz, den er nur allzu gern wieder verlassen möchte.

Wichtiger als die tabellarische Momentaufnahme nach sieben Spieltagen dürfte für die Grünenbaumer freilich ein anderer Aspekt sein: Der erste dreifache Punktgewinn könnte den Aufsteiger auch für die danach folgenden Aufgaben beflügeln. Schlecht spielt der TuS nämlich nicht: „Zu schaffen macht uns die mangelnde Torausbeute – daran müssen wir arbeiten“, nennt Trainer Uwe Hartmann das zentrale Problem beim Namen – wohl wissend, dass der Knoten so langsam platzen muss, damit nicht der Frust Einzug hält.

Dass die Kreisch-Kicker grundsätzlich das Potenzial für die Bezirksliga haben, davon ist der Coach überzeugt. Gleichzeitig macht sich aber auch bemerkbar, „dass unser Kader nicht die Tiefe und nicht die Breite besitzt, die wir gern hätten“. Mit gerade einmal 13 Spielern ist das Aufgebot für die Partie beim vier Punkte besser gestellten Kontrahenten überschaubar. Der verletzte Elia König erweitert die Ausfallliste, und wegen muskulärer Probleme stand Richard Kochtas Einsatz zumindest bis Freitag noch auf der Kippe.

Deshalb wird Uwe Hartmann zwei personelle Anleihen bei der Kreisliga-B-Reserve nehmen. Bange ist den Grünenbaumern vor dem Gang nach Schwerte trotzdem mitnichten – zumal deshalb nicht, weil ETuS/DJK seinerseits zwei Mal in Folge verloren hat und als Vorjahreszehnter auch nicht zu den sportlichen Schwergewichten der Fußball-Bezirksliga 6 zu zählen ist.

TuS: Beste – Gillmann, Hamel, Renneckendorf, Wand, Dogan, Hense, Kochta (?), Schnieder, Yilmaz, Eicker, Klahr, Marek

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